„Starker Stamm“  heißt dieses Bild von Gottfried Weber.
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„Starker Stamm“ heißt dieses Bild von Gottfried Weber.

Weßlinger Maler stellt im Pfarrstadel fast 100 Aquarelle und Zeichnungen aus

Gottfried Webers Augenblicke

Was Ausstellungen angeht, war es in den vergangenen Monaten ruhig im Weßlinger Pfarrstadel. Nun schmücken zum ersten Mal seit Langem wieder Bilder das historische Gebäude. Unter dem Titel „Augenblicke“ präsentiert der Weßlinger Maler Gottfried Weber fast 100 Aquarelle und Zeichnungen. Eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Donnerstag.

Weßling - Intensiv mit der Malerei beschäftigt sich der 83-jährige Weber seit der Jahrtausendwende. Der Traum, sich eines Tages voll und ganz der Kunst zu widmen, reicht bis in die Jugend zurück. Ein Traum, den er sich nach einer Karriere im Verlagswesen als selbstständiger Grafiker, Zeitschriftengestalter, Verleger und Autor erfüllen konnte. Damals verfeinerte der Autodidakt seine malerischen Fähigkeiten, indem er Unterricht bei namhaften Dozenten nahm und Seminare bekannter Kunstakademien besuchte.

Seine Leidenschaft gehört der Aquarellmalerei, „der Königsdisziplin unter den Maltechniken, weil sie relativ schwer beherrschbar ist“, sagt der Weßlinger im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Er selbst sieht sich als „Vertreter der gegenständlichen Malerei“, sei aber genauso fasziniert von der abstrahierten oder gegenstandslosen Kunst. „Als naturverbundener Mensch fühle ich mich in erster Linie von Landschaftsmotiven angezogen, von den Stimmungen der Tages- und Jahreszeiten“, betont das Mitglied der Deutschen Aquarell-Gesellschaft und vergleicht sich mit einem Schwammerlsucher, der durch die Wälder streift. Während der Pilzsucher aber den „eingeengten Blick“ auf den Boden geheftet hat, prüft Weber die „farbliche und kompositorische Bildtauglichkeit der Orte, an denen ich mich gerade aufhalte“. Das für gut befundene Motiv hält er mit der Kamera fest. Oder er kramt einen Stift aus seiner Tasche und skizziert Gesehenes.

Mit der Vorlage zieht er sich anschließend in sein Atelier zurück und setzt es in ein „großformatiges Stimmungsbild nach eigener kompositorischer Vorstellung um“, erzählt er. Das können die Wälder sein, die ihn umgeben – oder Weßlings ehrwürdige Villen. „Künstlerisch reizt mich bei den Gebäuden die Herausforderung, die Linien zusammenzuführen“, sagt der Mann, der die Architektur der stolzen Gebäude in ineinanderfließenden Schattierungen eindrucksvoll in Szene setzt. Das Spiel mit Licht und Schatten verleiht seinen Bildern Atmosphäre – etwa in dem Bild „Mühsamer Anstieg“, auf dem sich ein Feldweg über sonnenüberflutete Wiesen windet und auf einen dunklen Felsen zusteuert. Wie in jedem seiner Werke hält der Maler dabei diesen einen, vergänglichen Moment fest – oder eben jenen Augenblick. Die Vernissage beginnt am heutigen Donnerstag um 19 Uhr, ist allerdings wegen der begrenzten Personenzahl ausgebucht.

Augenblicke

ist im Weßlinger Pfarrstadel bis zum 25. Juli zu sehen. Öffnungszeiten sind Freitag, Samstag, Sonntag, jeweils von 15 Uhr bis 18 Uhr.

Michèle Kirner

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