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Diese Aufnahme entstand mit versteckter Kamera.

Fall bei „akte 20.18“ zu sehen

Illegale Drogen-Therapie: Journalistin schleuste sich ein - und löste Razzia aus 

Eine „akte 20.18“-Reporterin schleuste sich in Weßling in ein Psycholyse-Seminar ein. Kurze Zeit später ließ sie mit Hilfe der alarmierten Polizei die illegale Drogen-Therapie auffliegen.

Weßling - Eine Journalistin von Sat.1 hat den Stein ins Rollen gebracht. Mit versteckter Kamera schleuste sie sich in ein sogenanntes Psycholyse-Seminar im oberbayerischen Weßling (Kreis Starnberg) ein. Knapp zwei Stunden später alarmierte sie die Polizei, im Keller des „Hauses der reinen Seele“ sollten Drogen genommen werden. 

Die Frau, die für das Sat.1-Magazin „akte 20.18“ recherchierte, hatte das Vorgehen mit den Ermittlern genau abgesprochen, wie ein Sprecher der Polizei betonte. Draußen warteten 50 Beamte auf ihr Signal, stürmten daraufhin die Seminarräume und nahmen den 81-jährigen Leiter aus Berlin vorübergehend fest. Die Ermittler stellten 500 Kapseln Amphetamine sicher. Zudem 35 Milliliter klare Flüssigkeit, die laut Sprecher derzeit beim Landeskriminalamt untersucht werden.

Der Vorfall in Weßling sei in der bayerischen Kriminalgeschichte bisher einmalig, so der Polizeisprecher. Er ereignete sich am 10. November des vergangenen Jahres, auch merkur.de berichtete über den riesigen Drogenfund.

„akte 20.18“ berichtet ausführlich über den Fall

Am Dienstag (22.20 Uhr) wird der Magazinbeitrag auf Sat.1 ausgestrahlt. Hier will die Sendung über die Hintergründe der investigativen Recherche berichten. Ehemalige Psycholyse-Anhänger sollen außerdem über ihre Erfahrungen berichten. 

Wahnvorstellungen, Krämpfe und Herzrasen

Gegen den Seminarleiter wird mittlerweile wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Bestimmt waren die Drogen für 14 Teilnehmer. Die Reporterin war nach eigenen Angaben von einem Psychiater an den 81 Jahre alten Leiter vermittelt worden, nachdem sie sich als labile Persönlichkeit mit ausgeprägten Depressionen ausgegeben hatte. 

Psycholyse ist eine höchst umstrittene Form der Psychotherapie, bei der bewusstseinsverändernde Substanzen genutzt werden. Vor rund zwei Jahren hatte ein Fall aus Handeloh bei Hamburg für Schlagzeilen gesorgt. Alle 27 Teilnehmer kamen mit Wahnvorstellungen, Krämpfen und Herzrasen ins Krankenhaus. 

dpa/red

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