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Ungeschickt platziert: Kurz vor der Ampel zwingt eine Beruhigungsinsel Fahrer zum Ausweichen.

Hauptstraße

Weßling geht auf Konfrontation

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Die Regierung von Oberbayern ordnet die Entfernung der Beruhigungsinseln auf der Hauptstraße an – doch der Gemeinderat verfolgt eigenen Weg.

Weßling – Claus Angerbauer (SPD/Freie) wollte in der Sitzung des Weßlinger Gemeinderats am Dienstagabend nicht lange um den heißen Brei herumreden. „Ich frage mich, ob der liebe Gott die Umgehungsstraße geschaffen hat, um uns zu prüfen.“ Denn nach wie vor nutzen zu wenige Fahrer die Westumfahrung, zu viele entscheiden sich dagegen für den Weg durch Weßling.

Nun kommt eine weitere Prüfung für die Gemeinderäte hinzu: Die Regierung von Oberbayern beharrt darauf, dass die Beruhigungsinseln auf der Hauptstraße unverzüglich entfernt werden. Die Aufforderung liegt der Gemeinde seit Ende September vor. Die sogenannten Inseln blieben dennoch stehen – und Verkehrsplaner Christian Fahnberg erstellte unterdessen ein neues Konzept für die Hauptstraße. Bei der Präsentation am Dienstag sparte er nicht mit Kritik an den Inseln („empfinden die Leute als Schikane“) und Markierungen („ohne die hätten Sie 80 Prozent des Stop-and-go-Verkehrs nicht“). 

„Die Regierung von Oberbayern führt uns vor“

Sein Konzept sieht wechselseitiges Parken vor. Die Parkplätze sollen durch Inseln abgegrenzt werden. „Da wird schon ein bisschen Schlangenlinien gefahren, aber der Verkehr entschleunigt sich.“ Das Ziel: „Der Weg durch den Ort muss länger sein als über die Umfahrung.“ Auch wenn es stellenweise für Busse und Lkw eng werden könnte. Die Markierungen in der Straßenmitte müssten entfernt werden. „Die drin zu lassen, war einer Ihrer größten Fehler.“

Für die neue Planung gibt es aus der Verkehrsbehörde im Landratsamt größtenteils Zustimmung. Das Problem: Bis zur Umsetzung ab Frühjahr gäbe es keine Inseln, die Regierung drängt nämlich auf den Abbau. „Dadurch fahren auch nicht mehr Autos durch Weßling“, versuchte Bürgermeister Michael Muther zu beschwichtigen. „Ich halte ein gutes Miteinander für wichtiger.“ Da war der Ärger unter den Gemeinderäten aber bereits hochgekocht. „Das dauert mir zu lange“, sagte Michael Sturm (FW). „Die Regierung von Oberbayern führt uns vor“, betonte Peter Weiß (FW). Mit zwölf zu fünf Stimmen entschieden sich die Gemeinderäte dafür, die Anordnung der Regierung nicht umzusetzen. Die Inseln sollen stehen bleiben und zu einem geeigneten Zeitpunkt nach dem Konzept des Verkehrsplaners neu angebracht werden, zugleich Markierungen entfernt werden. Sollte es eine Beseitigungsanordnung der Regierung geben, möchte Weßling dagegen klagen.

Sanierung der Grünsinker Straße und Hauptstraße

Muther zeigt sich enttäuscht vom Gemeinderatsbeschluss. „Ich hätte gehofft, dass die Mehrheit gemäßigter ist. Es sind auch von unserer Seite Fehler gemacht worden. Wir haben das alles ein bisschen zu locker genommen.“ Muther hofft noch immer auf eine friedliche Lösung. Planer, Gemeinderäte und Vertreter der Verkehrsbehörde sprechen am heutigen Donnerstag über eine Umsetzung. Kurzfristig sei das aber nicht möglich, mahnt Verkehrsplaner Fahnberg. Es müssten neue Nasen bestellt werden. „Die sind frühestens ab 15. Januar da.“ Nach dem Entfernen der Markierungen müsse nachgeteert werden. Je nach Schneefall seien die witterungsabhängigen Arbeiten Mitte Februar möglich, es kann aber auch April werden.

Derweil hat die Gemeinde der Sanierung der Grünsinker Straße (57 000 Euro) sowie der Hauptstraße (87 000 Euro) zugestimmt, die Arbeiten übernimmt das Staatliche Bauamt. Bei einem Beginn im Frühjahr 2018 ließe sich das mit den Markierungsarbeiten verbinden, sagt Muther.

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