Idyllischer Platz für alle Bücherfreunde: Brigitte Weiß, Vorsitzende des Vereins Unser Dorf, Schauspieler Peter Weiß und Bürgermeister Michael Sturm (hinten, l.) eröffneten den neuen Bücherschrank am Weßlinger See ganz offiziell.
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Idyllischer Platz für alle Bücherfreunde: Brigitte Weiß, Vorsitzende des Vereins Unser Dorf, Schauspieler Peter Weiß und Bürgermeister Michael Sturm (hinten, l.) eröffneten den neuen Bücherschrank am Weßlinger See ganz offiziell.

Blick auf den See

Idyllische Lese-Oase für alle: Neuer Bücherschrank in Weßling mit Bank zum Schmökern

Der Verein Unser Dorf und die Gemeinde Weßling haben einen Bücherschrank mit Verweilbank aufgestellt. Daraus darf sich jeder bedienen – und Bücher hineinstellen.

Weßling – „Büchermenschen sind die, denen etwas fehlt ohne ein gutes Buch in der Nähe.“ So schreibt es die Autorin Felicitas von Lovenberg in ihrer „Gebrauchsanweisung fürs Lesen“. Und damit den Weßlinger Büchermenschen das gute Buch nicht fehlt, hat die Gemeinde zusammen mit dem Verein Unser Dorf am Sonntag einen Bücherschrank am See eingeweiht. Gemeinsam mit dem Ensemble der Weßlinger Blasmusik und einer Lesung von Peter Weiß feierten rund 50 Gäste die neue kulturelle Errungenschaft.

Bücherschrank in Weßling: Alles beginnt mit einer Reise nach Linz

Alles hatte mit einer Reise nach Linz begonnen, wie Brigitte Weiß, die Vorsitzende von Unser Dorf und Initiatorin des Projekts, erzählte. „Ich saß an der Donau und sah einen Schrank mit einer Glastür und Büchern darin. Da dachte ich mir: Was für eine wunderschöne Idee.“

Wieder zurück in Weßling, recherchierte Weiß nach Kosten, Herstellern und dergleichen. „Das hat mir keine Ruhe gelassen“, sagte sie. Außerdem habe sie sich noch eine Bank dazu vorgestellt, schließlich lese man ja nicht im Stehen.

Standortsuche für Bücherschrank gestaltet sich schwierig

Umso schöner sei es für sie, nun, nach zwei Jahren Planung, Genehmigung und Corona-Pausen, den fertigen Bücherschrank mit Verweilbank am Weßlinger See direkt vor dem Pumpenhaus zu sehen. In diesen kann jeder seine gelesenen Bücher stellen – oder interessante Lektüre daraus und mit nach Hause nehmen.

„Es war nicht einfach, den richtigen Standort zu finden“, sagte Brigitte Weiß. „Viele Leute, viele Meinungen.“ Das sah auch Bürgermeister Michael Sturm so: „Wir haben viele Plätze diskutiert, dieser ist Idylle pur.“ Damit spielte er auf den Blick von der Verweilbank aus an: der See, die Christkönig-Kirche und das Café auf der gegenüberliegenden Seeseite genießen.

Edelstahl-Botschaft für Verweilende: „Have a good day“

Der Schrank selbst ist aus Cortenstahl, mit bruchsicheren Glastüren und blauen Regalen ausgestattet, die dazugehörige Bank aus Eichenholz. Finanziert hat ihn der Verein, dessen Mitglieder am Freitag gemeinsam mit der Weßlinger Firma „Erbstück“ den Schrank aufbauten. Gewidmet ist er dem Fotografen und Dorfchronisten George E. Todd aus Hochstadt, der am Sonntag 96 Jahre alt geworden wäre.

„Er hat mehr als 13 Fotobände, Fachbücher und Gedichte geschrieben“, sagte Brigitte Weiß. Eines seiner Gedichte prangt auf einer Edelstahltafel an der Seite des Bücherschranks: „Have a good day“ – einen guten Tag haben, was für eine schöne Botschaft für Vorbeiziehende und Verweilende.

Schauspieler Peter Weiß aus Weßling freut sich über den Bücherschrank

Peter Weiß, Schauspieler, Gemeinderat und ebenfalls Mitglied bei Unser Dorf, las ausgewählte Texte und kommentierte mit humorvoller Art die eine oder andere Zeile aus dem Weßlinger Heimatbuch oder eben der „Gebrauchsanweisung fürs Lesen“ von Felicitas von Lovenberg. Mit dem Gedicht „Der perfekte Mann“ von Elke Heidenreich sorgte er für Heiterkeit, mit Schillers „An die Freude“ beendete er seine Lesung.

Er selbst freue sich als leidenschaftlicher Leser sehr über den Bücherschrank. „So ein Schrank macht das Lesen nicht zum Rückzug, sondern zu einer Gemeinschaftssache“, sagte er.

Noch fehlt ein Name für den bereichernden Bücherschrank in Weßling

Nun fehle nur noch ein richtiger Name für die Bücheroase, wie sie der eine oder andere bereits bezeichnete. Der Verein freue sich über Vorschläge. Erika Littmann hatte zwar keinen Namensvorschlag, dafür aber ein Buch für den Bücherschrank dabei. „Ich habe ,Das Alter ist eine Illusion‘ hineingestellt“, sagte sie. „Bestimmt gibt es noch Leute, die dieses Buch schätzen werden.“

Bibliothekarin Cornelia Rhomberg aus der Gemeindebücherei war am Sonntag auch da. Sie hat angeboten, einmal die Woche beim Bücherschrank nach dem Rechten zu sehen. „Ich gehe viel spazieren, und das hier hat mit Büchern zu tun. Da schaue ich gerne ab und zu vorbei“, sagte sie.

In einem sind sich alle einig: Der Bücherschrank ist eine Bereicherung für die Gemeinde. „Ich bin glücklich, dass er da ist, und hoffe, dass er noch lange unversehrt hier steht“, sagte Brigitte Weiß.

Vanessa Lange

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