Mitarbeiter der Ruag Aerospace Services GmbH.
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Unter neuem Namen schrauben ab sofort die bisherigen Mitarbeiter der Ruag Aerospace Services GmbH an den Do-228-Modellen am Sonderflughafen in Oberpfaffenhofen.

Unbemannte Flugzeuge als eines der großen Ziele

„Der perfekte Standort“: General Atomics Europe übernimmt Ruag-Abteilung in Oberpfaffenhofen

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Nun ist es offiziell: Das Unternehmen General Atomics Europe hat gestern in einer Video-Konferenz die Übernahme von Ruag Aerospace Services am Sonderflughafen in Oberpfaffenhofen verkündet. Die 419 Mitarbeiter bleiben an Bord.

Oberpfaffenhofen – Als Roland Weigert gestern Vormittag seine Zuhörer begrüßte, entschied er sich für die in diesem Fall zumindest etwas ungewöhnliche Ansprache „Guten Morgen, liebe Festtagsgemeinde“. Doch tat er das nicht ohne Grund. Denn auch wenn es sich nicht um einen runden Geburtstag oder eine Hochzeit handelte – der Staatssekretär des Bayerischen Ministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hatte etwas zu feiern. Gemeinsam mit Harald Robl, dem Geschäftsführer der General Atomics Europe (GA) GmbH, verkündete er in einer Online-Videokonferenz die offizielle Übernahme dessen Firma von Teilen der Ruag International AG am Sonderflughafen in Oberpfaffenhofen.

Wie bereits Mitte Oktober berichtet, kauft General Atomics Europe die Ruag Aerospace Services GmbH komplett auf. Mit diesem Deal erweitert das Unternehmen mit Hauptsitz in Dresden sein Produkt- und Leistungsportfolio um die Bereiche Wartung und Instandsetzung von Geschäftsflugzeugen und militärischen Helikoptern. Insbesondere geht es General Atomics Europe dabei um die Produktion und Wartung des Flugzeugmodells Dornier 228. Die bisherige Muttergesellschaft der Ruag Aerospace Services GmbH, die schweizerische Technologiegruppe Ruag International, bleibt in Oberpfaffenhofen weiterhin fest verankert. Sie konzentriert sich fortan allerdings auf ihre Aktivitäten im Flugzeugstrukturbau. Die neue Tochter der Genearal Atomics Europe GmbH wird künftig unter dem Namen General Atomics Aerotec Systems GmbH firmieren.

Neues Unternehmen will sowohl bemannte als auch unbemannte Luftfahrt im zivilen und im militärischen Bereich ermöglichen

In den Augen von GA-Geschäftsführer Harald Robl kommt die Übernahme in Oberpfaffenhofen einem kleinen Meilenstein gleich. „Für uns ist das heute ein bedeutender Schritt zur Stärkung unserer internationalen Luftfahrtkompetenzen“, betonte der gebürtige Münchner. Er wolle in Zukunft sowohl bemannte als auch unbemannte Luftfahrt im zivilen und im militärischen Bereich ermöglichen. „Und dafür ist Oberpfaffenhofen mit all seiner Historie und technischem Know-How der perfekte Standort.“

Geschäftsführer Harald Robl hat mit seinem Unternehmen General Atomics Europe, das seinen Hauptsitz in Dresden hat, die Tochtergesellschaft von Ruag International aufgekauft.

Die 419 bisherigen Mitarbeiter von Ruag Aerospace Services werden laut Robl allesamt übernommen. „Wir wollen den Weg gemeinsam gehen“, unterstrich er. Ganz zur Freude von Staatssekretär Weigert. Es sei äußerst erfreulich, dass eine solche Vielzahl an „Hightech-Arbeitsplätzen“ dem Freistaat erhalten bleibe. Der Arbeitsplatz der Angestellten könnte sich jedoch schon bald ein wenig verändern. Robl plant schnellstmöglich das Hangarvolumen zu erweitern und das Gelände zu modernisieren. Sein Credo: „Wir wollen perspektivisch wachsen.“

In rund zweieinhalb Jahren könnten die ersten unbemannten Do-228-Modelle in die Lüfte steigen

Zum Abschluss gewährte Robl noch einen Blick in seine Idealvorstellung der Zukunft. In rund zweieinhalb Jahren, sinnierte der Geschäftsführer, könnten ihm zufolge womöglich bereits die ersten unbemannten Do-228-Modelle am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen in die Lüfte steigen. Der Pilot würde das Flugzeug vom Boden aus steuern, das Cockpit bliebe menschenleer. „Das wäre eine Riesensache.“ Und ganz sicher eine Möglichkeit für Staatssekretär Weigert, den nächsten Festtag am Sonderflughafen einzuläuten.

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