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Die Vorfreude ist groß bei Bürgermeister Michael Muther (3.v.l.) und den SC-Mitgliedern. Vorsitzender Dr. Henrik Rebhan hält den Bohrer schon bereit, abgerissen wird das alte Häusl voraussichtlich erst in drei Wochen.

SC Weßling

Große Party vor ersehntem Abriss

Die Vereinsmitglieder feiern eine Abrissparty: Bevor der SC Weßling ein neues Vereinshaus bekommt, haben die Sportler am Samstag Abschied vom bisherigen Häusl genommen.

Weßling – Ursprünglich wollte Dr. Henrik Rebhan, Vereinsvorsitzender des SC Weßling, die Abrissparty des Vereinshäusls am Samstag im Wortsinn durchführen und gleich loslegen. Stattdessen setzte der Weßlinger die Hilti an und drillte nur symbolisch ein paar Löcher in die Wand des Gebäudes, das die Sportler auf dem 300 Quadratmeter großen Areal 1965 mit eigenen Händen erbaut hatten und das durch einen Neubau ersetzt werden soll. Herbert Wolleschak war damals 14 Jahre alt. Er sieht dem endgültigen Abbruch mit Wehmut entgegen, gestand das langjährige Vorstandsmitglied. Für eine gebürtige Weßlingerin geht mit dem Abbruch des Häusls sogar ein Stück Ortsgeschichte zu Ende.

„So ein aktiver Verein wie der SC Weßling braucht dringend ein Dach über dem Kopf für seine Sportler“, sagte Walter Moser, Kreisvorsitzender des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV). Geplant ist ein Neubau in Holzständerbauweise, der neben Umkleiden Lager, Küche, Kiosk, einen Allzweckraum und eine überdachte Terrasse vorsieht. Die ursprünglichen Pläne mussten in der Länge leicht gekürzt und in der Dachform verändert werden. Aus Zeitgründen, weil ansonsten eine langwierige Änderung des Bebauungsplanes notwendig geworden wäre, erklärte Rebhan den etwa 200 Besuchern des knapp 1600 Mitglieder starken Vereins. Der Vorsitzende rechnet mit Baukosten von 500 000 Euro.

Ein Fünftel davon werden durch Spenden getragen. Eine Weßlinger Familie, die anonym bleiben will, machte mit 10 000 Euro sogleich den Anfang. Zwei Kinoabende hatten insgesamt 2000 Euro in die Kassen gespült, während Alpha Modellbau das neue Vereinshaus kostenlos in Modellform nachgebaut hatte. Ein von Georg Reik moderiertes lustiges Kuhspiel mit einem Kälbchen von Benedikt Wunderl brachte noch mal 1000 Euro.

Im Vorfeld hat die Gemeinde Weßling einen Kostenzuschuss von 170 000 Euro und ein Darlehen in Höhe von 100 000 Euro bewilligt (wir berichteten). Etwa 60 000 Euro steuert der SC Weßling aus seinem Vereinsvermögen bei, und der BLSV übernimmt 20 Prozent der förderungsfähigen Kosten. Für die noch fehlenden etwa 87 000 Euro will ein Spendenteam des SCW bei Firmen und Mitgliedern vorsprechen.

Bürgermeister Michael Muther zeigte sich angetan von der Hartnäckigkeit des Vorstands, den Bau voranzutreiben. Über einen Neubau diskutiert worden sei auch früher schon, wusste Gemeinderat Günther Wieczorek. Er habe als Sportler einst im heute schimmligen Keller duschen müssen. Die Besichtigung der heruntergekommenen Räume war ein bisschen gruselig. Damals habe man mit diesen Zuständen leben müssen, sich nicht beschwert und die Augen zugedrückt, erinnerte sich Gemeinderätin Petra Slawisch. Wenn sie Geräte aus den Kellerräumen holen sollte, habe sie dies immer ängstlich und in Rekordgeschwindigkeit erledigt. Alles Erinnerungen, die bei der Abrissparty ausgetauscht und von Weßlings Blaskapelle musikalisch unterlegt wurden. In voraussichtlich drei Wochen macht ein Abrissunternehmen dann Nägel mit Köpfen. Und Rebhan hält an der Prognose fest, dass im Herbst zumindest das Gerüst steht. Den Rest erledigen die Mitglieder in Eigenleistung.

Von Michèle Kirner

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