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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Streit um geworfene Bierdose

Der Beziehungsstreit eskalierte und schon landen beide Partner vor dem Amtsricher.

Weßling –„Ich möchte Abstand nehmen von dieser Strafe“, übersetzte ein Dolmetscher für die 44-jährige Angeklagte, die sich keiner Schuld bewusst zu sein schien. Die der gefährlichen Körperverletzung beschuldigte Frau hatte bei einem heftigen Streit ihrem damaligen Lebensgefährten in dessen Weßlinger Wohnung eine volle Bierdose an den Hinterkopf geworfen. Jetzt sprach sie am Amtsgericht von Notwehr: „Ich bin noch nie mit dem Gesetz oder irgendeiner Privatperson in Konflikt gekommen – bis ich diesen Herrn traf“, ließ die gelernte Hotelfachangestellte aus Polen übersetzen.

Den besagten „Herrn“, einen 42-jährigen Elektriker, hatte die Frau im Internet kennengelernt. Schon kurz darauf war sie samt Kind bei ihm eingezogen, doch es hatte offenbar auch nicht lange gedauert, bis sich alkoholbedingte Streitereien häuften. „Am Tag des Vorfalls war er auch wieder betrunken“, erzählte die Angeklagte dem Gericht. Er habe ihr „mal wieder“ Vorwürfe gemacht, sie beschimpft und schließlich am Hals gepackt, so ihre Darstellung. Sie habe „Angst um mich und mein Kind gehabt“ und deshalb „überreagiert“ und eine Bierdose in seine Richtung geworfen. Aber nicht gezielt, sondern auf den Boden. Der mittlerweile von ihr getrennt lebende Weßlinger schilderte den hässlichen Streit ein wenig anders: „Sie war schon betrunken, als ich sie zum Einkaufen abgeholt habe“, sagte der Geschädigte im Zeugenstand aus.

Erst der Wodka, dann das Bier

Als man damals zusammen heimgekommen sei, habe er ihr lediglich vorgehalten, dass die Wohnung unaufgeräumt war, danach sei der Streit eskaliert und sie habe ihm erst eine Flasche Wodka an die Stirn und dann eine volle Bierdose an den Hinterkopf geworfen.

Die Angeklagte widersprach über ihren Dolmetscher: Sie habe ihm nur die Flasche wegnehmen wollen, „weil er sonst nicht eher aufhört mit dem Trinken, bis sie leer ist“. Als nun Aussage gegen Aussage stand, fragte Richterin Brigitte Braun die beiden Kontrahenten, ob über einen Täter-Opfer-Ausgleich denn nicht Rechtsfrieden zu erreichen wäre. Im Erfolgsfall käme das Strafverfahren dann auch ohne Urteil zu einem Ende, erläuterte Braun den Beteiligten. Während die Angeklagte sich bereit zeigte und wünschte, „dass sich das Ganze ohne rechtliche Konsequenzen beruhigt“, zögerte der Ex-Partner. Man will es nun aber doch noch probieren. Ansonsten landet der Fall wieder vor Gericht.

Von Thomas Lochte

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