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Die X900 bekommt unter Umständen bald eine Schwesterlinie, die bis zur U-Bahn nach Großhadern fährt. 

Personennahverkehr

„Die S-Bahn auf Reifen“

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Der Starnberger Kreisausschuss hat am Montag den Weg frei gemacht für eine schnelle Expressbus-Verbindung von Weßling nach Großhadern.

Landkreis – Der Landkreis soll mit der X910 eine weitere Expressbuslinie bekommen. Sie soll künftig zwischen Weßling und Großhadern verkehren. Kreis- und Umweltausschuss des Kreistags gaben dem Vorhaben gestern grünes Licht.

Noch im vergangenen Jahr war der Vorschlag im Kreistag abgeschmettert worden. Zu teuer sei das Ganze, die Erfolgsaussichten kaum kalkulierbar, hatte es damals geheißen. Davon war gestern dann keine Rede mehr.

Die Linie, die von Weßling über Oberpfaffenhofen, Gilching, Gauting und Neuried bis nach Großhadern führen soll, wird insbesondere von den Unternehmen in diesem Bereich vehement gefordert. Deren Mitarbeiter seien dringend auf die schnelle und direkte Anbindung an die U-Bahn angewiesen, schrieben gleich mehrere Firmenchefs an den Landkreis. Etliche Firmenvertreter waren auch bei der gestrigen Sitzung anwesend.

Die Verkehrsplanerin des Landkreises, Susanne Münster, hielt denn auch ein flammendes Plädoyer auf die Expressbuslinie. Eine „S-Bahn auf Reifen“, sei sie, eine „direkte Anbindung von Inning und der Ammersee-Region an die U-Bahn in München.“ Auch die Finanzierung gestalte sich jetzt deutlich entspannter als im vergangenen Jahr befürchtet.

Münster rechnete vor: „Ursprünglich hat der Kreistag für das bereits beschlossene Westbündel, mit dem zahlreiche Buslinien Ende 2017 neu geregelt werden, einen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro pro Jahr beschlossen.“ Die Ausschreibung des Westbündels habe nun ergeben, dass tatsächlich nur rund 1,14 Millionen Euro pro Jahr zugeschossen werden müssen. Die Differenz von 380 000 Euro würde fast genau den Zuschussbedarf der Expressbuslinie ausmachen.

Der Landkreis Starnberg würde 70 Prozent des Zuschussbedarfs übernehmen, den Rest müssten die Gemeinden tragen. Und genau da zeichnet sich jetzt immenser Ärger ab. Denn Michael Muther, Bürgermeister von Weßling, lehnt den Expressbus rundweg ab. „Früher hat Dornier die Busse, die Mitarbeiter transportieren, selbst bezahlt. Ich sehe nicht ein, dass die Öffentlichkeit und meine Gemeinde jetzt eine Linie finanzieren sollen, von der zuallererst die Unternehmen profitieren“, sagte er.

Die Unternehmer werden sich nach bisherigem Stand nicht an den nötigen Kosten beteiligen. Das stieß so einigen Kreisräten sauer auf. Dennoch stimmten sie am Ende mehrheitlich für die Einführung. Der Antrag der Grünen, die Linie wie ursprünglich geplant prinzipiell im Halbstundenrhythmus fahren zu lassen, wurde abgeschmettert. Das hätte noch einmal Mehrkosten von rund 130 000 Euro bedeutet. Nun fahren die Busse morgens und abends alle 30 Minuten, tagsüber allerdings nur im Einstundentakt. Die Gemeinden müssen noch zustimmen.

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