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Sonnenstrom für 725 Haushalte: Einblicke in den Solarpark bei Hochstadt

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Von: Stefan Reich

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Auf einer verfüllten Kiesgrube steht jetzt ein neuer Solarpark. Zur Eröffnung kamen (v.l.) Projektleiter Julian Hindelang von der Firma Vispiron, Christoph Klitzner und Thomas Grün von der Sparkasse Ebergsberg, die die Investition finanziert, Vispiron-geschäftsführer Florian Schönberger und Weßlings Bürgermeister Michael Sturm.
Auf einer verfüllten Kiesgrube steht jetzt ein neuer Solarpark. Zur Eröffnung kamen (v.l.) Projektleiter Julian Hindelang von der Firma Vispiron, Christoph Klitzner und Thomas Grün von der Sparkasse Ebergsberg, die die Investition finanziert, Vispiron-geschäftsführer Florian Schönberger und Weßlings Bürgermeister Michael Sturm. © Andrea Jaksch

Seit Dezember ist der neue Solarpark bei Hochstadt in Betrieb. Jetzt wurde das privatwirtschaftliche Projekt, das auch einen Stromspeicher umfasst, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Weßling – Passender kann das Wetter nicht sein für diesen Anlass. Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel, als die Firma Vispiron aus München ihren neuen Solarpark bei Weßling am Mittwochnachmittag der Öffentlichkeit vorstellt. Die Freiflächen-Fotovoltaik-Anlage auf einem wiederverfüllten Teil einer Kiesgrube zwischen Hochstadt, Unterbrunn und dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen produziert gerade fleißig Strom.

Die Besucher rücken zusammen im spärlichen Schatten, den ein weißer 40-Fuß-Container spendet. Gerade erklärt Geschäftsführer Florian Schönberger Details des Projekts, als seine Stimme in lautstarkem Dröhnen untergeht. Die Lüftung im Container ist angesprungen und sorgt dafür, dass die 432 Lithium-Ionen-Akkus im Inneren – jeder von der Größe eines Heimcomputers – nicht heiß laufen. „Gerade fließt Strom in die Akkus“, erläutert Schönberger, als er wieder zu verstehen ist.

Der Batteriespeicher in dem Container ist das Besondere dieser Solaranlage. So muss der Strom nicht dann ins Netz eingespeist werden, wenn gerade die Sonne scheint. Er kann abgegeben werden, wenn der Verkaufspreis an den Strommärkten attraktiv ist.

Durch den Ausbau von Wind- und Solaranlagen schwankt die Strommenge im Netz, je nachdem, wo gerade Wind weht oder Sonne scheint. Mit der Menge schwankt der Preis, „im Tagesverlauf von fast null bis rund 300 Euro je Megawattstunde“, erklärt Schönberger. Müsste man den Strom sofort einspeisen, wenn ihn die Solarpaneele auf der Freifläche hinter dem Container erzeugen, bekäme man dafür oft nicht allzu viel Geld. Denn genau dann laufen auch andere Solaranlagen auf Volllast.

Anlage gehört zu Projekt mit Speichern in Uffing, Peißenberg und Thüringen

Entwickelt hat den Speicher die Firma MTU-Rolls Royce mit Sitz in Allach. Er kann nicht nur den Strom aus der angeschlossenen Anlage aufnehmen. Er lässt sich auch aus dem Stromnetz laden, wenn der Marktpreis niedrig ist und die Akkus gerade nicht voll sind. Auch dieser Strom lässt sich später teurer verkaufen. Der Ablauf von Einspeisung und Speicherung, Einkauf und Verkauf, ist dabei hoch automatisiert, erfahren die Besucher.

Auch private Anleger können in die Parks von Vispiron investieren. Die Weßlinger Anlage gehört zu einem Projekt mit weiteren Speichern in Uffing, Peißenberg und im thüringischen Tauthenhain. Ab 500 Euro Einlage soll es bei sieben Jahren Laufzeit 2,5 Prozent Zinsen geben.

Einige Besucher haken kritisch nach. Wie das Kapital abgesichert sei, will ein Herr wissen. Anleger seien mit Solar- oder Win-Investments auch schon baden gegangen. „Auch bei uns gibt es ein Risiko“, sagt Schönberger. „Aber anders als bei anderen Angeboten stehen die Anlagen schon.“ Das Hauptrisiko sei, dass sie technisch versagten. Davon gehe man aber nicht aus. Neun Jahre soll der Speicher halten, dann müssten die Akkus ersetzt werden.

Gekommen ist auch Weßlings Bürgermeister Michael Sturm (Freie Wähler). Bei ihm bedankt sich Schönberger für die Offenheit der Gemeinde. „Als wir 2009 das erste Mal wegen eines Solarparks auf der Fläche gefragt haben, gab es kein Interesse“, sagt er. „Das war elf Jahre später anders.“ Die planungsrechtlichen Grundlagen waren bald gelegt. Vispiron kaufte die 1,6 Hektar und stellte Solarpaneele auf. Seit Dezember 2021 erzeugen sie so viel Strom, dass er über das Jahr gesehen den Bedarf von 725 Vier-Personen-Hauhalten deckt. Sturm sagt: „Wir reden mit der Firma schon über neue Flächen. Und darüber, dass wir uns dann wirtschaftlich beteiligen.“

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