Alles ganz legal, aber die Polizei kam trotzdem: Vizebürgermeister Sebastian Grünwald mit Lennart Zilg und Tim Snay (v.l.) vor einem der offiziell gesprühten Kunstwerke in Weßling.
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Alles ganz legal, aber die Polizei kam trotzdem: Vizebürgermeister Sebastian Grünwald mit Lennart Zilg und Tim Snay (v.l.) vor einem der offiziell gesprühten Kunstwerke in Weßling.

Hinweisschilder geplant

Legale Sprüh-Aktion in Weßling: Polizei stattet jungen Sprayern trotzdem Besuch ab

Sprayen ist in der Unterführung am Steinebacher Weg in Weßling neuerdings erlaubt. Trotzdem kam die Polizei. Damit das nicht mehr vorkommt, werden Schilder aufgestellt.

Weßling – Ganz legal dürfen Weßlings Jugendliche fortan nach Herzenslust die Unterführung am Steinebacher Weg besprayen (wir berichteten). Vor einer knappen Woche wurden die Wände offiziell für die Streetartisten freigegeben. Die Freude währte allerdings gerade mal eine Stunde: Dann kam die Polizei und nahm die Personalien der Jugendlichen auf.

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen, erzählt Lennart Zilg (17) dem Starnberger Merkur. Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Tim Snay und drei weiteren Nachwuchskünstlern hatte er gerade eine Grundierung gelegt und mit Spraydosen verschiedene Schriftzüge in allen Farben gesprüht. „Die Spraydosen haben wir neben uns abgelegt“, erzählt Lennart. Um sie später ordentlich zu entsorgen, denn das war der Deal mit der Gemeinde.

Ein Radler verständigt die Polizei - die muss die Sache prüfen

Dann kam ein Rennradler. „Er hat uns gesagt, wir sollen die Dosen mitnehmen.“ Die Jugendlichen erklärten, dass das alles von der Gemeinde erlaubt sei und versicherten, dass sie den Müll nicht liegen lassen würden. Den Sportler konnten sie wohl nicht überzeugen. Nur fünf Minuten später waren die Ordnungshüter vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen.

Snay rief Vizebürgermeister Sebastian Grünwald an, der das Projekt in seiner Funktion als Vorstand des Jugendhauses begleitet hat. „Ich habe der Polizei gesagt, dass die Jugendlichen die Erlaubnis zum Sprühen von der Gemeinde haben“, berichtet Grünwald. „Die Polizei war sehr freundlich und sagte, sie müssten das noch prüfen“, erinnert sich Zilg.

Schilder sollen Passanten in Weßling auf das Projekt hinweisen

Überprüft und für richtig befunden, bestätigte Tobias Hollaus, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeistation in Herrsching. Üblich sind genehmigte Sprayerwände im Landkreis schließlich noch nicht.

Um künftig ein ähnliches Szenario zu verhindern, sollen demnächst Hinweisschilder den Passanten die Legalität der Kunstsprayer verdeutlichen. „Wir hoffen, damit erneute Polizeieinsätze zu vermeiden“, sagt Jugendreferent Rasso von Rebay.

Zweiter Standort für Sprayer stellt sich als unbrauchbar heraus

Ursprünglich war auch die Fassade des Tierladens an der Hauptstraße für die kreativen Aktionen der an die 20 Jugendlichen gedacht. „Der zweite Standort am alten Lagerhaus des Tierladens ist zu hoch und hätte erst mit einem Geländer gesichert werden müssen“, begründete von Rebay die Entscheidung gegen die Wand neben den S-Bahn-Gleisen.

Solange die Grundschule am Meilinger Weg gebaut wird, bekommen die Kreativen noch zusätzliche Flächen am Bauzaun – versehen mit einem entsprechenden Hinweis, dass sie mit den Sprühflaschen dort ganz legal Farbe anbringen.

Michèle Kirner

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