Mit diesem Symbolbild macht die Bundespolizei auf die Unsitte des Beschmierens von S-Bahnen aufmerksam. Allein voriges Jahr ist dadurch rund um München ein Schaden von etwa 900 000 Euro entstanden.
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Mit diesem Symbolbild macht die Bundespolizei auf die Unsitte des Beschmierens von S-Bahnen aufmerksam. Allein voriges Jahr ist dadurch rund um München ein Schaden von etwa 900 000 Euro entstanden.

Polizeihubschrauber im Einsatz

In Weßling: S-Bahn-Sprayer auf frischer Tat ertappt

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Die Bundespolizei hat in der Nacht zum Donnerstag einen 21-Jährigen gefasst, der dringend verdächtig ist, in Weßling eine abgestellte S-Bahn beschmiert zu haben. Sein Komplize konnte flüchten. An der Fahndung war auch ein Polizeihubschrauber beteiligt.

Weßling – Die Freude über dieses Machwerk währte nicht lange. Am Mittwochabend machten sich zwei Sprayer daran, einen in Weßling abgestellten S-Bahn-Zug mit Graffitis zu verunstalten. Rund 15 Quadratmeter hatten sie schon besprüht, als zwei Mitarbeiter der Deutsche Bahn Sicherheit die Täter gegen 23 Uhr bemerkten. Was daraufhin folgte, hätte auch in einem TV-Krimi spielen können.

Die mit Sturmhauben maskierten Unbekannten flüchteten zunächst über die Gleise in das nördlich des Bahnhofs gelegene Wohngebiet. Derweil verständigten die Sicherheitskräfte die Bundespolizei. Zwei Streifen mit je drei Beamten fuhren nach Weßling. Darüber hinaus wurde ein Helikopter der Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim in die Fahndung eingebunden, berichtet Wolfgang Hauner von der zuständigen Bundespolizeiinspektion München.

Beamten treffen Mann - er ist „sehr nervös“

In dem Wohngebiet trennten sich die Täter. Während einer unerkannt in den nahen Wald flüchten konnte, blieb sein Komplize offenbar im Ort, um seine Flucht auf anderen Wegen fortzusetzen. Jedenfalls trafen die Beamten wenig später im Bereich der Straße Am Katzenstein einen jungen Mann, der dringend tatverdächtig ist. Bei der Kontrolle habe er sich den Uniformierten gegenüber „sehr nervös“ verhalten, berichtet Hauner. „Zudem stellten die Bundespolizisten an der Bekleidung des Mannes frische Farbanhaftungen fest.“

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 21 Jahre alten Deutschen aus Olching (Landkreis Fürstenfeldbruck), gegen den nun wegen Sachbeschädigung ermittelt wird. Bei der von der Staatsanwaltschaft München angeordneten Durchsuchung seiner Wohnung konnten die Beamten Spraydosen, Datenträger, Mobilgeräte und Computer sicherstellen. „Zudem wurde weitere Tatkleidung sichergestellt, die von früheren Graffitibesprühungen stammen dürfte“, erklärt Hauner. Der 21-Jährige ist bereits mehrfach einschlägig in Erscheinung getreten. Mithilfe der gefundenen Daten und Spuren hofft die Bundespolizei nun, auch weitere Schmierereien aufklären zu können.

Außerdem erhoffen sich die Beamten auch Hinweise auf den zweiten Sprayer. Unabhängig davon hat er am Tatort Spuren hinterlassen, die nun ausgewertet werden. Mit dem Fall beschäftigen sich nach Angaben Hauners die Bundespolizei-Spezialisten der KoGra-M. Die Abkürzung steht für „Koordinierungsgruppe Graffiti München“.

Die durch Schmierereien verursachten Schäden an Münchner S-Bahnen sind nach Angaben der Polizei in der Vergangenheit deutlich gestiegen auf rund 900 000 Euro im Jahr 2019. Bei der Aktion in Weßling ist ein Sachschaden von etwa 750 Euro entstanden. Ein Lob hat Hauner für die Sicherheitskräfte der Bahn übrig. Die Zusammenarbeit sei sehr gut gewesen, sagt er.

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Ein Wohnsitzloser ohne Führerschein hat am Mittwoch in Starnberg einen VW gestohlen und ist mehr als 70 Kilometer weit vor der Polizei geflohen. Ein Landwirt half, der Flucht ein Ende zu machen.

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