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All die schönen Dinge: Auch Daniela Rasig und Tanja Samson (r.) ließen sich bei der Weßlinger Swap-Party der Nachbarschaftshilfe vom Tauschrausch anstecken.

Swap-Party

Damenrunde im modischen Tauschrausch

Ökologisch vorbildlich treffen sich zahlreiche Frauen in Weßling, um Kleider, Taschen und Schuhe abzugeben und dafür neue mitzunehmen.

Weßling – Roswitha Schwimmer gab bei den Damen der Nachbarschaftshilfe acht gut erhaltene Kleidungsstücke ab und bekam im Gegenzug acht Jetons für acht modische Teile aus dem Schrank einer anderen Swap-Kundin. „Eigentlich will ich ja nichts mitnehmen“, behauptete das Vorstandsmitglied der Grünen und gestand im gleichen Atemzug: „Und dann find ich doch was.“ Und schon verschwand sie mit einem schwarzen Rock in der Umkleide.

Am Freitagabend war Schwimmer eine von knapp 50 Frauen zwischen 16 und 99 Jahren, die an der ersten Swap-Party im Seehäusl teilnahmen. Dort tauschte die Damenwelt bis zu 15 Röcke, Hosen, T-Shirts oder Pullover gegen andere Fundstücke aus. Auf einer Sitzbank reihten sich Halbschuhe und Stiefel an ein Paar Marken-Turnschuhe. Auf dem Tisch warteten Tücher, Gürtel und Schmuckstücke auf Abnehmer. Bis kurz vor 20 Uhr eilten die Initiatorinnen des Events – Agnes Reuter, Eva Schütz, Sabine Graser, Katrin Heidinger und Bettina Polte – durch den Raum und ordneten Mitgebrachtes ein.

Anpfiff. Ausgelassen stürmte die Damenwelt den Saal und tauchte begeistert in den Modebergen ab. Männer waren Mangelware. Nur eine Besucherin hatte ihren Freund zum Abnicken dabei. „Die Jacke ist ganz nice“, sagte sie und warf ihm einen fragenden Blick zu, bevor sie die von ihr ergatterten und auf den Tisch abgelegten Turnschuhe vor fremden Übergriffen bewahrte: „Das sind ab sofort meine.“

Was man sich erstritten hatte, musste man gut festhalten – so wie die etwa 18-Jährige, die zunächst unschlüssig einen Anzug hochhielt. Anlass für einen Dialog mit ihrer Mutter: „Wann ziehe ich sowas an?“ „Zum ersten Vorstellungsgespräch?“ An dieser Stelle mischte sich die Freundin ein: „Oder zum Fasching?“ Das überzeugte – und der Zweiteiler wanderte zurück an die Stange.

Die Suche ging weiter. Auch Gisela Schmid wurde fündig. Strahlend deutete sie auf zwei Modeketten und freute sich: „Das ist das ideale Geburtstagsgeschenk für meine Mutter.“ Vier Generationen hatten ihren Kleiderschrank geplündert und wühlten synchron durch die Auslage. Helga Nicolas-Wilde brachte elf Tauschobjekte mit und fand drei – so die 71-Jährige – „altersgerechte“ Handtaschen. Über den Arm trug sie ein altersgerechtes Kleid und eine Weste – ein abgelegtes Stück von der zufällig danebenstehenden 16-jährigen Sidonic.

Jeder fand irgendwas. Auch Roswitha Schwimmer trug neue Teilchen zur Jeton-Kasse. Grinsend zuckte die Grüne mit den Schultern. „Die Hemmschwelle ist gering und im Übrigen ist das hier ökologisch vorbildlich.“ Und ein Treffpunkt für Jung und Alt, die bis 23 Uhr bei einem Glas Wein zusammensaßen. „Wir werden das auf jeden Fall wiederholen“, so Graser. „Vielleicht sogar schon im Frühjahr.“ Und die übriggebliebenen Stücke gehen auch dann wieder an eine Tafel. mk

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