Sie sind die „Strawheads“ aus Weßling (v.l.): Aviv Nayman, Jakob Rebay, Tina Zwickel und Sebastian Rebay. Unter dem Titel „New Generation“ haben sie nun ihr erstes Album veröffentlicht.
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Sie sind die „Strawheads“ aus Weßling (v.l.): Aviv Nayman, Jakob Rebay, Tina Zwickel und Sebastian Rebay. Unter dem Titel „New Generation“ haben sie nun ihr erstes Album veröffentlicht.

Band „Strawheads“ aus Weßling veröffentlicht erstes Album

Kritische Wohlfühlmusik: Band „Strawheads“ aus Weßling veröffentlicht erstes Album

„New Generation“: So heißt das erste Album der „Strawheads“. Die Band aus Weßling schlägt darauf auch gesellschaftskritische Töne an.

Weßling – Die Herzen von Sebastian (30) und Jakob Rebay (34) sowie Tina Zwickel (26) und Aviv Nayman (30) schlagen für Weßling – und für die Musik. Das Quartett tritt unter dem Bandnamen „Strawheads“ auf und hat nun das erste Album mit eigenen Songs veröffentlicht. Titel: „New Generation“. Der Liveauftritt dazu ist für den Sommer am Kiosk am Weßlinger See geplant – sofern das Corona zulässt.

Gitarrist und Sänger Sebastian Rebay lebt seit seiner Geburt in Weßling. Nachdem er seinen „Traumberuf Gymnasiallehrer“ ergriffen hat, zog er nach München und meldete in Weßling den Zweitwohnsitz an. Sein Cousin Jakob Rebay spielt Cajón, eine Kistentrommel, und hat mit seiner Familie den Lebensmittelpunkt in Weßling. Tina Zwickel lebt in Hochstadt und ist ausgebildete Sängerin. Der vierte im Bunde ist Gitarrist und Sänger Aviv Nayman. Der Israeli „hat sich vor zehn Jahren nach Weßling verliebt“, wie Sebastian Rebay erklärt. Derzeit lebt er mit Frau und Kind in München. Zu den Strawheads stieß Nayman vor zwei Jahren als Ersatz für Manu Friedl.

Zum ersten Mal aufgetreten ist die Gruppe vor elf Jahren als Coverband an Geburtstagen oder Veranstaltungen wie dem Grünsinker Fest. Das Texten ist Sebastian Rebay ins Blut übergegangen – spätestens, seit er vor 15 Jahren eine rappige Liebeshymne für Weßling geschrieben hat. Texte und Melodien stammten von Aviv Nayman und ihm, wobei sein Schwerpunkt die Lyrik sei, erklärt er. Darin wirft er auch mal einen kritischen und differenzierten Blick auf Politik und Gesellschaft. Etwa im titelgebenden Song „New Generation“, der sich mit der Fridays-for-Future-Bewegung beschäftigt. „Don’t just wait for a miracle, be critical“ – warte nicht auf ein Wunder, sei kritisch, singt Nayman, woraufhin Rebay mit einem Rap einsteigt: „Jeden Freitag steht sie da, und sie hat Schilder in der Hand (...) Jetzt beschwer dich nicht, dir fehlt doch nichts. Du lebst in Reichtum und Wonne, außerdem haben wir zahlreiche Abkommen.“

Diese Woche erscheint ein Song über Geflüchtete

Diese Woche erscheint der Albumsong über Geflüchtete. Ihm sei der Perspektivenwechsel wichtig, sagt der 30-Jährige, der an einem Münchner Gymnasium unter anderem Politik unterrichtet. Ebenso vertreten sind melodische Wohlfühlsongs ohne politische oder gesellschaftskritische Aussage. Ansiedeln könne man die Stilrichtung in der Weltmusik, sagt er.

Dass sie ihr Erstlingswerk auf den Weg bringen konnten, war unter anderem dem Lockdown geschuldet. „Einige von uns hatten mehr Zeit“, sagt Sebastian Rebay. Veröffentlicht haben sie im Selbstverlag. „Wir sind zu klein, als dass ein Label uns vermarktet“, erklärt er. Also haben sie im Sommer in einem professionellen Tonstudio ihre Songs aufgenommen, die sie nach und nach bei Streaming-Anbietern einspielen.

Das Texten und die Auftritte gehören für Sebastian Rebay zum Leben wie die Luft zum Atmen. Und zwar am liebsten mit den Akustikinstrumenten „barfuß und in Lederhosen mitten unter den Leuten“. Zum ersten Mal wieder bei der Uraufführung im Sommer am Weßlinger See, hoffen die Bandmitglieder. Die Band Strawheads präsentiert sich auf Youtube und Facebook. Zu hören sind die Songs bei Spotify oder Amazon-Music.

Michèle Kirner

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