Ein spektakulärer Unfall hat sich am Freitag gegen Mitternacht auf der Grünsinker Straße in Weßling ereignet. Die vier Insassen des Mini verschwanden von der Unfallstelle, noch bevor Polizei und Rettungsdienst vor Ort waren.
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Ein spektakulärer Unfall hat sich am Freitag gegen Mitternacht auf der Grünsinker Straße in Weßling ereignet. Die vier Insassen des Mini verschwanden von der Unfallstelle, noch bevor Polizei und Rettungsdienst vor Ort waren.

Rettungskräfte suchen bis zum frühen Morgen

Spektakulärer Unfall: Vier Insassen verschwinden mitten in der Nacht - Fahrer stellt sich am nächsten Tag

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Ein spektakulärer Unfall hat sich am Freitag gegen Mitternacht auf der Grünsinker Straße in Weßling ereignet. Ein Mini landete aus noch ungeklärten Ursachen auf dem Dach. Die vier Insassen verschwanden von der Unfallstelle, noch bevor Polizei und Rettungsdienst vor Ort waren. Es folgte eine großangelegte Suchaktion.

Update Sonntag, 13.30 Uhr: Wie die Herrschinger Polizei mitteilt, hat sich der Fahrer des Mini mittlerweile gestellt. „Am Samstag gegen 17 Uhr erschien ein 18-jähriger Weßlinger in Begleitung seiner Eltern bei hiesiger Dienststelle und gab an, der Fahrer des verunfallten Pkw gewesen zu sein“, berichtete ein Sprecher. „Zu den Hintergründen seiner Tat und den Mitfahrern wollte er sich nicht äußern.“ Gegen den jungen Mann wird nun wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Der Artikel vom Samstag, 12. Dezember: Weßling - Wie kam es zu dem Unfall? Wohin sind die Insassen verschwunden? Und vor allem: Wer saß am Steuer? Es sind viele offene Fragen, die sich nach diesem Unfall mitten in Weßling stellen. Klar ist - Stand Samstagnachmittag - dieses: Gegen 23.55 Uhr am Freitagabend fuhr ein blaumetallicfarbener Mini die Grünsinker Straße in Richtung Ortszentrum entlang. In etwa auf Höhe des Friedhofs verlor der Fahrer (oder die Fahrerin) die Kontrolle über den Wagen. Das Auto geriet ins Schleudern, fuhr die kleine Böschung hinauf, überschlug sich und blieb schließlich auf dem Dach mitten auf der Fahrbahn liegen. So schildert es ein Sprecher der zuständigen Polizeiinspektion Herrsching dem Starnberger Merkur.

Ersthelfer bekamen den Unfall mit, eilten zu dem Wrack und verständigten Polizei und Rettungsdienst. Bereits um 0.02 Uhr ging der Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr Weßling ein, die sich nach Angaben von Einsatzleiter Peter Heizer mit 18 Einsatzkräften auf den Weg zur Unfallstelle machte. Auch vier Rettungswagen, zwei Notärzte und der BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst wurden nach Weßling alarmiert.

Dort gab es für die eintreffenden Einsatzkräfte aber eine große Überraschung. Denn von den Insassen des Mini fehlte jede Spur. „Aufgrund des Unfallschadens musste davon ausgegangen werden, dass die Beteiligten zumindest leichte Verletzungen erlitten haben“, schildert der Polizeisprecher. Die Polizei forderte Verstärkung an, kurz darauf machten sich mehrere Streifenbesatzungen auf die Suche nach den Insassen. Die Feuerwehr sicherte zunächst die Unfallstelle ab und stellte den Brandschutz sicher. Dann bildete sie nach Angaben von stellvertretendem Kommandant Heizer fünf Fußstreifen à zwei Mann und beteiligte sich ebenfalls an der Suchaktion. Die Feuerwehrleute suchten im Bereich Ringstraße, Fabergstraße, Bognerweg, Walchstadter Weg, Sommerstraße und Herbststraße nach den Personen - ohne Erfolg.

Auch die DLRG Pöcking-Starnberg wurde um Unterstützung gebeten. Um 0.15 Uhr forderte die Einsatzleitung die Einsatzdrohne an, um mithilfe einer Wärmebildkamere nach den Personen zu suchen. Gegen 0.50 Uhr wurde die DLRG-Rettungshundestaffel Starnberg angefordert. Dazu kamen Rettungshunde der Malteser-Gliederung Dachau sowie mehrere Polizeihundeführer. „Auch unser Auftrag war es, das weitere Umfeld des Verkehrsunfalles nach möglicherweise verletzen Personen abzusuchen“, berichtet DLRG-Vorsitzender Walter Kohlenz. Aber auch diese Aktion verlief erfolglos. „Gegen 5.30 Uhr hieß es für die letzten unserer Einsatzkräfte: Einsatzende“, berichtet Kohlenz.

Die Feuerwehr hatte bereits gegen 4 Uhr die Unfallstelle verlassen können, wie Peter Heizer erklärt. „Wir haben das Unfallfahrzeug mit unserer Seilwinde wieder auf die Räder gestellt“, berichtet er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Nachdem der Abschlepper den Mini abtransportiert hatte, nahmen die Einsatzkräfte noch ausgelaufene Betriebsstoffe auf und reinigten die Unfallstelle.

Und nun? Der Fahrzeughalter ist der Polizei natürlich bekannt. Wer aber gefahren ist und wer die übrigen Insassen sind, all das war am Samstagnachmittag noch unklar. „Das ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagt der Polizeisprecher. Auf jeden Fall werde gegen den noch unbekannten Fahrer wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Der Mini wurde beschlagnahmt.

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