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Gesucht: Der beste Weg zur Grundschule

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Von: Hanna von Prittwitz

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Warten auf Fichtenholz: Die Betonfundamente der Weßlinger Grundschule stehen, nun fehlt nur noch der Holzbau. Der lässt allerdings wohl bis Mai auf sich warten.
Warten auf Fichtenholz: Die Betonfundamente der Weßlinger Grundschule stehen, nun fehlt nur noch der Holzbau. Der lässt allerdings wohl bis Mai auf sich warten. © Andrea Jaksch

Der zukünftige Schulweg der Weßlinger Grundschulkinder und überhaupt die Verkehrsführung rund um die in Bau befindliche Schule haben es in sich. In einer Sondersitzung diese Woche zerbrachen sich Weßlings Gemeinderäte erneut die Köpfe darüber.

Weßling - Mit Steffen Arnecke hat die Gemeinde zusätzlich einen Schulwegexperten mit ins Boot geholt. Der hatte Überraschendes zu sagen. Die Räte legten immerhin fest, dass die Unterführung am Steinebacher Weg offen bleibt. Auf der Baustelle wird indessen auf das Holz für den Weiterbau gewartet.

Vom Tisch ist bei der Wegeführung eine zusätzliche Abzweigung von der Privatstraße Meilinger Weg auf die Hauptstraße. „Das funktioniert so nicht“, sagte Arnecke. Es sei zu eng und unübersichtlich, abbiegende Fahrzeuge würden mit dem Heck auf die Straße ragen, Busfahrer könnten die Situation mit der parallel verlaufenden Fahrradstraße nicht überblicken. Die Gemeinderäte waren etwas perplex und rangen noch kurz, dann war das Thema erledigt. Florian Zarbo vom Weßlinger Kommunalunternehmen (KUGW) bewertete das am Freitag im Gespräch mit dem Starnberger Merkur positiv. „Das ist gut fürs Budget“, sagte er. Außerdem könne nun auch der Fußgängerweg am Meilinger Weg auf der Ostseite bleiben. Eine weitere Einmündung hätte möglicherweise eine Verlegung auf die Westseite erfordert.

Zu eng und unübersichtlich ist in Arneckes Augen auch die Einmündung zum zukünftigen Grundschulparkplatz mit Kiss&Go-Bereich und Bushaltestelle an der Stelle, an der sich gerade die Baustellenzufahrt befindet. „Der Bus wird auch dort eine extreme Sichteinschränkung haben und blind über die Fahrradstraße fahren.“ Um diese Ausfahrt allerdings kommt die Gemeinde nicht herum, sie muss nur größer gedacht werden.

Am meisten beschäftigte die Räte erneut die Frage, was mit der Unterführung am Steinebacher Weg geschieht. Bürgermeister Michael Sturm befürchtet, dass viele Eltern ihre Kinder nicht etwa zum geplanten Kiss&Go-Bereich südlich der Schule bringen, sondern über die Unterführung an- oder wegfahren und die Kinder in dem Kreuzungsbereich, also nördlich der Schule, aussteigen lassen. Der Kiss&Go-Bereich südlich der Schule sei so gesehen „an der falschen Stelle“, bemerkte Arnecke dazu. Andreas Lechermann (CSU) erreichte mittendrin in der Diskussion dennoch eine Abstimmung über die Unterführung. Mit 12:8 beschloss die Mehrheit, auch in Zukunft die Durchfahrt zu erlauben, was die Planung verkompliziert.

Zarbo sah das gelassen: „Wir wissen de facto nicht, was die Eltern machen.“ Wer am Ende von den 280 Kindern mit dem Bus, dem Rad, dem Roller, zu Fuß komme oder gebracht werde, sei reine Spekulation. Doch es gebe auch Möglichkeiten, die Eltern zu erziehen. Er ist sicher: „Bis April werden wir Lösungen finden, um ausschreiben zu können.“

Auf der Baustelle kommt es indessen zu Verschiebungen. Statt wie geplant im März, erfolgt der Holzbau der Schule im Mai, berichtete Zarbo. Die Zimmerei, ein Unternehmen aus Oldenburg, werde ihr Personal für das Projekt aufstocken und zügig arbeiten. Woher das Holz kommt, weiß Zarbo nicht. „Aber es handelt sich beim Holzbau und der Fassade um schnell nachwachsende Fichte.“ Laut Bürgermeister Sturm waren wegen der Verzögerung andere Arbeiten vorgezogen worden. „Der Terminplan ist neu, aber er ändert nichts am Termin der Fertigstellung“, bekräftigte Sturm.

Auch die Außenanlagen waren in der Sondersitzung ein Thema. Sie werden mit rund 870 000 Euro um 100 000 Euro teurer als geplant. Die Frage, wie sich Vandalismus bei den Außenanlagen auch auf der Nordseite der Schule verhindern lässt, beschäftigte das Gremium länger, ohne dass eine Lösung gefunden wurde. „Aber wir werden die Anlagen keinesfalls für unsere Kinder weniger schön machen, um andere abzuschrecken“, stellte Sturm fest.  

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