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„Omikron schwebt über uns“: Viele Herausforderungen für Tagespflege Weßling

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Senioren-Tagespflege
Wertvolle Entlastung: Während Senioren in einer Tagespflege gut versorgt sind, können sich pflegende Angehörige um andere wichtige Dinge kümmern. © Symbolbild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Tagespflege Weßling musste 2021 viele Herausforderungen meistern. Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur lässt Leiterin Julia Hager das Jahr Revue passieren.

Weßling – „Hinter uns liegt ein anstrengendes Jahr“, sagt Julia Hager. Dabei bezieht sich die 49-jährige Leiterin der Tagespflege Weßling auf die Herausforderungen im zweiten Pandemiejahr. Allerdings brachte 2021 auch Positives mit sich. „Das Highlight des Jahres ist das zweite Fahrdienstauto mit der Rollstuhlrampe“, freut sich die gelernte Krankenschwester. „Das war notwendig, weil wir seit dem Umbau fast doppelt so viele Gäste betreuen wie zuvor. Und viele von ihnen müssen abgeholt werden.“ Jetzt seien sie auf der Suche nach einer Unterstützung, die stundenweise als Fahrer einspringen könnte.

Wobei die Aufgaben weit über das Chauffieren hinausreichten. Schließlich warteten „unsere besonderen Leute“ nicht zwangsläufig fertig angezogen vor ihrem Zuhause. Vielmehr lägen diese manchmal gemütlich im Schlafanzug auf dem Sofa. Dann müssten sie angezogen, Brille oder Hörgerät eingepackt und anschließend mit FFP2-Maske in die Tagespflege gebracht werden. Die Fahrzeugrampe ermöglicht es, dass auch auf den Rollstuhl angewiesene Menschen mitfahren können. Und viele der Besucher könnten irgendwann nicht mehr selbstständig gehen. „Die Tagespflege ist aber wichtig, weil sie damit in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können“, erklärt Hager. Gekostet hat das Auto 35 000 Euro. „Das konnten wir uns nur leisten, weil gut 30 000 Euro Spenden dafür eingegangen sind“, sagt Hager.

Julia Hager ist Leiterin der Tagespflege Weßling.
Julia Hager ist Leiterin der Tagespflege Weßling. © Privat

Spenden ermöglichten auch die Ausstattung der Wohnung am Höhenrainäcker mit entsprechendem Mobiliar. Die Einrichtung trage sich nämlich „gerade eben“, sagt Hager. Und finanziell werde es mit den höheren Tarifen für die Mitarbeiter, die sie sehr befürworte, noch enger. Ein Löwenanteil bleibe am Verein hängen.

Dank an Weßlinger Hausärzte: „Haben uns bei der Impfung sehr unterstützt“

Das ist eines der Themen, die an den regelmäßigen Runden Tischen mit angrenzenden Nachbarschaftshilfen diskutiert werden. Daran nimmt auch Vereinsvorsitzende Monika Toews teil, die Hager als „überdurchschnittlich engagiert“ beschreibt. Das Team besteht aus neun Pflegekräften, drei Teilzeitkräften im Fahrdienst und einer Putzhilfe. Die Mitarbeiter und die Gäste seien bereits zum dritten Mal geimpft. Dankbar ist Hager, „dass uns die Weßlinger Hausärzte bei der Impfung sehr unterstützt haben“. Bisher hatten sie noch keinen einzigen Coronafall. „Aber Omikron schwebt über uns.“ Deshalb werde seit ein paar Wochen jeder Besucher täglich getestet.

„Wir sind alle sehr erschöpft, denn gegen Covid zu arbeiten, ist psychisch und physisch anstrengend“, sagt sie. Auf das Jahr 2022 blickt die Leiterin dennoch positiv. Ihr Credo: „Wir bewahren uns die Zuversicht und Hoffnung, dass wir bald lernen, mit dem Virus zu leben.“

Spenden an Tagespflege möglich

Spenden sind möglich an den Träger der Tagespflege, die Nachbarschaftshilfe Weßling, Hochstadt, Oberpfaffenhofen e.V.; IBAN DE33 7009 3200 0103 5614 10, BIC GENODEF1STH, VR Bank STA-HG-LL; Verwendungszweck „Tagespflege“.

Text: Michele Kirner

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