Geehrte und Gratulanten bei der Weßlinger Feuerwehr (v.l.): Kreisbrandrat Peter Bauch, Michael Polednik (Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands), Günther Schöpp (Vorsitzender Feuerwehr Weßling), Georg Schmid (Bayerisches Ehrenkreuz in Silber), Michael Koebler (Bayerisches Ehrenkreuz in Silber), Thomas Ostermair (Bayerische Ehrenmedaille in Bronze), Robert Allgaier (Ehrenmitglied), Michael Schütz (Kommandant Weßling) und Peer Mersetzky (Firma Madverts). Nur für das Foto wurden die Maken abgenommen und Abstände verringert.
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Geehrte und Gratulanten bei der Weßlinger Feuerwehr (v.l.): Kreisbrandrat Peter Bauch, Michael Polednik (Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands), Günther Schöpp (Vorsitzender Feuerwehr Weßling), Georg Schmid (Bayerisches Ehrenkreuz in Silber), Michael Koebler (Bayerisches Ehrenkreuz in Silber), Thomas Ostermair (Bayerische Ehrenmedaille in Bronze), Robert Allgaier (Ehrenmitglied), Michael Schütz (Kommandant Weßling) und Peer Mersetzky (Firma Madverts). Nur für das Foto wurden die Maken abgenommen und Abstände verringert.

Freiwillige Feuerwehr Weßling holt Versammlung nach – Kinderfeuerwehr im Herbst geplant

Positive Bilanzen und späte Ehrungen

  • Hanna von Prittwitz
    VonHanna von Prittwitz
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Es gibt keinen Bereich, den die Pandemie nicht irgendwie durcheinandergebracht hätte. Umso glücklicher waren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Weßling, dass sie mit einiger Verspätung nun endlich ihre Jahreshauptversammlung abhalten konnten.

Weßling - Unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen trafen sich die Aktiven in der leer geräumten Fahrzeughalle ihres Feuerwehrhauses. Unter den Gästen: Kreisbrandrat Peter Bauch, Kreisbrandinspektor Andreas Pain und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Starnberg, Michael Polednik. Neuwahlen standen nicht auf dem Programm, dafür aber die Berichte des Vorsitzenden Günther Schöpp und des Kommandanten Michael Schütz sowie Ehrungen.

Ursprünglich hatten die Weßlinger Feuerwehrler 2020 das 130. Gründungsfest ihrer Wehr feiern wollen. „Das es ausfiel, war umso schmerzlicher, weil wir für die Planungen und Vorbereitungen schon sehr viel Engagement aufgewendet hatten“, sagte Vorstand Schöpp. Ihren Dienst am Nächsten habe die Feuerwehr dennoch vollumfänglich geleistet. „Nur der First-Responder-Dienst musste zu Beginn der Pandemie für einige Wochen ausgesetzt werden, da die erforderliche Schutzausrüstung wie zum Beispiel FFP2-Masken nicht in ausreichender Zahl vorhanden war“, berichtete Schöpp.

In der Gesamtbilanz für das vergangene Jahr sind 84 reine Feuerwehreinsätze und 131 First-Responder-Einsatze verzeichnet. Dass diese von den sieben aktiven Frauen und 36 Männern trotz der erschwerten Bedingungen durchgezogen wurden, dafür bedankten sich Vorstand und Kommandant ausdrücklich.

Auch der Übungsbetrieb musste überdacht werden. „Einige Übungen sind zu Beginn der Pandemie ausgefallen, aber relativ schnell konnte man mittels Online-Übungen zumindest theoretische Inhalte an die aktive Truppe weitervermitteln“, sagte Kommandant Schütz. Mit Fortschreiten des Jahres waren wieder Präsenzübungen möglich, doch es konnten immer nur vorher festgelegte Gruppen an unterschiedlichen Tagen üben.

„Trotz der Einschränkungen konnten einige Jugendliche unter strengen Schutzmaßnahmen die Jugendleistungsprüfung ablegen“, freute sich Jugendleiterin Nicole Scheibenpflug. Weil sie ihre Aufgabe als stellvertretende Kreisbereitschaftsleiterin im BRK sehr in Anspruch nimmt, übergab sie ihr Amt schweren Herzens in die Hände von Barbara Chorherr und Georg Schmid.

Im Fokus steht auch weiter die Werbung um neue Mitglieder. „Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, bei ihrer Feuerwehr mitzumachen, nur so kann eine schnelle Hilfeleistung bei Bränden, Verkehrsunfällen oder auch medizinischen Notfällen erfolgen“, sagte Schütz. Um dem Nachwuchs einen frühen Kontakt zur Ortsfeuerwehr zu vermitteln, soll es ab Herbst eine Kinderfeuerwehr geben. „Über die Details dazu wird aber noch entschieden“, erklärte der Kommandant.

Schon im Rahmen des Jubiläumsfestes waren einige Ehrungen geplant. Die konnten bei der Versammlung endlich nachgeholt werden. Für sein langjähriges Wirken als stellvertretender und erster Vorstand ernannte die Wehr Robert Allgaier zum Ehrenmitglied. Eine besondere Auszeichnung erhielt Thomas Ostermair, der als zwischenzeitlich passives Mitglied (weil in Rente) immer noch aktiv ist. Er nahm die Bayerische Ehrenmedaille in Bronze entgegen. „Die Auszeichnung gilt für ihn und seine ganze Familie“, sagte Schütz.

Michael Koebler und Georg Schmid nahmen das Bayerische Ehrenkreuz in Silber entgegen – eine Auszeichnung „für ihren herausragenden Einsatz für das Feuerlöschwesen“, wie Schütz sagte. Koebler ist seit mehr als 40 Jahren Mitglied der Feuerwehr, Schmid seit mehr als 25 Jahren, er war zwölf Jahre Kommandant. Peer Mersetzky, Inhaber der Firma Madverts, wurde für seine unermüdliche Unterstützung der Feuerwehr geehrt. „Sein besonderes Engagement wird mit dieser Auszeichnung des Landesfeuerwehrverbandes und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft besonders anerkannt und gewürdigt“, stellte Schütz fest. Er hatte sich dann noch etwas Besonderes für seine Kameraden einfallen lassen und Landtagspräsidentin Ilse Aigner um ein paar persönliche Worte gebeten. „Sie hat sofort geantwortet“, freute sich Schütz. Die drei Anerkennungsbriefe gab’s obenauf zu den Urkunden.

Auch Bürgermeister Michael Sturm bedankte sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Weßling „für ihren unermüdlichen Einsatz“. Dabei weiß er sehr gut, von was er spricht, da er als aktives Mitglied oft selbst mit ausrückt.

Eine Feier des Jubiläumsfestes wird es im kommenden Jahr wohl nicht geben. „Man kann so was nicht nachholen, das wäre nur eine blasse Kopie“, sagte Schütz gestern auf Nachfrage. Die Enttäuschung für die Absage „hängt noch in den Knochen“. Das Fest hätte Ende März 2020 stattfinden sollen, „es ging nur um zwei Wochen“. Zwei Jahre Vorbereitung waren für die Katz’. Unter anderem hatte die Wehr den Komiker Harry G. engagiert. „Vielleicht gibt es einen kleineren Event“, überlegt Schütz.

Die nächsten Wahlen bei der Wehr finden im März 2022 statt. Schütz, seit sechs Jahren im Amt, würde gerne weitermachen. „Da gibt es noch ein paar Sachen, die ich zu Ende bringen möchte.“

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