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Achtung, Mine: Das Radarsuchgerät des DLR passt auf einen LKW und erkennt alles, was sich im Boden befindet und gefährlich ist. 

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Mehr Minen finden in weniger Zeit

Oberpfaffenhofen - Kriege hinterlassen Elend und Zerstörung - und vermintes Gelände. Das DLR hat ein Radargerät entwickelt, dass die gefährlichen Sprengkörper findet. 

Alle 20 bis 30 Minuten tritt irgendwo auf der Welt ein Mensch auf eine Landmine. Oft trifft es spielende Kinder. Mehr als 100 Millionen Minen sind Schätzungen zufolge weltweit vergraben, weitere 200 bis 250 Millionen Stück werden in Militärdepots vermutet. Täglich werden etwa zehn Menschen weltweit durch Landminen oder andere Sprengkörper getötet. Im Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen haben Wissenschaftler ein Bodenradar entwickelt, der die Entdeckung von Minen erheblich erleichtern soll: „Tiramisar“ nennt sich das Gerät. 

Die Dunkelziffer der noch vergrabenen Blindgänger ist sehr hoch. Wie soll da der Wiederaufbau eines Landes funktionieren, wie sollen die Menschen in ihrer Heimat zurückkehren können? Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass „Tiramisar“ dabei eine große Hilfe sein kann. Innerhalb weniger Minuten sollen Einsatzkräfte damit Areale von bis zu 100 Quadratmetern untersuchen können – bisher waren in dieser Zeit nur wenige Quadratmeter möglich. Mit Suchhunden und Metalldetektoren kämpften sich die Einsatzteams Meter für Meter vor. Bodenbeschaffenheit, Bodenfeuchte und auch Materialeigenschaften der Minen erschwerten das Ergebnis dabei oft erheblich.

 Das neue Radarsystem ist laut DLR so aufgebaut, dass es auf der Ladefläche eines Kleinlasters Platz hat. Es ist mit mehreren Sende- und Empfangsantennen ausgestattet. Die Antennen arbeiten im Ultrahochfrequenz-Bereich zwischen 55 Megahertz und drei Gigahertz und sind seitwärts schräg nach unten gen Boden gerichtet. Die Einsatzkräfte können sich so mit dem Fahrzeug auf sicherem Terrain bewegen, während das Radar ein nahegelegenes Gebiet absucht. Jedes Objekt reflektiert Radarsignale in unterschiedlicher Intensität. Alle während der Fahrt aufgenommenen Radarechos verarbeitet "Tiramisar" mithilfe ausgeklügelter Algorithmen zu sogenannten Intensitätskarten. Auf diesen ist dann sichtbar, was sich unter der Oberfläche verbirgt.

Entwickelt wurde „Tiramisar“ im Rahmen des Projekts Tiramisu (Toolbox Implementation for Removal of Anti-personnel Mines, Submunitions and Unexploded Ordnance). Die Leistungsfähigkeit von "Tiramisar" testeten die Wissenschaftler zuletzt im September auf dem Testgelände einer belgischen Minenräumeinheit in Meerdael. Die laut DLR „hervorragenden“ Ergebnisse präsentierte das DLR in diesem Frühjahr beim Projektabschluss-Meeting vor den Verantwortlichen der Europäischen Union in Brüssel.

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