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Die HALO auf Kurs: In diesen Wochen ist das Forschungsflugzeug des DLR über ganz Europa unterwegs. 

Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Forschungsflieger HALO im Tiefflug unterwegs

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Das Forschungsflugzeug HALO des DLR ist bis 30. Juli kreuz und quer über Europas Metropolen unterwegs und misst Emissionen.

Oberpfaffenhofen – In diesen Tagen sieht man sie wieder fliegen, die HALO, das Forschungsflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen. Dabei ist sie ausnahmsweise auch in tieferen Sphären unterwegs: Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts untersuchen die Wissenschaftler an Bord der HALO die Emissionen großer Städte, und das zum Teil in nur 1000 Meter Höhe.

Bei bestimmten Wetterlagen können sich Partikel und gasförmige Schadstoffe mit dem Wind oft bis über 1000 Kilometer hinweg verbreiten. Noch bis zum 30. Juli untersucht das DLR daher Ausbreitung und Umwandlung der Emissionen von London, Rom, dem Ruhrgebiet und anderen europäischen Ballungsräumen. Ziel ist, Ausmaß und Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Erdatmosphäre besser zu verstehen und vorhersagen zu können.

„Insgesamt 52 Flugstunden sind für die die Flüge bis Ende Juli geplant“, kündigt der Leiter des Projekts, Professor John P. Burrows vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen an. Die HALO ist mit insgesamt 20 Instrumenten ausgestattet, um die verschiedenen Gas- und Partikelemissionen zu erfassen. „Wir wollen im Detail nachvollziehen, wie sich die Emissionen in der Atmosphäre bei unterschiedlichen Wetterlagen ausbreiten und herausfinden, welche Umwandlungen in sekundäre Photooxidantien und Aerosolpartikel stattfinden“, erklärt Dr. Hans Schlager vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen. „Beispielsweise untersuchen wir die Bildung von Ozon aus Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen, Partikeln aus Schwefeldioxid und organischen Vorläuferverbindungen.“

Die HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) startet jeweils von ihrem Heimathafen in Oberpfaffenhofen aus. „Damit die Forscher ein genaues Bild bekommen, fliegt HALO gestaffelt zunächst in rund 1000 Meter Höhe, um dann schrittweise erst in drei und dann in fünf Kilometer aufzusteigen“, sagt Frank Probst von der DLR-Einrichtung Flugexperimente. In Städten wie London oder einem Ballungszentrum wie dem Ruhrgebiet bedarf dies einer umfangreichen Planung und Abstimmung mit der Flugsicherung vor Ort, da sich die Piloten in sehr eng besetzten Lufträumen bewegen. Zudem können die Flüge nur stattfinden, wenn keine Wolke am Himmel ist.

Dabei sind vor allem die Tiefflüge nicht ohne. „Bei ihnen sind wir neben einer engen Abstimmung mit der Flugsicherung auf den Sichtflug angewiesen“, erklärt Forschungspilot Dr. Marc Puskeiler. „In dieser Höhe gibt es viele Kleinflugzeuge und Hubschrauber, auf die wir achten müssen.“

Insgesamt sind etwa sechs HALO-Messflüge kreuz und quer über Europas Metropolen geplant. Das Projekt mit der Abkürzung EMeRGe (Effect of Megacities on the transport and transformation of pollutants on the Regional and Global scales) wird mit rund sechs Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und dem DLR finanziert.

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