Auch schön zum Durchfahren, die Eichenallee. Am 3. Oktober wird sie für den Verkehr jedoch gesperrt, dann gehört sie den Fußgängern und Radlern.
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Auch schön zum Durchfahren, die Eichenallee. Am 3. Oktober wird sie für den Verkehr jedoch gesperrt, dann gehört sie den Fußgängern und Radlern.

Tag der Eichenallee und Straßenfest

In Seefeld und Weßling wird gefeiert

  • Hanna von Prittwitz
    VonHanna von Prittwitz
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Die Eichenallee in Seefeld zählt zu den schönsten in Europa. Am Sonntag, 3. Oktober, soll sie unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ gefeiert werden. Am gleichen Tag laden die Weßlinger auf ihrer Hauptstraße zu einem Straßenfest ein. Autofahrer umfahren den Bereich dann besser.

Seefeld/Weßling – Dieser Tag wird ein Fest. Schon allein deswegen, weil von morgens, 8 Uhr, bis gegen 18 Uhr auf der Eichenallee zwischen Gut Delling und der Abzweigung zum Bahnhof in Hechendorf kein einziges Auto auf der Seefelder Eichenallee rollen wird. Von früh bis spät können also die Besucher am Sonntag, 3. Oktober, die Pracht und Erhabenheit der zum Teil bis zu 250 Jahre alten Alleebäume ohne Autolärm und Abgase genießen. Zuletzt war die Allee am 5. Mai 2011 für den Verkehr dicht, damals feierte die Gemeinde den 240. Geburtstag und die Seefelder sowie hunderte Besucher eroberten die prächtig gesäumte Straße mit Kutschen, Fahrrädern, Rikschas oder einfach zu Fuß. Das soll auch heuer so werden. „Fünf Kutschen haben wir schon“, freut sich Bürgermeister Klaus Kögel.

Schon im Januar dieses Jahres stand fest, dass es wieder einen Tag der Eichenallee geben würde. Als Datum nahm die Gemeinde Seefeld den 13. Juni ins Visier. Schnell schon zeichnete sich ab, dass daraus wegen der Pandemie nichts werden würde. Umso mehr Zeit hatten nun alle teilnehmenden Vereine und Gruppierungen, die von der Gemeinde angeschrieben wurden. Denn heuer hat sie das Organisationszepter in der Hand, das Fest vor zehn Jahren organisierte noch die Seefelder Agenda-Ortsgruppe Ortsbild und Ortsentwicklung. Die Fäden laufen bei Bürgermeister Klaus Kögel, Stefanie Obermair und Cynthia Nalic im Bauamt sowie Meilings Ortssprecher Andrea Weiß zusammen. Laut Kögel mischen die allermeisten Vereine aus der Gemeinde mit. „Das Programm kann sich richtig sehen lassen.“ Infostände, Ausstellungen, Musik, ein Quiz und vieles mehr erwartet die Besucher. Auch Künstler haben Aktionen angekündigt. Wie Andreas Kloker aus Schondorf, der aus dem Stamm einer bereits gefällten, alten Eiche Sitzhocker schneiden will. Kögel möchte das Fest auch nutzen, um den Zusammenhalt im Ort zu stärken. „Vielleicht kann es ein Auftakt sein für ein jährliches Ortsfest der gesamten Gemeinde.“ Dies würde allerdings nicht auf der Eichenallee stattfinden. „Die können wir nicht jedes Jahr sperren lassen.“

Auch das Staatliche Bauamt Weilheim, Landratsamt und Polizei sind am 3. Oktober mit im Boot. Denn ohne die Behörden wird allein schon aus der Straßensperrung nichts. Zumal auch die Weßlinger am 3. Oktober in Feierlaune sind: Sie veranstalten auf der Hauptstraße ein Straßenfest. Dafür wird diese etwa auf Höhe der Tankstelle bis zur Abzweigung Meilinger Weg/Max-Dörmer-Weg gesperrt.

Wie Kögel berichtet, denkt das Staatliche Bauamt Weilheim auch über die Aufstellung eines neuen Straßenschilds nach, das auf die Besonderheit der Allee hinweist und auch nach dem Festtag bleiben soll. Seit 2007 liegt die Verantwortung für die bis zu 250 Jahre alten Bäume an der Staatsstraße 2068 zwischen Gut Delling und Seefeld in der Hand der Behörde. Das Bauamt selbst spricht von einem „lebendigen Denkmal im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz, Naturschutz und Verkehrssicherheit“. Die Allee wird als Kulturdenkmal in der Liste der Baudenkmäler geführt. Zur insgesamt drei Kilometer langen Allee gehören neben der Hauptallee die Seitenalleen in Seefeld, zur Schwaige Ettenhofen, zum Gut Delling und zum Dellinger Buchet. „Die Allee ist aufgrund ihrer einzigartigen Ausprägung und Schönheit von bundesweiter Bedeutung“, heißt es beim Bauamt weiter. Gepflanzt wurde die Allee zwischen 1770 und 1780 von den Grafen zu Toerring. Die Bäume beschatteten einen Hochweg, der vor allem als Wirtschaftsweg genutzt wurde. Die Anzahl der Bäume beziffert das Bauamt auf 658 Eichen im Alter zwischen 5 und 250 Jahren. Zur Aufstellung eines Schilds wollte sich die Behörde noch nicht äußern.

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