+
Gundschule und AWISTA, in diesen Bereichen erwartet Bürgermeister Michael Muther, hier im Gespräch mit Redakteurin Hanna von Prittwitz, Entscheidungen.

So wird 2019 in Weßling

Nicht ärgern, nur wundern

Weßlings Bürgermeister Michael Muther geht gelassen in sein letztes Amtsjahr. Aber ein paar Dinge möchte er auf jeden Fall noch realisieren.

Weßling – Bürgermeister Michael Muther ist seit 2008 Bürgermeister der Gemeinde Weßling. Bei den Kommunalwahlen 2020 wird der 64-Jährige nicht mehr kandidieren. Für das letzte Amtsjahr hat dies aber keine Bedeutung, sagt er. Im Gegenteil, Einiges will er 2019 mit dem Gemeinderat auch noch weiter auf den Weg bringen. Dazu gehört vor allem die Planung für ein zentrales Schulhaus in Weßling.

Grundschule

Im Herbst, so hofft Muther, sollen die Planungen endlich konkreter werden. Das VGV-Verfahren läuft – mit Architekten und Projektsteuerer. „Eine große ehrenamtliche Unterstützung kommt auch von der Schulgruppe“, sagt Muther. Dass sich dennoch alles seit vielen Jahren hinzieht, daran kann auch er verzweifeln. „Diese Vorlaufzeiten versteht niemand, der nicht mit dem öffentlichen Dienst verheiratet ist.“ Für freie Unternehmer sei dies nicht zu begreifen. „Die Bürokratie, die wir uns aufbauen und die uns auch von der EU aufgebürdet wird, macht uns kaputt“, sagt Muther. Für die irrsinnigen Verfahren bräuchte man mehr Personal, das würde wiederum mehr Kosten verschlingen. „Und dann ist es auch sehr schwer, jemanden für diese Aufgaben zu finden.“ Umso glücklicher ist Muther mit seinem neuen Geschäftsführer Konrad Eisenhauer.

Zurück zur Schule: Im Herbst, das hofft Muther sehr, wissen alle mehr. Dass er im Frühjahr 2020 allerdings noch einen Spatenstich erlebt, das kann er sich schwerlich vorstellen, so sehr es ihn auch freuen würde.

Hauptstraße und Ortsmitte

Sämtliche Verkehrsnasen und auch das ausgewiesene Tempo 30 entlang der Hauptstraße entsprechen den Vorgaben der Behörden, dabei wird es also erstmal bleiben. Vor allem die Geschwindigkeitsreduzierung findet Muther gut. „Man hat den Eindruck, dass es ruhiger zugeht auf der Hauptstraße“, sagt er. Im Rahmen von Workshops wird die Gemeinde noch weitere Ideen zur Umgestaltung sammeln. Muther lässt aber keine Zweifel daran, dass für ihn die Schulplanung Priorität hat – „auch wenn das nicht alle so gerne hören wollen im Ort“. Im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) ist noch über Einmündungen und Kreuzungsbereiche wie beispielsweise zum See oder der Grünsinker Straße nachzudenken. Muther ist froh, dass die Gemeinde Weßling im Städtebauförderungsprogramm ist. Doch die Situation in Weßlings Mitte ist schwierig. Entscheidende Grundstücke gehören Privatpersonen. Die Besitzerin der Fläche, auf der 2016 ein altes Bauernhaus abgebrannt war, habe sich zuletzt gesprächsbereit gezeigt. Beim Gebäude daneben jedoch erwartet der Bürgermeister kein Entgegenkommen. „Wir haben einfach nicht genug eigene Freiflächen.“

Verkehrsüberwachung

Der Schleichverkehr nervt die Weßlinger, und zwar längst nicht nur, wenn die Lindauer Autobahn dicht ist. In den Sitzungen vor der Winterpause war die Überwachung der betroffenen Straßen ein Thema. „Starenkästen kriegen wir nicht“, sagt Muther, „aber vielleicht einen mobilen Anhänger“. Dies wird derzeit geprüft. Der Zweckverband für kommunale Verkehrssicherheit soll auch öfter blitzen in dem Bereich, an welchen Stellen genau, das prüft die Verwaltung derzeit ebenfalls (wir berichteten).

Ausbau Bahnhof

2014 noch hatte die Deutsche Bahn die Gemeinde um Beschlüsse zum Thema Ausbau und Wendegleis gebeten. Wie berichtet, sollte die Gemeinde ein Wendegleis erhalten, und quasi im Gegenzug dazu einen barrierefreien Ausbau. „Mittlerweile heißt es, das kommt mit Fertigstellung der zweiten Stammstrecke“, sagt Muther. Das soll 2026 sein, oder 2028. Die Gemeinde Weßling würde gerne Teile des Bahnhofs und Flächen rundum erwerben. Bisher gehört ihr nur die Wartehalle mit der Bücherei. Der Bereich, in dem sich drei leerstehende Wohnungen und der alte Fahrkartenschalter befinden, sind im Besitz der Bahn. „Aber solange nicht klar ist, wann und wie ausgebaut wird, verkauft die Bahn natürlich nicht“, sagt Muther. Sämtliche Ideen der Gemeinde sind damit auf Eis gelegt, beziehungsweise ihre Umsetzung erschwert. Allerdings hat Muther einen neuen Ansprechpartner bei der Bahn gefunden, den er in nächster Zeit nochmal anschreiben möchte in der Angelegenheit. „Seit vielen Jahren ist der Posten im Haushaltsplan drin“, amüsiert sich Muther.

Kümmern wird sich die Gemeinde aber um die Verkehrssituation am Bahnhof. „Da ist es brandgefährlich“, sagt Muther. Busse, Elterntaxis, Fußgänger und Radler – „da brauchen wir eine Lösung“. Anfang Januar findet eine Besprechung mit der Verkehrsbehörde statt, zur Diskussion steht die Ausweisung einer Einbahnstraße vom Maibaum in Richtung Schulstraße. „Radler dürfen entgegengesetzt fahren.“ Die Verkehrsbehörden sehen den Vorstoß der Gemeinde positiv.

AWISTA

Das ist natürlich das zentrale Thema 2019 – und eine Entscheidung wird fallen. „Wir bleiben am Ball“, verspricht Muther. Und er ist sehr froh, dass Landrat Karl Roth in dieser Angelegenheit „ein Miteinander mit der Gemeinde praktiziert“. Solle sich der AWISTA tatsächlich für das Gelände nahe der Grenze zu Hochstadt entscheiden, „wäre eine Weiterentwicklung des wichtigen Wasserschutzgebiets auf die nächsten Jahre unmöglich“, sagt Muther. „Das darf nicht passieren.“

Und sonst?

Muther freut sich sehr über das gute Miteinander im Gemeinderat. Nach den Sitzungen säße man oftmals zusammen, auch wenn man sich vorher ordentlich gestritten habe. Über die Nachfolge macht er sich keine Gedanken, es hat sich ja auch bis auf Roland von Rebay (FDP) noch kein Kandidat aus der Deckung gewagt. Er freut sich auf Mai 2020, wenn er mehr Zeit für seine Frau hat. Das nächste Jahr geht er gelassen an, wie immer. „Ich habe immer nach der Prämisse gelebt und gearbeitet: Nicht ärgern, nur wundern.“

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare