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Ein großer Moment an einem besonderen Tag: Juliana Daum (Mitte) mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Ehefrau Elke Büdenbender. In der Hand hält Steinmeier das geschenkte Stoffsäckchen. 

Zu Gast beim Bundespräsidenten

Am Tisch mit der First Lady

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Die Verbraucherschützerin Juliana Daum aus Weßling war beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. 

Weßling – Für die Weßlingerin Juliana Daum hat das Jahr mit einem besonderen Erlebnis begonnen: Die Landesvorsitzende des „VerbraucherService Bayern“ (VSB) im Katholischen Deutschen Frauenbund ist von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt worden. Dazu reiste die 53-Jährige vergangene Woche nach Berlin zum Jahresempfang – und saß beim anschließenden Mittagessen am Tisch von Steinmeiers Ehefrau Elke Büdenbender.

Im Dezember flatterte Juliana Daum die Einladung nach Berlin ins Haus. „Ich war erst nur wenig aufgeregt“, erzählt die 53-Jährige. Dann aber habe sie nach und nach die Unterlagen für den Termin realisiert und kapiert: „Ich bin einer von nur 70 geladenen Gästen aus ganz Deutschland.“

Seit 2010 engagiert sich die Juristin als Landesvorsitzende des „VerbraucherServices“. „Die Ehrung habe ich dafür erhalten, dass ich den Umweltschutz zum Thema gemacht habe“, erklärt sie bescheiden. Der Verband spricht in einer Pressemitteilung deutlicher aus, wofür Daum steht und warum sie letztlich in Berlin war: „Unter dem Vorsitz von Juliana Daum ist der VSB auf die doppelte Größe gewachsen“, schreibt Dr. Leyla Sedghi. Und: „Der Schutz unserer Umwelt nach dem Motto Umweltschutz ist Verbraucherschutz, die Erhaltung des Bargelds als Ausdruck der persönlichen Freiheit, der Einsatz für Bildungsangebote in der Fläche sowie die politische Arbeit im Interesse der Bürger in Bayern sind nur einige der Themen, die sie seit über acht Jahren erfolgreich antreibt. Von der strategischen Ausrichtung des Verbands ganz zu schweigen.“

Mit dem Zug ging es vergangene Woche nach Berlin. Mit dabei: Ehemann Christoph Mayr. Beide nahmen am Vortag an einer Führung durch das Schloss Bellevue teil. Der Protokollchef erklärte den Gästen dann, wie der Empfang ablaufen würde. „Da muss ja alles passen“, sagt Juliana Daum. Das große Ereignis fand dann allerdings ohne die Partner statt. „Für sie gab es ein Extraprogramm.“

Führende Köpfe aus Wirtschaft und Politik, das Kabinett und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, sie alle nahmen an dem Empfang teil. Für Daum ergab sich auch die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit Merkel: „Ich habe ihr gesagt, was wir im VSB machen“, erinnert sich Daum. Merkel habe konzentriert gefragt und sehr gut zugehört.

Besonders beeindruckt haben Daum aber auch Steinmeier und seine Frau. „Sie sind beide unglaublich herzlich, kein bisschen förmlich und sehr zugewandt. Steinmeier ist richtig lässig.“ Nach dem Empfang wurde Daum ein kleines Kärtchen zugesteckt: „Darauf stand, dass Frau Büdenbender mich an ihren Tisch bittet.“ Dort saß die Weßlingerin dann, zusammen mit sieben weiteren Gästen. „Unter ihnen waren eine Schülersprecherin, ein Arzt, der im Hospiz arbeitet, ein Kraftwagenfahrer – also alles bunt gemischt“, erzählt Daum. Eineinhalb Stunden habe man sich sehr angeregt unterhalten. Das Essen sei fein, aber nicht überkandidelt gewesen. „Es gab ein Süppchen, dann geschmortes Bürgermeisterstück mit Krautwickeln und Schupfnudeln, zum Nachtisch eingekochte Fliederbeeren mit Grieß und Butterstreusel“, zitiert Daum aus der Einladung. Insgesamt fünf Stunden habe die Veranstaltung gedauert – am Mittagessen nahmen auch nur die geladenen und geehrten 70 Gäste teil.

„Das geht einem erst im Nachhinein auf, wie wunderschön es war“, überlegt Daum wenige Tage später. Es sei überraschend gewesen, wie viele Gelegenheiten sich für ein zwangloses Gespräch ergeben hätten. „Wobei ich ja dann immer versuche, unsere Arbeit zu erklären“, sagt Daum und lacht. Den Bundespräsidenten habe sie auf jeden Fall zu einem Besuch der insgesamt 15 VSB-Beratungsstellen in Bayern eingeladen. „Das wäre für unsere Ehrenamtlichen eine wunderbare Wertschätzung.“ Als Gastgeschenk drückte sie Steinmeier ein aus Gardinen genähtes Stoffsäckchen in die Hand. „Das hilft, Plastik zu vermeiden.“ Sie habe Steinmeier auch vorgeschlagen, Fördermitglied zu werden. „Da hat er gelacht – weil er als Mann eben nicht normales Mitglied bei uns werden kann.“

Ihre vier Kinder, zwischen neun und 20 Jahre alt, hätten die ganze Aktion natürlich richtig spannend gefunden, erzählt Daum. Dabei legt sie viel Wert auf die Tatsache, dass sie im Verband in einem starken Team arbeitet, also die Auszeichnung quasi nur stellvertretend entgegengenommen hat: „Ohne die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter hätte ich dort nicht gestanden.“

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