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Mit einem Messer ging ein Mann in einer Asyl-Unterkunft auf andere los (Symbolbild).

Verhandlung

Messerstecherei in Asyl-Unterkunft: Verwirrende Aussagen des Angeklagten

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Eine Messerattacke unter Somaliern in der Asylbewerber-Unterkunft in Weßling stellt das Landgericht München II auf eine harte Geduldsprobe. Angeklagt ist ein vermeintlich 21-Jähriger, der angeblich weder genau weiß, wie alt er ist, noch, was er in einer Novembernacht 2018 angestellt hat.

Weßling – Laut Anklageschrift soll der an Schizophrenie erkrankte Mann mit einem 22 Zentimeter langen Messer auf einen schlafenden Zimmergenossen eingestochen haben. Der Landsmann erwachte durch den Stich in die linke Schulter. Er sprang auf und wurde vom Angeklagten an der Stirn getroffen. Er flüchtete, wurde verfolgt und bekam einen dritten Stich in den Oberschenkel, der vierte traf seinen Oberarm. Der zweite Mitbewohner wurde ebenfalls am Oberarm getroffen. Beide Männer verbarrikadierten sich in zwei Zimmern, bis Polizei und Rettung eintrafen.

„Ich habe die Kontrolle verloren, ich möchte sie um Verzeihung bitten“, sagte der Angeklagte. „Wollten Sie denn, dass sie tot sind?“, fragte die Vorsitzende Richterin Regina Holstein. „Nein“, erwiderte der junge Mann, aber das nahm ihm kaum jemand ab. Zu viele Versionen von dem Vorfall hatte er bereits geliefert. Dass alle betrunken gewesen seien, dass er niemanden verletzt habe, dass er nicht mit einem Messer, sondern mit einer Gabel zugestochen habe und dass er in Notwehr handelte, weil ihm der Mitbewohner an den Hoden gelangt hätte.

Irgendwann wurde es der Richterin zu bunt. „Ich kann Sie auf ewig wegsperren“, drohte sie und forderte den Angeklagten ein letztes Mal auf, bei der Wahrheit zu bleiben. „Ich kann das nicht unterscheiden“, bekam sie zu hören. Vermutlich steckte in dieser Antwort viel Wahres. Denn mal erzählte er, dass seine Mutter Hausfrau gewesen sei, später wiederum bezeichnete er sie als Viehhändlerin. Die Zahl seiner Geschwister variierte zwischen fünf und sieben, die Kosten seiner Flucht zwischen 1000 und 2000 Euro. Er bezeichnete sich als gesund, obwohl er stets Stimmen hörte, die er mal als lang gezogenen „Wuuuu-Laut“, mal als sprechendes Etwas beschrieb. Nachts seien sie besonders aktiv gewesen. Der Prozess dauert an.

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