Bis 2035 müssen in der Gemeinde Gilching 650 weitere Kinderbetreuungsplätze entstehen.
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Bis 2035 müssen in der Gemeinde Gilching 650 weitere Kinderbetreuungsplätze entstehen.

Analyse belegt Bedarf bis 2035 – interkommunale Lösungen

Kinderbetreuung: 650 weitere Plätze nötig

Das Thema bleibt ein Dauerbrenner: In der Gemeinde Gilching müssen 650 weitere Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden.

Gilching – Mehr noch als bisher muss das Augenmerk in Gilching auf die Schaffung von Betreuungseinrichtungen für Kinder gelegt werden: Das ist das Ergebnis einer Bedarfsanalyse. Um die Lücke bis 2035 zu schließen, müssen bis zu 650 weitere Plätze geschaffen werden. Vorübergehend ist eine interkommunale Lösung in Sicht.

„Dieses Ergebnis ist keine wirkliche Überraschung für uns“, stellte Bürgermeister Manfred Walter am Montag in der Ausschusssitzung für Bildung, Kultur, Soziales, Jugend, Senioren und Sport fest. Schon seit geraumer Zeit gelte es, diese Herausforderung anzunehmen und Möglichkeiten aufzuzeigen. „Wir sind unter anderem dabei, interkommunale Lösungen anzusteuern. Es finden dazu Gespräche mit den Nachbargemeinden statt. Dort gibt es Kitas, die noch freie Plätze haben.“

Die Bedarfsanalyse, die laut Walter regelmäßig erstellt werden muss, um dem Landratsamt Starnberg den Bedarf nachzuweisen, präsentierte Katja Meqdam vom Analyse-Unternehmen „bulwiengesa“. Als vorbildlich bezeichnete sie die aktuellen Betreuungsquoten für Kinder von drei bis sechs Jahren, die sie mit hundert Prozent angab. Der Durchschnitt in Bayern liege bei 92,5 Prozent.

Nachholbedarf bestehe allerdings bei der Betreuung für Kinder von sechs bis elf Jahren, dort liegt Gilching mit 56 Prozent unter Bayerns Durchschnitt (65 Prozent). Insgesamt stehen in Gilching 1427 belegbare Plätze zur Verfügung (inklusive Mittagsbetreuung). Rund 50 Kinder sind zudem als Gastkinder in umliegenden Gemeinden untergebracht und stehen auf der Warteliste. Zuzug und Neubaugebiete, unter anderem auf der Gilchinger Glatze (Wohnraum für 1700 Menschen), ergaben bis 2035 einen zusätzlichen Bedarf von bis zu 650 Plätzen. „Der Gesamtbedarf liegt dann voraussichtlich bei rund 1900 Plätzen“, erklärte Meqdam.

Sie empfahl, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um die Angebotslücken zu schließen, und auch verstärkt in die Personaloffensive zu gehen. Ohne Personal nützten auch neue Einrichtungen nichts, betonte sie. „Wichtig ist hier zu überlegen, den Arbeitsplatz attraktiver zu machen.“

Walter wiederum zählte auf, was die Gemeinde unternimmt und plant. Unter anderem baut sie für das Kita-Provisorium am Festspielplatz ein neues Haus nahe der Herbststraße im Ortsteil Argelsried. Weitere Projekte wären eine Kita an der Frühlingsstraße sowie eine Einrichtung anstelle des Jugendhauses an der Weßlinger Straße. Wir berichtet wird der Betrieb des Jugendhauses künftig in den Jugendtreff an der Rathaus-Turnhalle integriert. Weitere Projekte gebe es zwar, doch diese seien laut Walter noch nicht spruchreif. Dennoch, „die Schaffung von Betreuungsplätzen bleibt ein Dauerbrenner, an dem wir dranbleiben müssen“, versicherte er.

Uli Singer

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