Fast durchgänig geschlossen: der Bierkönig auf Mallorca während der Corona-Pandemie.
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Fast durchgänig geschlossen: der Bierkönig auf Mallorca während der Corona-Pandemie.

Sehnsucht nach „geilster Bühne der Welt“

Ballermann-Rückkehr nicht in Sicht: Beliebter Mallorca-Sänger verkauft jetzt T-Shirts

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Der Bierkönig und die dazugehörige Party-Meile am Ballermann auf Mallorca bleiben wegen der Corona-Pandemie weiterhin geschlossen. Sänger „Andi Kiss" schmerzt das - nicht nur finanziell.

  • Musiker Andreas Kiris, „Andi Kiss", aus Weßling feierte letztes Jahr sein Debüt am Ballermann.
  • Er war bereits für das Bierkönig-Opening gebucht, hatte weitere Auftritte in Aussicht - dann kam Corona.
  • Der beliebte Party-Sänger ist frustriert - doch er macht das Beste draus.

Weßling – Das Partyvolk grölt. „Suff, Suff, Suff Suffia“, schallt es durch den Bierkönig. Strahlende Gesichter, wild tanzende Körper – und natürlich reichlich Alkohol. Ekstase pur am Ballermann. Mittendrin: Andreas Kiris. Knapp ein Jahr ist es her, als der Musiker aus Weßling mit seinem Partyhit „Suffia“ die legendäre Großraumdisco in Palma de Mallorca zum Beben gebracht hat. „Ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist“, sagt der 37-Jährige mit dem Künstlernamen „Andi Kiss“ über seinen Auftritt beim letztjährigen Closing der Partymeile.

Seither ist es ruhig geworden um Kiris. Der dafür alles entscheidende Grund liegt auf der Hand: die Corona-Krise. „Sie hat alle Pläne durcheinandergewirbelt.“ Ohne sie sähe es vermutlich deutlich anders aus im Leben des Weßlingers. Ein Sommer am Ballermann stand für ihn in Aussicht. Für das Opening des Bierkönigs Mitte April war er bereits gebucht. Weitere, regelmäßige Auftritte wären mit hoher Wahrscheinlichkeit hinzugekommen. „Die Signale der Veranstalter waren sehr positiv“, beteuert Kiris.

Gedanklich schon wieder am Ballermann: Andreas Kiris.

Ballermann wegen Corona geschlossen: Party-Star aus Weßling frustriert

Doch anstatt mit Szene-Größen wie Mia Julia und Peter Wackel den tanzenden Massen einzuheizen, ist er zum Warten verdammt. Hat das Coronavirus doch nicht nur die komplette Ballermann-Saison, sondern auch nahezu die gesamte Musik- und Kulturszene fürs Erste lahmgelegt.

Eine schwierige Situation für einen Vollblutmusiker wie Kiris. „Das ist alles schon ziemlich frustrierend und enttäuschend“, räumt er ein – jedoch ohne dabei die Maßnahmen der Regierung zu kritisieren. „Um die Gesundheit aller zu schützen, geht es eben nicht anders. Ich möchte gerade nicht in der Haut eines Entscheidungsträgers stecken.“ Doch bei allem Verständnis: Durch die ausfallenden Auftritte brechen Kiris selbstredend gewaltige Einnahmen weg. Diese versucht er, zumindest teilweise zu kompensieren – und verkauft zum Beispiel selbst gestaltete T-Shirts.

Keine Partys im Bierkönig: Mallorca-Sänger muss sich mit T-Shirt-Verkauf über Wasser halten

Eine Idee, auf die ihn Freundin Helen gebracht hat. Gemeinsam legte sich das Paar eine Siebdruckmaschine zu und kaufte hochwertige Fair-trade-Shirts. „Wir wollen etwas Gescheites verkaufen“, sagt Kiris. Wer Interesse hat, kann sich über den Instagram-Account des Künstlers melden und sein Oberteil individuell bedrucken lassen. Etwa mit einem Andi-Kiss-Schriftzug oder Textpassagen aus Kiris’ Liedern. „Funktioniert super“, sagt der Weßlinger. Zwei bis drei Bestellungen gehen pro Tag bei ihm ein. Ein Fan ließ sich sogar zwanzig Stück der 20 bis 30 Euro teuren T-Shirts zukommen. „Da geht dann schon was.“

Hoffen auf Ende der Corona-Pandemie: „Andi Kiss“ sehnt sich nach „geilster Bühne der Welt" am Ballermann

Steht Kiris nicht gerade an der Siebdruckmaschine, nutzt er die unverhofft große Freizeit, um an neuen Liedern zu schreiben. „Ich kremple mein Live-Programm ordentlich um“, sagt er. Dabei sei die Corona-Krise sogar von Vorteil. Bleibt neben den unter „normalen“ Umständen vielen Auftritten doch oftmals keine Zeit für die Arbeit an frischen Inhalten. „Das geht gerade deutlich entspannter.“

Wann Kiris seine neuen Werke erstmals wieder seiner Anhängerschaft präsentieren kann, ist schwer abzusehen. „Da muss man die Dinge auf sich zukommen lassen“, sagt er. Zumindest gedanklich wähnt sich der Weßlinger jedoch schon wieder am Ballermann. „Ich habe mich dort unglaublich wohlgefühlt – es ist einfach die geilste Bühne der Welt.

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