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Kick-off-Veranstaltungen: Weßling will näher ran an die Unternehmer

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„Kick-off“ mit Weßlings Gewerbetreibenden: (v.l.) Christoph Winkelkötter (gwt), Bürgermeister Michael Sturm, Gewerbereferentin Christina Mörtl-Diemer und Uwe Jennerwein (BDS) diskutierten mit Unternehmern.
„Kick-off“ mit Weßlings Gewerbetreibenden: (v.l.) Christoph Winkelkötter (gwt), Bürgermeister Michael Sturm, Gewerbereferentin Christina Mörtl-Diemer und Uwe Jennerwein (BDS) diskutierten mit Unternehmern. © Andrea Jaksch

Sind die Unternehmen gesund, geht es auch der Kommune gut. Umso wichtiger sind Zusammenarbeit und Kommunikation. Aus diesem Grund lud die Gemeinde Weßling ihre Gewerbetreibenden zur ersten von fünf „Kick-off-Veranstaltungen“ in den Pfarrstadel ein.

Weßling – Michael Sturm, Bürgermeister von Weßling, ist als Elektrotechniker selbst Unternehmer mit Haut und Haaren. Da ist es logisch, dass er ganz nah dran sein möchte an seinen Kollegen. Denn ohne die geht es nicht: „Sie sind für eine Gemeinde wichtig wegen der Gewerbesteuer. Aber die muss erst mal erarbeitet werden“, sagte er bei der Begrüßung von rund 20 Unternehmerinnen und Unternehmern im Pfarrstadel. „Wir wollen die Gemeinde attraktiv und leistungsfähig machen, dafür brauchen wir Sie.“

Der Abend solle dazu dienen, Wünsche, Gefühle und Ideen zu definieren. Unterstützt wurde Sturm von der neuen Gewerbereferentin Christina Mörtl-Diemer (CSU) und Uwe Jennerwein, Bezirksgeschäftsführer des Bunds der Selbstständigen (BDS). Auch Wirtschaftsförderer Christoph Winkelkötter (gwt) war vor Ort, ein bisschen auch als Privatmann: Er wohnt in Hochstadt.

Personalberaterin Mörtl-Diemer setzt auf Kommunikation. „Es ist wichtig, Sie zu verstehen, um Sie zu unterstützen“, sagte sie. Arbeitsweise und Umwelt hätten sich verändert, Corona schließlich habe alles auf den Kopf gestellt. „Auch die Gemeinde muss anders denken“, betonte sie. Allein die Zahl der Einpendler habe sich seit 2009 um 48 Prozent erhöht, „das müssen wir nutzen, den ÖPNV stärken, an der Hauptstraße aktiv werden und Wohnraum schaffen“. Sie wünsche sich Netzwerke und Vertrauen. „Wir wollen das als Gemeinde stärken, auch mit Stammtischen, Kamingesprächen und einem Terminkalender.“ Dazu komme die Veröffentlichung der Firmenprofile auf der Internetseite der Gemeinde, eine Gewerbezeitung und auch die Möglichkeit, Gewerbeanmeldungen online zu machen. Mörtl-Diemer möchte zudem die Zusammenarbeit mit der gwt und dem BDS intensivieren, und als allererstes den eigenen Gewerbeverband wiederbeleben.

Auch Jennerwein setzt auf Kommunikation und Netzwerke. Er erklärte die Vorteile einer Mitgliedschaft und die Einflussmöglichkeiten des BDS, der beispielsweise als Träger öffentlicher Belange auch von der Regierung von Oberbayern um Stellungnahme gebeten wird. „Wir wollen dem Gewerbeverband Weßling Leben einhauchen.“

Dann waren die Unternehmer an der Reihe. Georg Reik vom gleichnamigen Elektrogeschäft wollte wissen, wie es um die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen bestellt ist. „Ein Handwerkerhof würde mir vorschweben“, sagte er. Sturm setzt auf die Erweiterung des Argelsrieder Felds. Doch auch in Weßling fehlten Flächen. Und auf die richtige Zusammensetzung von Handwerk und Hightech sei zu achten. Matthias Selmer, der an der Hauptstraße ein Reisebüro betreibt, und Wirtschaftsprüfer Jürgen Pelz vom Reisebüro beklagten die schlechte Mobilfunk- und Internetverbindungen. Winkelkötter sprach von einem „Marktversagen“: „Es ist utopisch, zu glauben, in fünf Jahren haben alle Glasfaser. Das ist einfach zu teuer.“ Stefan Hartman, FDP-Gemeinderat und Apotheker aus Gilching, appellierte an die Kommunalpolitiker, auch an den kleinteiligen Einzelhandel zu denken. Hartmann betreibt drei Apotheken in Gilching, eine in Weßling. Den Bau der Umgehung habe man gespürt, dazu komme die Bedrohung durch den Versandhandel. Nicole Weiß, Inhaberin des Schmuckateliers Weiß, beklagte den starken Bus- und auch Baustellenverkehr. Doch da waren Sturm die Hände gebunden.

Der Überlegung, den Weßlinger Kern attraktiver zu gestalten, konnten alle etwas abgewinnen. Auch wenn dies wieder Verkehr bringt. Es bleibt also kompliziert.

Die nächste „Kick-off-Veranstaltung, diesmal für die Betriebe des Argelsrieder Felds, findet am Donnerstag, 24. September, ebenfalls im Pfarrstadel statt. Beginn ist um 19 Uhr. Anmeldungen werden unter z (0 81 53) 404 40 von Sandra Hettmer entgegengenommen.

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