1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Weßling

Carsten Neder hat jetzt auch den Weltrekord

Erstellt:

Von: Hanna von Prittwitz

Kommentare

Nicht zu bremsen: Weltrekordler Carsten Neder bei seinem Spendenlauf im Olympiaturm im Dezember 2021.
Nicht zu bremsen: Weltrekordler Carsten Neder bei seinem Spendenlauf im Olympiaturm im Dezember 2021. © flo hagena/5see.media

Was war das für eine verrückte Aktion am 10. Dezember 2021. Carsten Neder (45) aus Weßling lief den Olympiaturm in München hoch und runter – und das rückwärts (wir berichteten). Das Ganze tat er für den guten Zweck. Und auch in der Hoffnung auf den Weltrekord.

Weßling - Der Weltrekord ist dem Weßlinger nun auch geglückt. In diesen Tagen erhielt Neder die Urkunde des Rekord-Instituts für Deutschland (RID): Er hat den Weltrekord „für die meisten Aufwärts-Höhenmeter beim Rückwärts-Treppenlauf in 24 Stunden“ geschafft.

„Ich habe mich natürlich riesig gefreut“, sagt Neder im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Klar, er habe natürlich vorab auch intensiv recherchiert. „Da habe ich tatsächlich niemanden gefunden, der so viele Treppenstufen rückwärts gelaufen ist. Aber man weiß ja nie“, sagt Neder. Seine Aktion war also offenbar nicht zu toppen. Die 1020 Stufen, die im Olympiaturm auf 200 Meter in die Höhe führen, lief er in Summe 43-mal hoch und runter, und zwar rückwärts. Am Ende waren es 87 720 Stufen und 8600 Höhenmeter. Dabei stand das Projekt nach einer Knieverletzung, die er sich nach etwa fünf Stunden zuzog, kurzfristig auf der Kippe. „Aber meine Physiotherapeutin Katja Ammann und das Team des BRK haben mich wieder hinbekommen, sodass ich mit Umstellung meiner Technik weitermachen konnte.“ Mit seiner Leistung wird Neder 2023 vermutlich auch in der Neuauflage des Guinness-Buch der Rekorde landen. In einigen Wochen rechnet er mit einer Bestätigung seines Rekords auch aus England – „die brauchen immer etwas länger“.

Die ganze Aktion hatte sich Neder aber nicht nur ausgedacht, um einen Weltrekord zu schaffen. Ihm ging es vor allem um die Initiative krebskranke Kinder München und um Condrobs. Für beide Vereine hat er Spenden gesammelt. „Insgesamt sind rund 15 000 Euro zusammengekommen“, bilanziert Neder. Er habe besondere Hochachtung vor den an Krebs erkrankten Kindern. „Es ist unglaublich, was sie durchstehen müssen. Dagegen ist das, was ich da mache, ein Witz.“ Er sei mit betroffenen Kindern in Kontakt und versuche, sie beispielsweise über Videos zu motivieren. „Sie sind sehr tapfer.“ Er wisse, dass beide Vereine keinen Wasserkopf hätten und die Spenden bei den Betroffenen ankommen würden.

Sein Knie hat die Aktion im Olympiaturm übrigens ganz gut überstanden. „Ich hatte es mir verdreht und dann hat sich Flüssigkeit angesammelt.“ Das Knie sei punktiert worden „und heute wieder wie neu“, berichtet der 45-Jährige. Sein Körper sei abgesehen davon Strapazen gewohnt. Erst im August vergangenen Jahres war Neder 180 Kilometer und 10 000 Höhenmeter in weniger als 45 Stunden gelaufen.

Neue Aktionen hat Neder, der in Weßling lebt und zwei Kinder im Alter von acht und zehn  Jahren hat, natürlich auch schon vor Augen. Allerdings sei dafür immer eine Menge Vorarbeit erforderlich. Bei Projekten wie dem Spendenlauf im Olympiaturm bedürfe es auch einiger Genehmigungen. „Es ist noch nichts spruchreif.“

Auch interessant

Kommentare