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Rund 80 Weßlinger, Hochstadter und Oberpfaffenhofener hatten Anfang August bereits  gegen die Pläne des Abfallwirtschaftsverbandes für ein Dienstleistungszentrum auf Gebiet der Gemeinde Gauting direkt an der Grenze zu Hochstadt demonstriert.

Umladestation

Demo in der Tiefenbrunner Rinne

Bund Naturschutz, die Bürgerinitiative und die Gemeinde Weßling rufen zu einer Demonstration gegen die Awista-Pläne bei Hochstadt auf. Es geht um ein Dienstleistungszentrum mit Umladestation.

Weßling „Wir rufen auf zum Widerstand gegen die Planung des AWISTA in der Tiefenbrunner Rinne.“ Bund Naturschutz und die „Interessengemeinschaft Hochstadt“ forderten Mitglieder und Bürger bei einem Treffen am Montag auf, an einer Protestkundgebung am Donnerstag in Hochstadt teilzunehmen. „Bitte kommt in Massen“, heißt es auf einem Flugblatt.

Das Entsetzen war groß, als bekannt wurde, dass der AWISTA ein Dienstleistungszentrum mit Umladestation zwischen Hochstadt und Oberbrunn bauen will. „Alle Nachteile gehen zulasten der Hochstadter Bevölkerung. Das kann nicht Sinn der Sache sein“, sagte Michael Sturm von der „Interessengemeinschaft Hochstadt“ und warb am Montag für die Alternative, auf die man sich schon Anfang August im Gemeinderat geeinigt hatte (wir berichteten. Der einst von AWISTA favorisierte, von Weßling jedoch zu der Zeit abgelehnte Standort entlang der Autobahn München-Lindau soll angesichts neuer Fakten wieder in die Standortüberlegungen mit aufgenommen werden.

Interessengemeinschaft: „Wir sind nicht einfach dagegen“

Seit zehn Jahren ist der AWISTA auf der Suche nach einem geeigneten Standort, an dem auch Verwaltung und ein Sozialkaufhaus ihren Sitz haben sollen, und landete an der Autobahn. Weßling lehnte dies ab. Der AWISTA suchte weiter und stieß dabei auf die Fläche zwischen Hochstadt und Oberbrunn, die auf Gautinger Flur liegt. Der Gautinger Bauausschuss hat die Pläne abgesegnet.

„Diese vier Hektar große Fläche liegt etwa zwei Kilometer von Oberbrunn, sechs Kilometer von Gauting und nur 600 Meter von Hochstadt entfernt“, wiederholte Michael Sturm von der „Interessengemeinschaft Hochstadt“ am Montag. Da sich die Fläche zudem im Wasserschutzgebiet Zone III B befinde, sorge man sich auch um das Trinkwasser. „Wir sind nicht einfach dagegen, sondern schlagen eine Alternative vor, die aus unserer Sicht jetzt weit besser geeignet ist“, ergänzte Weßling Bürgermeister Michael Muther, der zu dem Ortstermin am Donnerstag auch den Landrat als AWISTA-Vorsitzenden, Gautings Gemeinderat und den Kreistag eingeladen hat.

Flugblätter wurden bereits verteilt

„Unser Hauptargument gegen diesen Standort war vor drei Jahren der zusätzlich zu erwartende Verkehr durch die betroffenen Ortschaften. Mittlerweile gibt es die Umgehungsstraße. Außerdem wird in der Nachbargemeinde Gilching derzeit eine Umfahrung gebaut“, erklärte Muther Weßlings Rolle rückwärts. Der Verkehr würde sich also ausschließlich auf die Autobahn beziehungsweise die Umgehungsstraßen konzentrieren. Der Beschluss wurde in einer Sondersitzung kürzlich bereits aufgehoben.

„Auch mit den Umfahrungen erstickt unser Dorf im Verkehr, deshalb müssen wir alle daran setzen, dass wir nicht auch noch einen Mülltourismus durch Hochstadt bekommen“, mahnte Mitinitiatorin Dr. Gerhild Schenk-Heuck.

Der Ortstermin am Donnerstag steht unter dem Titel „Wir rufen zum Widerstand gegen die Planung des AWISTA in der Tiefenbrunner Rinne“. Der Protest findet auf dem aktuell vorgesehenen Gelände zwischen Hochstadt und Oberbrunn statt. Beginn ist um 19 Uhr. Flugblätter dazu wurden bereits an alle Haushalte in Hochstadt verteilt. Nähere Infos gibt es außerdem unter www.gemeinde-wessling.de.

Von Uli Singer

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