Fototermin auf der Baustelle: Hier am Meilinger Weg beginnen im kommenden Jahr die Bauarbeiten für die neue Weßlinger Grundschule. Bürgermeister Michael Sturm erhält immer noch Anfragen von Bürgern, die wissen wollen, warum die Gemeinde das Gelände gerodet hat. „Deswegen haben wir jetzt das Schild aufgestellt“, sagt er.
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Fototermin auf der Baustelle: Hier am Meilinger Weg beginnen im kommenden Jahr die Bauarbeiten für die neue Weßlinger Grundschule. Bürgermeister Michael Sturm erhält immer noch Anfragen von Bürgern, die wissen wollen, warum die Gemeinde das Gelände gerodet hat. „Deswegen haben wir jetzt das Schild aufgestellt“, sagt er.

DAS BRINGT DAS JAHR 2021 - Bürgermeister Michael Sturm über Weßlings wichtigste Projekte

Grundschule, Bahnhof und Wohnungsbau

Michael Sturm ist seit Mai 2019 amtierender Bürgermeister der Gemeinde Weßling. Der 53-Jährige startete mit viel Elan in sein Amt, allein in den ersten 100 Tagen lud er zu mehr als 20 Sitzungen ein. Was allerdings die Anforderungen und Hemmnisse der Bürokratie angeht, da muss der Unternehmer bis heute immer wieder schlucken.

Weßling – Herr Sturm, Ihr erstes Jahr im Amt war allein schon wegen Corona eine Herausforderung. Was hat Sie besonders positiv überrascht?

Positiv überrascht haben mich die vielen guten Wünsche der Bürger, die sehr hohe Motivation beziehungsweise der Einsatz der Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung und dem Gemeinderat, die gute und konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat und dass der Ausbau der Tagespflege dank der Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe Weßling und dem Landratsamt so gut funktioniert hat.

Und was hat Sie am meisten geärgert, enttäuscht?

Die verschiedenen bürokratische Hürden und Vorschriften, die allen das Leben nicht einfacher machen, die haben mich immer wieder ziemlich geärgert.

Die Weßlinger sind Sitzungsmeister – wie findet das Ihre Familie?

Mir war und ist es wichtig, die Gemeinderäte umfangreich zu informieren. Gerade für die neuen Gemeinderäte waren viele neue und wichtige Themen vorzustellen. Im Moment verbringe ich sehr viele Stunden im Rathaus, da spielt es nicht so eine große Rolle, ob es Sitzungen sind oder ich am Schreibtisch sitze. Natürlich wünscht sich meine Frau Barbara, dass es im nächsten Jahr entspannter wird und ich wieder mehr Zeit für sie und die Familie habe. Wir hatten nur fünf Tage Urlaub in diesem Jahr, das ist natürlich wenig. Doch wir hätten ohnehin nicht wegfahren können. Aber wir sind jetzt wieder besser aufgestellt in der Verwaltung und ich hoffe, dass das klappt.

Wie geht es der Weßlinger Verwaltung?

Dank unserer neuen Geschäftsleitung Astrid Kahle und der neuen Bauamtsleitung, die in Kürze in der Verwaltung anfangen wird, ist die Führungsriege im Rathaus wieder komplett, sodass eine deutliche Entlastung spürbar sein wird. Außerdem wurde der Personal- und Finanzbereich um eine Stelle aufgestockt. Auch dies wird sich positiv auf die Verwaltung auswirken, da bin ich mir sicher.

Und wie beurteilen Sie die Stimmung bei den Weßlinger Bürgern, im Guten wie im Schlechten?

Die Stimmung bei den Weßlinger Bürgern ist vor allem von der aktuellen Corona-Situation stark beeinflusst. Natürlich hat sich jeder die Vorweihnachtszeit und auch Weihnachten und Silvester anders vorgestellt, aber die derzeitigen Maßnahmen sind notwendig und auf die haben wir hier leider keinen Einfluss. Wir haben aber nach wie vor das Rathaus für den Publikumsverkehr geöffnet, um den Bürgerservice weiterhin zu gewährleisten und aufrechtzuerhalten. Außerdem versuchen wir, die Wirtschaft bestmöglichst zu unterstützen. Die Vernetzung und Förderung des Gewerbes durch unsere Kick-off-Veranstaltungen oder die Eröffnung des Pop-up-Stores in der Bahnhofshalle sind Projekte, die mir sehr am Herzen liegen und gerade in dieser Zeit wichtig für das örtliche Gewerbe sind.

Bei welchen Projekten hätten Sie sich eine größere Entwicklung gewünscht? An was hakt es?

Da ich als Unternehmer aus der freien Wirtschaft komme, muss ich leider immer wieder feststellen, dass mir im öffentlichen Dienst bei manchen Sachen einfach die Hände gebunden sind. Zur Unterstützung des örtlichen Gewerbes hatte ich beispielsweise mit meinen Mitarbeitern im Rathaus versucht, einen Weßling-Gutschein für die Geschäfte im Ort zu entwickeln. Diesen hätte man dann im Rathaus kaufen und in den Weßlinger Geschäften einlösen können. Das ganze wäre auch eine tolle Aktion für Firmen gewesen, die die Gutscheine zu Weihnachten an ihre Mitarbeiter hätten verschenken können. Leider musste ich ziemlich schnell feststellen, dass wir als Gemeinde solche Gutscheine nicht anbieten dürfen, nicht einmal unseren eigenen Mitarbeitern.

Welches sind die wichtigsten Projekte für Weßling im kommenden Jahr?

Der Bau der neuen Schule, den will ich unbedingt weiter voranbringen. Dann der Umbau des Bahnhofsgeländes inklusive behindertengerechtem Zugang zum Bahnhof. Und der soziale Wohnungsbau am Kesselboden.

Welche wollen Sie unbedingt heute in einem Jahr weitergebracht haben?

Den Umbau der Toiletten am Kiosk am Weßlinger See und am Bahnhof, um den Bürgerinnen und Bürgern öffentliche Toiletten zur Verfügung stellen zu können. Wichtig finde ich auch die Sanierung des Seeufers, die Gestaltung des Areals rund um das Hotel Post und den Ausbau des digitalen Bürgerservices sowie die Einführung einer neuen Website.

Was wünschen Sie der Gemeinde zum Jahreswechsel und den Feiertagen?

Ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern trotz Corona schöne und besinnliche Feiertage zumindest im kleinen Kreis der Familie. Ich hoffe sehr, dass wir durch die Einhaltung der derzeitigen Vorgaben und den Lockdown die Infektionszahlen senken können, sodass wir im neuen Jahr bald wieder ein einigermaßen normales Leben führen können. Das wäre mein größter Wunsch.

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