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Ein Kriminalfall rund um die Petition

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Beim Spaziergang am Weßlinger See kommen Kinderbuchautorin Anja Janotta die besten Ideen.
Beim Spaziergang am Weßlinger See kommen Kinderbuchautorin Anja Janotta die besten Ideen. © Michèle Kirner

„Ich freue mich auf den zweiten Band der Isar-Detektive.“ Mit diesem Satz beendete CSU-Landtagspräsidentin Ilse Aigner Ende Februar den Geburtstagsbrief an Anja Janotta (51) – und gab damit den Startschuss für Band zwei des Landtagskrimis für Jugendliche. In „Verdacht im Tierheim“ bereitet die Weßlinger Autorin den Begriff „Petitionen“ kindgerecht auf.

Weßling - Auch diesmal ist die Veröffentlichung eine Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Landtag und dem Oetinger Verlag. Illustrator war Stefan Leuchtenberg (40), der in Herrsching und Hechendorf aufgewachsen ist und in Augsburg lebt. Zielgruppe sind Teenager, denen die jugendlichen Meisterdetektive Elias, Flo, Balu und Matti vergnüglich die Politik im Landtag näherbringen. Nachdem die zweifache Mutter Janotta im ersten Band die Arbeit des Plenums skizzierte, sollte sie jetzt den Vorgang einer Petition in eine unterhaltsame Geschichte verpacken.

Die Geschichte bringt der ausgesetzte Jack-Russel, den Landtagspräsidentin und Großtante Elisabeth Kölbl bei Flo und Elias vorbeibringt, schwungvoll in Gang. „Ist doch klar, dass wir ermitteln“, sagt Flo, und unverzüglich begeben sich die Nachwuchsschnüffler auf die Fährte des Besitzers des temperamentvollen Hündchens. Dabei stoßen sie auf ein Tierheim, das geschlossen werden soll, - und auf Saskia, die Tochter des Betreibers, die Betrug wittert und in die sich Elias Hals über Kopf verliebt. Sie ist die Neue im Bunde und jemand, „die man einfach mögen muss“, erklärt Janotta. Die anderen Charaktere hatte sie schon parat, denn die vier Freunde hatte sie schon im Vorgängerband „Falscher Alarm“ in ein Abenteuer verwickelt. Etwa Metti aus Landshut, die eng mit den Geschwistern Elias und Flo befreundet ist. Der vierte im Bunde heißt Balu.

Der Auftrag an die vier Spürnasen: Sie sollen das vor der Pleite stehende Tierheim mit einer Petition retten. „Ein trockenes Thema“, gesteht Janotta. Damit sie nicht Gefahr lief, in dröge Erklärungen abzurutschen, setzte sie ihre vorlauten Helden gekonnt an den kritischen Stellen in Szene. Etwa Balu, der nur mit einem Ohr zuhört und verwirrt nachfragt, wie man mit Petersilie das Tierheim retten könne. „Petentin! Mensch, hör mal gescheit zu!“, rügt ihn Flo im Buch, nachdem sie ihm den Ellenbogen in die Rippen gerammt hat. Der Gedanke zu dem Plot kam Janotta auf einem Spaziergang um den Weßlinger See. „In dieser schönen Kulisse habe ich die besten Ideen“, sagt die 51-Jährige.

Dort fiel ihr beispielsweise der fiese Gegenspieler ein, der den fünf Jugendlichen heftig in die Quere kommt. Und erneut lobt die studierte Journalistin die unkomplizierte, kreative Zusammenarbeit mit der „echten“ Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Die Politikerin begleitet die Autorin teilweise sogar auf Lesungen – im Rahmen dessen der Nachwuchs nach der Buchpräsentation munter drauflos fragt. „Wie kommen Sie auf die Idee Ihrer Geschichten?“, wollte einmal ein Mädchen wissen oder „Warum sind Sie Schriftstellerin geworden?“. Die Landtagspräsidentin löcherten die Grundschüler mit „Wie viel verdienen Sie?“ oder „Müssen Politiker viel arbeiten?“ Im Gegenzug sollen die Heranwachsenden verraten, wofür sie eine Petition einsetzen würden. Einige wollten damit Kurzstreckenflüge verbieten, andere könnten sich die Schule im Freibad vorstellen. Oder sie träumten von gesetzlich verordneten Süßigkeiten, die nichts kosten. „Der Jugendkrimi verkauft sich gut“, sagt Janotta. Und Band III hat Ilse Aigner auch schon angekündigt.

„Verdacht im Tierheim“

ist im Verlag Friedrich Oetinger erschienen und für 8 Euro im Handel erhältlich. Das Buch kostet 8 Euro. Klassensätze sind kostenlos und können beim Bayerischen Landtag bestellt werden.

Michèle Kirner

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