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Ein klares Zeichen gegen Rassismus setzte Anton G. Leitner unlängst in München.

Mobbing on- und offline

Weßlinger Dichter setzt Zeichen gegen Rassismus - und wird jetzt attackiert

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Der Weßlinger Poet Anton G. Leitner sieht sich seit Tagen Angriffen im Netz und per Post eingesetzt, weil er ein Zeichen gegen Rassismus setzte.

Weßling – Poet Anton G. Leitner aus Weßling macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Gerade feierte er noch den 25. Geburtstag seiner Heftreihe „Das Gedicht“ (wir berichteten), schon stand er gemeinsam mit anderen Dichtern auf dem Münchner Marienplatz und setzte für Amnesty International ein Zeichen gegen Rassismus. „Poeten nehmen Rassismus persönlich“ steht auf dem Schild, das Leitner dabei stolz gen Himmel streckte.

Beides – sein Erfolg und der dazugehörige Medienrummel sowie sein klares Bekenntnis für Menschenrechte – beschert ihm derzeit allerdings eine Menge Ärger. „Liebe Freunde, Ihr habt Euch vielleicht gefragt, warum ich heute nichts gepostet habe. Seit unserer Amnesty Demonstration werde ich auf vielfältige Weise attackiert“, schreibt Leitner auf seiner Facebookseite. Was ist da los? Der Starnberger Merkur fragt nach: „Unbekannte haben eine massive Attacke gegen Internetseiten meines Verlages initiiert“, berichtet Leitner am Sonntag.

Eine der anonymen Karten , die seit Tagen zuhauf im Briefkasten der Leitners landen. Neben Gabi aus Gilching schreibt auch die ominöse Steffi an den Dichter. 

Binnen weniger Stunden seien Tausende Mails eingegangen. Alle ohne verständlichen Inhalt. „Es ging nur darum, uns massiv zu schaden“, so der Dichter. Da inzwischen auch zahlreiche Buchbestellungen bei ihm per Mail eintreffen, drohten Bestellungen in der Spamflut unterzugehen. Hilfe musste er sich selbst organisieren, so der Weßlinger: „Die Polizei wirkte überfordert, beim Bundesamt für Datensicherheit geht am Freitagnachmittag keiner mehr an das Telefon, es kommt eine Ansage: Bitte rufen Sie später wieder an.“ Schlussendlich waren es sein Systemadministrator Dieter Schütz aus Weßling und seine Online-Redakteurin Alexandra Palme, die das Problem in den Griff bekamen. Dennoch liegen jetzt 5000 Mails in einem isolierten Verzeichnis und müssen durchsucht werden. Schließlich könnten sich darunter auch normale Kundenbestellungen oder Mails befinden.

Geht es bei dieser Internet-attacke vor allem darum, Leitners Verlag zu schädigen, ist die zweite Art der Belästigung in ihrer Naivität fast schon kurios. „Jedes Mal, wenn ein größerer Beitrag über mich erscheint, geht es wieder los“, berichtet Leitner. Als im Münchner Merkur dieser Tage ein doppelseitiges Porträt erschien, dauerte es nicht lang und die ersten anonymen Postkarten landen im Briefkasten der Familie Leitner. „Ich hatte im Interview gesagt, dass ich alles Geld, was ich mit Gedichten verdiene, im Verlag belasse und vom Einkommen meiner Frau lebe“, sagt Leitner. Auf den anonymen Postkarten werde nun der Eindruck erweckt, er habe Liebschaften. Wohl mit dem Ziel, dass seine Frau ihm den Stuhl vor die Tür setzt und die Mittel streicht.

„Da sind die Gabi aus Gilching und die Steffi, mit denen ich angeblich etwas habe“, sagt Leitner. „Als ob ich so dämlich wäre, mir eine Liebschaft im Nachbarort zu suchen“, meint er und lacht schallend. Leitner nahm die Postkarten mit und verlas sie auf der Geburtstagsfeier eines Münchner Kabarettisten. Es wurde viel gelacht. Dennoch: „Ich habe einen sehr konkreten Verdacht, wo die Karten herkommen“, sagt Leitner. Da gebe es einen Heimatdichter, der seit vielen Jahren eine innige Fehde mit ihm pflege und immer wieder vielfältige Aktionen startet, sobald Artikel über Leitner erscheinen. „Die Handschrift kommt mir sehr bekannt vor“, sagt der Poet, der sich weitere Schritte vorbehält. Ob und inwieweit die Polizeiinspektion Herrsching ermittelt, ließ sich am Sonntag allerdings nicht recherchieren. Die Beamten berichteten, dass der zuständige Mitarbeiter nicht im Dienst sei und sie deswegen keine Angaben zum Stand der Ermittlungen machen können.

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