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Taschen aus gebrauchten Segeln: Lena Ohlen kam damit gut durch den Corona-Sommer

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Verschiedene Stoffe und bunte Motive: Lena Ohlen stellt in ihrem Werkraum in Weßling Taschen, T-Shirts, Pullover, Jacken und Dirndl mit See-Motiven her.
Verschiedene Stoffe und bunte Motive: Lena Ohlen stellt in ihrem Werkraum in Weßling Taschen, T-Shirts, Pullover, Jacken und Dirndl mit See-Motiven her. © Andrea Jaksch

Lena Ohlen (45) näht Dirndl und Jacken, bedruckt T-Shirts und stellt Taschen aus Stoff und gebrauchten Segeln her. Die fünf Seen im Landkreis Starnberg spielen dabei eine große Rolle. Im Sommer hat sie in der Oberen Seefeldstraße 26 in Weßling den Werkraum „Maibag“ eröffnet. Die Corona-Zeit seitdem hat sie gut überstanden.

Weßling – Die Idee der „Maibags“ – strapazierfähige Tragetaschen, die auch auf dem Rücken getragen werden können – entstand im Mai vor 17 Jahren nach einem Segeltag mit einer Studienfreundin auf dem Ammersee. Schade, dass so gutes Material wie die Segel nach seinem ereignisreichen Leben einfach entsorgt wird, fanden die Industriedesignerinnen – und beschlossen, das Tuch in neuem Design wiederzubeleben. Denn das Material hat für sie viele Vorzüge: „Es wiegt fast nichts, hält viel aus und ist obendrein wasserunempfindlich“, zählt Lena Ohlen auf. Ideal also, um daraus „unkaputtbare“ Tragetaschen herzustellen und diese auf Wunsch mit Zahlen, Buchstaben oder Motiven zu versehen.

Die Verarbeitung sei allerdings eine sperrige Angelegenheit sagt sie. Es braucht eine spezielle Nähmaschine, um das knittrige, feste Material zu verarbeiten. Aber im Studium habe sie gelernt, handwerklich tätig zu sein und Dinge anzugehen, sagt die 45-Jährige. Sie arbeitete in einer Schreinerei, schmolz Metall und stellte daraus Ringe her – warum also nicht auch nähen? Ihre Freundin brachte reichlich Erfahrung mit. Und Lena Ohlen machte sich die Fertigkeit im Laufe der Zeit zu eigen.

Segeltuchtaschen, Kinder-Bio-Kleider und Shirts mit Seeungeheuer

Das kam ihr nach der Geburt des ersten Kindes vor bald 15 Jahren auf der Suche nach Bio-Kleidung zugute. Weil es nur wenig gab, nähte sie einfach selbst welche. Für die heute 13-jährige Tochter entwarf sie „nicht zu trachtige Dirndl“, hinzu kamen Jacken aus zu Walkstoffen verarbeiteter Merinowolle. Walkstoffe sind Stoffe, die solange gedrückt, geschoben, gepresst und geknetet werden, bis daraus eine Art dicker Filz entsteht. Als der Jüngste drei Jahre alt war, beschloss die Mutter von drei Söhnen und einer Tochter, den Laden in der Nähe des Weßlinger Sees zu eröffnen.

Segeltuchtaschen und Kinder-Bio-Kleider finden die Kunden dort genauso wie T-Shirts und Kapuzenpullis, auf denen das Seeungeheuer „Wessli“ des verstorbenen Künstlers Manfred Schneider sein Unwesen treibt. Und Ohlen entwickelt Druckmuster. Modell steht ihr der Landkreis mit seinen fünf Seen. Der herzförmige Weßlinger See ist immer mit dabei und fand auf T-Shirts für 19 Euro im heuer coronabedingt belebten Sommer großen Anklang.

Als Weihnachtsgeschenk hat Lena Ohlen noch Filzauflagen für die Hocker eines lokalen Schreiners konzipiert. Nach wie vor beliebt seien die „Maibags“, für deren Herstellung sie immer ausgemusterte Segel suche. Mehr Infos gibt es unter z 0151 /58 15 91 01 oder im Internet unter www.maibag.de.

Michèle Kirner

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