Schmierereien wie hier in Feldafing wollen die Weßlinger vermeiden.
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Schmierereien wie hier in Feldafing wollen die Weßlinger vermeiden.

Idee des Umweltausschusses

Legale Graffiti in Weßling

Legale Graffiti soll es fortan in Weßling geben. Der Umweltausschuss hat am Mittwoch beschlossen, den Jugendlichen Wände und Mauern für ihre Kunst zur Verfügung zu stellen.

Weßling – Die Idee entstand im November 2020, erzählten Tim Snay und Lennart Zilg, beide 17 Jahre alt, am Mittwochabend den Mitgliedern des Weßlinger Umweltausschusses. Damals, als ein Fußballer der B-Jugend an Lymphknotenkrebs erkrankte, sprühten sie „Gute Besserung“ auf eine am Sportplatz aufgezogene Folie. Ähnlich hätten sie ihre Spraykunst auch in der Vergangenheit ausgelebt, sagte Snay. Der mit der Plastikfolie einhergehende Müll habe ihn jedoch immer wieder beschäftigt. Umweltfreundlicher wären freigegebene Wände und Mauern in der Gemeinde, überlegten die Initiatoren und traten mit dem Vorschlag an Jugendhaus-Vorstand und Vizebürgermeister Sebastian Grünwald (Grüne) heran – und rannten offene Türen ein. Selbst wenn die dabei austretenden Gase und die Wegwerfdosen immer noch nicht gerade umweltfreundlich seien, wie Anton Wunderl (FW) in der Sitzung einwarf. „Gesprüht wird so oder so“, betonte Snay.

Der Umweltaspekt sei „ein wunder Punkt“, erklärte Grünwald gegenüber dem Starnberger Merkur. Eine Lösung könnten von der Gemeinde bereitgestellte Kompressoren bieten, sagte er und griff damit eine Idee von Bürgermeister Michael Sturm auf. Abgesehen davon war die Resonanz im Ausschuss für das Projekt positiv.

Voraussichtlich ab der kommenden Woche dürfen sich rund 20 jugendliche Graffiti-Künstler zwischen 15 und 25 Jahren an den Wänden des Geschäftsgebäudes an der Hauptstraße (Tierladen) und der Unterführung am Steinebacher Weg austoben. An beiden Stellen hinterlassen auch jetzt schon Sprayer in Nacht-und-Nebel-Aktionen Farbe. Egal ob Kunst oder Schmiererei: Bislang laufen die Graffiti unter Vandalismus, rechtlich gesehen handelt es sich um Sachbeschädigung. Komplett verhindern könne man die illegalen Sprayaktionen nicht, gab Snay zu, aber sicherlich eindämmen.

Gute Erfahrungen hat die Gemeinde diesbezüglich bereits bei der Unterführung am Steinebacher Weg gemacht, die Weßlings ehemalige Bürgermeisterin Monika Meyer-Brühl einst von Grundschülern bemalen ließ. „Danach war lange Ruhe“, erinnerte sich Sturm. Der Bürgermeister stellte den Nachwuchskünstlern gleich noch eine extra dafür aufgestellte Wand am zukünftigen Bauzaun der neuen Schule in Aussicht. Und eintönig wird es für den Betrachter sicherlich nicht, denn die Werke würden regelmäßig mit einer Grundierung übermalt und neu besprayt, erklärte Snay.

Michèle Kirner

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