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Der LBV-Kreisvorstand mit Dr. Norbert Schäffer (Landesvorsitzender, v.l.): Claudia Trente, Jürgen Klenk, Renate Zoller, Patrick Fantou, Günther Paschek und Stefan Schilling. 

Landesbund für Vogelschutz

Lobeshymnen auf einen Geburtshelfer

Eine Ära ist bei der LBV-Kreisgruppe zu Ende gegangen. Kreisvorsitzender Horst Guckelsberger hat nach 20 Jahren das Amt abgegeben.

Weßling – „Große Persönlichkeit der Naturschützer“ (Matthias Luy von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern), „Sachverstand und Augenmaß“ (Weßlings Bürgermeister Michael Muther), „Blick fürs Detail“ (Dr. Norbert Schäffer, LBV-Landesvorsitzender), „Geburtshelfer der heuer von der UN ausgezeichneten Gebietsbetreuer in Bayern“ (der neue LBV-Kreisvorsitzende Stefan Schilling). Die auf Horst Guckelsberger angestimmten Lobeshymen nahmen bei der Jahresversammlung kein Ende. Der scheidende Kreisvorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) verwies im Gegenzug auf die vielen Unterstützer in seiner 20-jährigen Amtszeit. Er gab sich gewohnt bescheiden.

Den Vorsitz des 2680 Mitglieder starken Vereins übernahm am Mittwoch im Weßlinger Pfarrstadl Stefan Schilling. „Er hat starke Fußspuren hinterlassen“, sagte der bisheriger Stellvertreter über Guckelsberger. Und er kündigte an, sich auf die Pflege der 30 Biotopflächen zu konzentrieren, die Umweltbildung der Kinder weiter auszubauen oder sich für das Volksbegehren gegen Flächenfraß einzusetzen.

Guckelsberger rückt in die zweite Reihe zurück. Die Beine werde er aber nicht hochlegen, versprach der 80-Jährige, bevor er die knapp 60 Mitglieder und interessierten Gäste durch das vergangene Jahr führte. Dabei würdigte er unter anderem Constanze Gentz, die sich der Rettung der bedrohten Kiebitze verschrieben hat. Als großen Erfolg bezeichnete er, dass Seefelds Klinik nicht in „die Frischluftschneise“ zwischen das FFH-Gebiet an der Eichenallee umgesiedelt wird. Vogelschutz geht beim LBV Hand in Hand mit Umweltschutz. Etwa wenn die Freiwilligen das seltene Bodenseevergissmeinnicht am Kiesufer des Ammersees oder die Biotope pflegen. Auch das Wiedervernässen von Moorflächen gehört zu ihrem Aufgabengebiet. Gut gelungen sei das im Ettenhofener Moos – weniger gut sehe es im Gilchinger Wildmoos aus, sagte Guckelsberger. Dabei sei man 2013 voller Erwartungen am Naturschutzgebiet gestanden. „Wir hofften, die ständige Austrockung ist beendet. Es ist aber nichts erkennbar weitergegangen.“

Geschäftsstellenleiter Franz Wimmer erklärte in Auszügen die teils schweißtreibende Arbeit der Vogelschützer. So transportierten sie drei Tonnen Kies zur Brutplattform auf dem Flussseeschwalbenfloß auf dem Starnberger See oder hängten im Akkord Nistkästen an die Bäume im Friedhof St. Vitus in Gilching. Pit Brützel verschaffte den Zuhören einen Einblick in die Tätigkeiten der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen. Bei Wind und Wetter zählten sie die Population oder rammten im Leutstettener Moos 600 Bambusstecken als Sitzgelegenheit für Braunkehlchen in den Boden. Die Liebe zur Natur und Vögel war bei jedem Redner spürbar. Auch bei Schatzmeisterin Renate Zoller, die ihren Bericht mit einem gähnenden Polarfuchs ankündigte. Das Minus von rund 2400 Euro verschwindet im Vermögen von rund 165 000 Euro.

Schillings Stellvertreter sind Patrick Fantou und Günther Paschek. Schriftführer ist Jürgen Klenk, Schatzmeisterin bleibt Renate Zoller, neue Jugendbeauftragte ist Claudia Trepte. Beisitzer sind Pit Brützel, Dr. Klaus Gottschaldt, Dr. Rudi Netzsch, Harald Trepte und Dr. Tobias Zehetmair. Ingrid und Dr. Dieter Hennig wurden für langjährige Vorstandsarbeit und Josef Rammer für das Anbringen und Warten von 200 Nistkästen in Gilching geehrt.

Von Michèle Kirner

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