Der S-Bahnhof in Weßling wird umgebaut. Los geht’s im Frühjahr 2024.
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Der S-Bahnhof in Weßling wird umgebaut. Los geht’s im Frühjahr 2024.

DB informiert über Ausbau des Bahnhofs – Bürgermeister sieht noch Gesprächsbedarf

Im Frühjahr 2025 geht es los

Barrierefrei im 15-Minuten-Takt in die S-Bahn ein- und aussteigen, eine Expressverbindung, eine zusätzliche Unterführung im Osten und ein Abstell- und Wendegleis mit Schallschutzwand: Im Rahmen der zweiten Stammstrecke plant die Deutsche Bahn eine Modernisierung des Weßlinger Bahnhofs, die bis Oktober 2025 fertig sein soll. Details stellten drei Projektverantwortliche der DB Netz AG am Mittwoch bei einer Online-Informationsveranstaltung vor.

Weßling - Mehr als sechs Milliarden Euro nimmt die Deutsche Bahn für den gesamten Bahnausbau mit rund 50 Einzelprojekten in die Hand. Darunter fällt auch die Modernisierung des Weßlinger Bahnhofs. Im Frühjahr 2025 beginnen die Arbeiten für ein Abstell- und Wendegleis, den erhöhten und nach Osten verlängerten Mittelbahnsteig mit Blindenleitsystem und einer zweiten Unterführung vom Bahnsteig in Richtung Hauptstraße, verkündete Projektleiter Alexander Rutz. Über den Treppenaufgang landen die Reisenden von dort aus auf dem jetzigen Marktplatz – dort, wo derzeit der Busbahnhof geplant ist. Die Rampe wiederum endet nach etwa 80 Metern vor dem Maibaum (wir berichteten). Sie ist so lang, weil die Steigung maximal sechs Prozent betragen darf und die Rampe nicht zur Rutschpartie werden soll. Bürgermeister Michael Sturm, aus dem Urlaub zugeschaltet, sah da aber noch Änderungsbedarf. Denn die Nutzer müssten quasi einmal umdrehen und wieder 80 Meter zum Busbahnhof zurücklegen. „Eine Möglichkeit wäre, dass wir die Bushaltestelle gegenüber vom Maibaum an der Bahnhofstraße auf den jetzigen Park- and Ride-Plätzen bauen“, sinnierte er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Das hätte den Vorteil, dass wir den Marktplatz und die Gärtnerei nur während der Bauphase verlegen müssten und danach beide wieder auf dem Platz einziehen könnten – was einen gewissen Charme hätte.“

Überrascht hatte den Bürgermeister die Ankündigung der Bahn, bestimmte Flächen als Abstellflächen zu nutzen. „Wir möchten, dass möglichst viel Gemeindefläche und wenig Privateigentum dafür hergenommen wird“, betonte er, nachdem auch ein Eigentümer bei der Onlineveranstaltung wissen wollte, ob er verpflichtet sei, seinen Grund dafür herzugeben. „Ja, wenn es im Planfeststellungsverfahren als wichtig angesehen wird“, lautete die Antwort des Bahnverfahrensmanagers Dr. Nikolaus Niederich.

Eine drei Meter hohe Schallschutzwand auf der Böschung soll die Anwohner des Katzensteins künftig vor dem Lärm des rund 210 Meter langen Abstell- und Wendegleises schützen. „Begrünen können wir die Mauer nicht“, beantwortete Projektleiter Mohamad Othman eine entsprechende Frage. „Das ist wegen der 10 000-Volt-Hochspannungsleitung nicht möglich.“ Sturm wollte das Thema mit der DB noch einmal aufgreifen und versicherte, dass die Gemeinde ansonsten beispielsweise Büsche pflanzen werde. Für die Versickerung des Wassers ist eine rund 32 Meter lange Kiesaufschüttung entlang der Schutzwand geplant. Auf den Trampelpfad von der Grünsinker Straße neben den Gleisen müssen die Weßlinger in Zukunft verzichten.

Vorgesehen sind auch der Einbau von drei neuen Weichen sowie die Erneuerung der fünf Bestandsweichen und der Bahnhofsgleise, ein Bahnsteigdach und zwei überdachte Wartebereiche. Noch offen ist, was mit den Bahnhofsgebäuden passiert. Wie berichtet möchte die Gemeinde das Haus im Osten von der Bahn „möglichst zeitnah“ kaufen, so Sturm, der nicht nur dazu weitere Gespräche mit der Bahn ankündigte. Auch Niederich will weitere Informationsgespräche mit Anwohnern und vom Bau Betroffenen führen, bevor das Planfeststellungsverfahren einen Monat lang auf der Homepage der Deutschen Bahn eingesehen werden kann. „Wir werden die nächtlichen Bauarbeiten auf ein Minimum reduzieren“, versprach er noch.

Michèle Kirner

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