+
H at sich mit seinem Restaurant „Piet’z“ in Weßling selbstständig gemacht: der Münchner Peter Trögl. 

Gastronomie

Sprung in die Selbstständigkeit

  • schließen

Der 36-jährige Münchner Peter Trögl hat an der Weßlinger Hauptstraße das „Piet‘z“ eröffnet.

Weßling – Vor gt vier Wochen erst hat Peter Trögl sein Restaurant an der Hauptstraße in Weßling eröffnet. Seither brummt der Laden. Vergangene Nacht war es auch wieder zwei Uhr und nun sitzt er etwas k. o. am Tisch und hofft, dass die Kaffeemaschine endlich heiß wird. Mit dem „Piet’z“ , wie er sein Restaurant genannt hat, hat sich der 36-jährige Münchner einen Traum verwirklicht.

Trögl ist schon lange im Geschäft, lernte Restaurantfachmann im Platzl-Hotel in München, arbeitete im damaligen Restaurant „Cocoon“ unter Sternekoch Andreas Schweiger. Nach und nach entdeckte er seine Liebe zum Kochen und auch zum Wein, ließ sich 2008 zum Sommelier ausbilden und war auch schon, als Mitarbeiter in der „Fischerzunft“ in Schaffhausen, Sommelier des Jahres. Die vergangenen vier Jahre arbeitete Trögl im „Chalet im Kiental“ in Herrsching. Schon lange spielte er mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen. „Ich habe viele Stationen hinter mir und Verantwortung getragen – ich wollte mein eigenes Konzept umsetzen.“

Trögl wohnt in München am Westpark und hat auch lange in der Landeshauptstadt nach Räumen gesucht. Auf seinem Heimweg von Herrsching kehrte er manchmal bei Patrick Prikril ein, der das einstige „Mediterraneo“ in Weßling übernommen hatte. Die beiden freundeten sich an, und so erfuhr Trögl aus erster Hand, dass Prikril aufhören wollte. Trögl renovierte die Räume, erneuerte einen Teil des Inventars, die Böden und die sanitären Anlagen. Er baute einmal komplett die Küche auseinander und wieder zusammen und stattete sie mit neuen Geräten aus. Die Theke baute Trögl selbst – das Schreinern hat ihm sein Großvater beigebracht.

Ende Februar war Eröffnung, und seither schmeißt Trögl zusammen mit dem jungen Weßlinger Restaurantfachmann Florian Allgaier den Laden. Eine Wand dient als Gästebuch, reine Begeisterung ist dort verewigt. Der Gastraum mit seinen etwa 40 Sitzplätzen ist schlicht, die Möbel sind geschmackvoll, die Tischplatten aus Holz. An der Wand hängt eine Collage aus eigenen Fotos, außerdem ist Trögl stolzer Besitzer eines funktionierenden Schallplattenschranks aus den 1950er-Jahren – ab und an legt er da auch alte Platten auf. Ganz am Eingang steht ein langer ovaler Tisch für die, „die einfach nur mal auf ein Glas Wein vorbeikommen wollen“.

Die Speisekarte ist übersichtlich, die Speisen sind bodenständig. Mittags bietet Trögl Zwei-Gänge-Menüs für 13,90 Euro an. Abends stehen in der Regel vier Vorspeisen, vier Hauptgerichte und drei Desserts auf der Karte. Der Waldorfsalat mit gerösteten Erdnüssen kostet 7,50 Euro, das Vitello tonnato liegt bei 12,50 Euro. Für Piet’z Schmorbraten zahlt der Gast 16,50 Euro, das Entrecôte von der bayerischen Färse mit Grillgemüse und Schalottenjus kostet 24 Euro. „Ich mache faire Preise“, verspricht Trögl.

Der 36-Jährige lässt sich für seine Gerichte vom Angebot inspirieren: Was ihm beim Einkauf ins Auge fällt, hohe Qualität und Saison hat, landet im Allgemeinen auch auf den Tellern. Klassiker wie Schweinebraten sucht der Gast aber vergeblich: „Das können die Wirtshäuser besser.“ Das Qualitätsprinzip gilt auch für den Wein: Bisher bietet Trögl eine Auswahl vornehmlich deutscher und italienischer Tropfen an und im Wechsel auch offene. Natürlich wird es bei dem Sommelier auch bald Wein-Themenwochen geben. Der Name des Restaurants hat im Übrigen mit seinem Spitznamen zu tun: „Meine Freunde nennen mit Piet.“

Restaurant Piet’z

in der Weßlinger Hauptstraße 52 ist montags bis freitags von 11.30 bis 14.30 und von 18.30 bis 22.30 Uhr geöffnet. Samstags ist von 18.30 bis 23 Uhr geöffnet, sonn- und feiertags ist Ruhetag.Telefon: 08153/8992116

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Starnberger Dampfer trotzen Sonnenschein
Seit Tagen lacht die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel, das Thermometer nähert sich der 30-Grad-Marke – und auf dem Starnberger See ist tote Hose. Jedenfalls was die …
Starnberger Dampfer trotzen Sonnenschein
Schon wieder erfolgreich: Inninger Landjugend holt sich den zweiten Münchner Maibaum
Die trauen sich was: Die Inninger Landjugend hat schon wieder zugeschlagen. Diesmal mussten die Sendlinger dran glauben.
Schon wieder erfolgreich: Inninger Landjugend holt sich den zweiten Münchner Maibaum
Intakte Rohre für unterirdischen Starzenbach
Die Gemeinde Feldafing fasst ein schwieriges Projekt an: die dringend notwendige Sanierung der Verrohrung des Starzenbachs. Das wird teuer – und aufregend, weil in …
Intakte Rohre für unterirdischen Starzenbach
Im Rausch der Automaten: Kaufmann (31) prellt Kunden und verschuldet sich
Die Spielsucht hat einen Angestellten in Starnberg vor Gericht gebracht. Insgesamt sechs Kunden brachte der 31-Jährige um ihr Geld.
Im Rausch der Automaten: Kaufmann (31) prellt Kunden und verschuldet sich

Kommentare