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Wenn Alkohol im Spiel ist, kann es auch mal laut werden.

Jugendliche strapazieren Nerven der Anwohner

Seeanlieger fordern Sicherheitsdienst

Sie steigen in Weßling aus der S-Bahn, kaufen im Supermark Bier, lassen sich auf den Sitzbänken am See nieder und beschallen die Anwohner mit Musik und Gegröhle.

Weßling – Feiernde Jugendliche sorgen für Unmut. Die Nerven der Seeanlieger in Weßling liegen blank, das war in der Sitzung des Umweltausschusses am Dienstagabend in Weßling klar. Nun fordern die Bürger einen Sicherheitsdienst.

„Wenn wir endlich einschlafen können, werden wir durch den Lärm wieder wach“, machte ein Bürger seinem Frust Luft. Ab 14 Uhr bereits werde gekifft, gesoffen, an den Zaun gepinkelt und laut Musik gehört. Und je höher der Alkoholpegel, desto uneinsichtiger sei die Gruppe. Reden helfe nicht, betonten die Anwohner beim Ortstermin mit den Gemeinderäten. Besonders attraktiv ist der Treffpunkt im Laternenlicht beim Hans-Schottenhamel-Gasserl. Ausdauernd und lautstark gefeiert wird auch bei den Badehütten und am Karpfenwinkel.

„Wir haben ein Sicherheitsproblem“, behauptete gar Anwohnerin Christina Mörtl-Diemer und zitierte Weßlinger Jugendliche, die nach 18 Uhr besagte Stellen meiden. „Wenn Verstöße mit 500 Euro Bußgeld geahndet werden, sind wir das Problem schnell los“, glaubte sie. Das betreffe das Urinieren in die Landschaft und an Gartenzäune genauso wie das Hinterlassen von teilweise zerschlagenen Flaschen und Müll. 110 Unterschriften hatten die Betroffenen für einen Antrag gesammelt, der zum Beispiel einen patrouillierenden Sicherheitsdienst fordert.

Vorübergehend werden die beiden Sitzgelegenheiten beim Hans-Schottenhamel-Gasserl entfernt, beschloss der Ausschuss. Vor einer guten Woche versammelten sich an der Stelle wieder Jugendliche. Auf ihr Verhalten angesprochen, zeigten sie sich uneinsichtig – und die Information, dass die Bänke wegkommen, beeindruckte sie auch nicht. „Damit der Sicherheitsdienst eine Handhabe hat, brauchen wir ein Hausrecht“, ermahnte Vizebürgermeister Michael Sturm.

Laut Gesetzbuch gelte Lärm ab 22 Uhr als Ruhestörung, so Claus Angerbauer (SPD). Aber die Dezibel zu messen, sei kompliziert. „Wir müssen wissen: Wo liegen die Kompetenzen der Gemeinde?“, führte der Jugendreferent aus. So sollen zusätzlich zum Wachdienst Schritte wie Alkoholverbot geprüft werden. Einfach ist das nicht, hat Sturm bereits nach einem Gespräch mit der Herrschinger Verwaltung festgestellt. Dort gilt im Kurpark ein Alkoholverbot. „Das geht, weil der Bereich theoretisch mit Toren abgeriegelt werden kann“, berichtete Sturm. Zur Diskussion stand auch ein Mindestalter derjenigen, die sich in dem Gebiet aufhalten. Denn nur, was im Hausrecht vorgeschrieben ist, darf der Sicherheitsdienst ahnden. Aus diesem Grund hat auch die Gemeinde Seefeld eine Satzung für ihren Eisen-Park erlassen müssen (wir berichteten). Die Polizei scheint machtlos zu sein. „Die Polizei kommt nicht dazu“, ist die Erfahrung eines Anwohners. „Und wenn die Beamten kommen, sind die Jugendlichen weg.“

Michèle Kirner

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