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Der glückliche Gewinner in Weßling: Michael Sturm (FW) entschloss sich erst sehr spät zur Kandidatur. Und setzte sich gestern klar durch.

Michael Sturm ist Weßlings neuer Bürgermeister

Weßlings neuer Bürgermeister heißt Michael Sturm (52): Er erhielt 65,57 Prozent der Stimmen und setzte sich damit deutlich gegen Andreas Lechermann (CSU) durch, der 34,43 Prozent erreichte. 

Weßling – Unter dem Motto „Sturm macht’s“ zog der Hochstadter erst Ende Januar für die Freien Wähler Weßling in den Wahlkampf – und setzte sich gestern deutlich gegen seinen Konkurrenten Andreas Lechermann (CSU) durch.

Offizielle Stabübergabe ist der 4. Mai. In der Zwischenzeit wolle er sich so schnell wie möglich mit den anderen Gruppierungen im Rathaus zusammensetzen. „Wir haben vier Wochen Zeit, die Ausschüsse zu bilden und die Referenten zu wählen“, so Sturm. Hat er diesen Erfolg erwartet? „Ich hatte gute Chancen“, antwortete der 52-Jährige. Und er freue sich „nicht nur ein bisschen“.

Seit 15 Uhr saßen die 20 Wahlhelfer im Rathaus auf vier Räume verteilt, schlitzten Umschläge auf und sortierten die Stimmzettel auf zwei blaue (Landrat) und zwei gelbe (Bürgermeister) Haufen. Erst gegen 20 Uhr stand das Ergebnis fest.

„Das Auszählen bei der Briefwahl ist aufwendiger als bei der Urnenwahl“, erklärte Bürgermeister Michael Muther, der nach dem endgültigen Ergebnis feixte: „Weßling bleibt in Michis Hand.“ Dann wurde er ernst: „Ich denke, Michi ist der richtige Mann für das Amt.“ Besonders angesichts der Corona-Krise, die den neuen Mann am Steuer der Gemeinde ohne Frage vor große Aufgaben stelle. „Das wird für alle Beteiligten dramatisch werden“, befürchtet Sturm. Der Diplom-Ingenieur (FH) berief sich dabei auf eine Statistik, in der die Unternehmen mit jedem Feiertag 0,2 Prozent der Wirtschaftskraft einbüßten. „Wir haben die vergangenen zehn Jahre aus dem Vollen geschöpft. Das wird in nächster Zeit anders“, ahnte er. Als Vorteil sieht er, dass in Weßling der Haushalt noch nicht verabschiedet wurde. „Den können wir jetzt der Lage entsprechend aufsetzen“, sagte Sturm und erinnerte sich an seine ersten Jahre im Gemeinderat. „Damals haben wir wegen 50 Euro rumgetan.“ Das werde jetzt wohl wieder so werden. Seine Firma mit aktuell 14 Mitarbeitern hat bereits eine neue Leitung. „Die übernimmt ein Entwicklungsleiter, der schon zehn Jahre mit mir zusammenarbeitet.“ Außerdem würden noch zwei Mitarbeiter eingestellt.

Lechermann indessen war enttäuscht. So ein eindeutiges Votum habe er nicht erwartet. „Ich werde weiter im Gemeinderat mitarbeiten, allerdings nicht mehr in dem Umfang wie bisher.“ Nebenberuflich werde er eine Ausbildung zum Techniker angehen, verriet der Installateur. Im Bürgermeisterzimmer stieß er dennoch aus sicherem Abstand mit dem Ehepaar Barbara und Michael Sturm sowie Michael Muther an. „Meine Gruppierung freut sich, dass wir das Ruder in der Hand behalten“, sagte Muther noch, bevor jeder wieder nach Hause ging. 

 MICHÈLE KIRNER

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