Diese Drogen und dazu gehörenden Utensilien stellte die Polizei bei dem 25-Jährigen aus Gilching sicher: Links sind die Plomben zu sehen, die er am Körper trug. Den Rest fanden die Beamten in der Wohnung: einen Vaporizer, eine Mühle, eine Tüte „Azteken-Salbei“ (obere Reihe), Nährboden für Pilze sowie eine Tüte mit Resten einer Marihuana-Pflanze (untere Reihe).
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Diese Drogen und dazu gehörenden Utensilien stellte die Polizei bei dem 25-Jährigen aus Gilching sicher: Links sind die Plomben zu sehen, die er am Körper trug. Den Rest fanden die Beamten in der Wohnung: einen Vaporizer, eine Mühle, eine Tüte „Azteken-Salbei“ (obere Reihe), Nährboden für Pilze sowie eine Tüte mit Resten einer Marihuana-Pflanze (untere Reihe).

Herrschinger Beamte stoppen 25-Jährigen

Polizei nimmt mutmaßlichen Drogenhändler am Weßlinger See fest - ein Zufall hilft ihr dabei

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Zivilbeamte der Herrschinger Polizei haben am Freitag am Weßlinger See einen mutmaßlichen Drogenhändler ertappt. Dessen Flucht war schnell beendet – auch dank eines Zufalls. Am Körper trug der 25-Jährige mehrere Drogenpäckchen, zu Hause wurden die Beamten ebenfalls fündig.

Weßling – Sie verhielten sich ganz unauffällig. So unauffällig, dass es schon wieder auffällig war. Jedenfalls fielen die beiden jungen Männer einer Zivilstreifen der Herrschinger Polizei auf, als sie sich am Freitag gegen 15.45 Uhr in der Nähe des Kiosks Wasserberghäusl am Weßlinger See herumtrieben. Ihr geschultes Auge sollte die Polizisten nicht täuschen. „Als die beiden Beamten sich den Personen näherten, brauchte es wahrlich keinen Drogenspürhund, um den starken Marihuanageruch wahrnehmen zu können“, berichtete Herrschings stellvertretender Inspektionsleiter Kevin Perleberg am Montag.

Bei den Männern handelte es sich um einen 25-Jährigen aus Gilching und einen 18-Jährigen aus Weßling. Noch während der Personenkontrolle ergriff der Ältere auf einmal die Flucht und rannte auf dem Seeuferweg davon. Weit sollte er aber nicht kommen. Denn genau zur selben Zeit unternahm ein weiterer Mann einen Spaziergang am See – und als der die Rufe „Halt, Polizei“ hörte, reagierte er blitzschnell. Als der 25-Jährige an ihm vorbeilaufen wollte, hielt er ihn mit einem gekonnten Griff fest. Kein Wunder: Der Mann ist Polizeibeamter beim Polizeipräsidium in München und dort auch mit Rauschgiftkriminalität befasst. Er war privat unterwegs und unterstützte nun die Kollegen. Die Flucht des Verdächtigen war somit nach wenigen hundert Metern noch am Ufer zu Ende.

Gilchinger wollte die Drogen wohl weiterverkaufen

Bei der nun fortgesetzten Durchsuchung des Gilchingers wurden die Polizisten fündig. Am Körper hatte der Mann zehn Plomben versteckt – gefüllt mit Marihuana, umwickelt mit Klarsichtfolie und Gummibändern und mit Klebebändern an der Haut befestigt. Die Drogen haben ein Gesamtgewicht von rund 15 Gramm. „Es wird nach derzeitigem Erkenntnisstand davon ausgegangen, dass der 25-Jährige diese Drogen weiterverkaufen wollte“, erklärt Perleberg.

Anschließend durchsuchte die Polizei auch die Wohnung des Mannes in Gilching – und auch das mit deutlichem Ergebnis. Die Beamten fanden unter anderem einen sogenannten Vaporizer, mit dem Marihuana verdampft und inhaliert werden kann. Auch einen sogenannten Crusher, eine Mühle zum Zerkleinern von Marihuana, hatte der 25-Jährige zu Hause.

In einem Zip-Beutel entdeckten die Fahnder Salvia, auch Atzeken-Salbei genannt. Dabei handelt es sich um eine Pflanze, die nach Angaben Perlebergs dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt und von daher als illegales Betäubungsmittel gilt. In einem weiteren Plastikbeutel fand die Polizei Reste einer Marihuanapflanze. In einer Plastikdose befand sich zudem ein Nährboden zum Anbau von Pilzen.

Strafverfahren wegen illegalen Handels mit Betäubungsmitteln

Dem 25-Jährigen droht nach Angaben Perlebergs nun ein Strafverfahren wegen illegalen Handels mit Betäubungsmitteln. Ausfällig oder gar gewalttätig gegenüber der Polizei wurde er übrigens nicht. Es habe keine Widerstandshandlungen gegeben, sagt der Polizeihauptkommissar im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Der 18 Jahre alte Mann aus Weßling ließ die Kontrolle im Gegensatz zu seinem Spezl problemlos über sich ergehen. Er hatte offenbar ein reines Gewissen. Bei ihm seien keine Drogen oder Drogenrückstände gefunden worden, erklärt Perleberg. Daraufhin sei er ganz normal entlassen worden. Weil bei ihm nichts festgestellt worden sei, habe es auch keine Wohnungsdurchsuchung gegeben.

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