Das Bauprojekt an der Hauptstraße in Weßling nimmt langsam Gestalt an. Nur ein Gastronom ist noch nicht gefunden.
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Das Bauprojekt an der Hauptstraße in Weßling nimmt langsam Gestalt an. Nur ein Gastronom ist noch nicht gefunden.

Für Wohnungen und Geschäfte an Weßlinger Hauptstraße stehen die Interessenten Schlange

Gastronomie bleibt Sorgenkind

Im Herzen Weßlings an der Hauptstraße einen Espresso genießen – ein Bild, das sich ab Herbst vor den Wohn- und Geschäftshäusern abspielen könnte, die sich dort gerade im Rohbau befinden. „Eine optisch ansprechende Blaupause für die ganze Hauptstraße“, nannte Bürgermeister Michael Sturm im Gespräch mit dem Starnberger Merkur das Projekt auf dem ehemaligen Areal des Gasthofs zur Post.

Weßling - Der Außenbereich wird allerdings ein Provisorium, bis die Gestaltung entlang der Hauptstraße abgeschlossen ist. Auch hat das Projekt mit Lieferverzögerungen beim Baumaterial zu kämpfen.

Langsam kann man sich etwas unter den Baukörpern vorstellen, die an der Hauptstraße in den Himmel wachsen. Die Architektur ist an die Ideen angelehnt, die in der Verwaltung und im Gemeinderat über Jahre entwickelt worden sind. Beispielsweise wurden die Gebäude von der Straße weggerückt, sodass ein gefälliger „Vorplatz mit einer Freischankfläche“ entsteht, erklärt Daniel Boos. Der Architekt des Familienunternehmens Boos überplant und verwaltet den Bereich (wir berichteten).

Sobald „die Gebäude aus der Tiefgarage hinausgewachsen sind“, hätten sich die ersten interessierten Mieter bei ihm gemeldet. Mittlerweile gibt es sogar eine Warteliste für die Mietwohnungen. Endgültig vergeben werden die Einheiten allerdings frühestens im Sommer, „sobald man sich unter den Wohnungen etwas vorstellen kann“, erklärt Boos.

Die anberaumte Fertigstellung im Herbst steht und fällt mit den Baumaterialien. „Auch wir haben ein kräftiges Nachschubproblem“, berichtet Boos. So gäbe es bei den Fenstern bis heute keinen verbindlichen Liefertermin. Auch für die Gewerbeflächen häuften sich die Nachfragen, mit einigen Interessenten stehe er kurz vor der Vertragsunterzeichnung. Ob der von ihm favorisierte Bio-Markt dabei ist, verrät der Architekt nicht.

Ein Sorgenkind ist nach wie vor die Gastronomie, die in dem Gebäudekomplex ebenfalls geplant ist. „Die Branche ist aus den Fugen geraten“, sagt Boos. „Wir hatten nicht eine einzige ernst zu nehmende Anfrage.“ Dasselbe gilt für das Eiscafé, das in der Vorstellung der Planer mit Außensitzgruppen Teil des Vorplatzes werden könnte. Ganz nach dem Erfolgsmodell der einstigen Eisdiele an dieser Stelle, die ein Ehepaar knapp vier Jahrzehnte lang bewirtschaftet hat. Die Fahrzeuge, die nach wie vor unverdrossen durch den Ort rumpeln, scheinen die Gäste ja zuvor nie gestört zu haben. Boos bleibt daher zuversichtlich, passende Pächter für die Gastronomie zu finden, sobald sich die Pandemielage entspannt hat. „Man muss eben etwas Geduld mitbringen“, sagt er. Alles in allem freut er sich über „ein sehr schönes Projekt“ und lobt die Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Die ist gerade dabei, den Architektenwettbewerb für die Straßen- und Platzgestaltung europaweit auszuschreiben. Sturm könnte sich in der finalen Ausführung grüne Inseln und Blumenbeete in den gepflasterten oder geteerten Bereichen vorstellen. Aber bis die Architekten ihre Ideen eingereicht haben und der Favorit gekürt worden ist, wird es voraussichtlich Ende des Jahres, befürchtet Sturm. Bis dahin könnte mit den bezugsfertigen Geschäfts- und Wohnhäusern gegenüber der Mariensäule der erste Stein einer neuen Ortsmitte gelegt worden sein.

Michèle Kirner

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