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Das war absehbar: An der Unterführung der Weßlinger Umfahrung haben sich schon Sprayer ausgetobt.

Umfahrung

Mit Grafitti gegen Grafitti

Sprayer haben die Unterführung bei der Umfahrung besprüht. Gemeinde und staatliches Bauamt lassen aber erstmal alles, wie es ist. 

Weßling – Vor einem guten Jahr eröffnet und schon verschmiert: Die neu gebaute Brücke für Fußgänger und Radler neben der Bahnüberführung der Weßlinger Umfahrung wurde laut Bürgermeister Michael Muther bereits im Rohbau besprayt. In braunen fetten Buchstaben steht da „Nine“, signiert ist die unschöne Bemalung mit dem Pseudonym „Zoff“. Darüber steht in Schwarz „super“ – aber super finden das die Verantwortlichen nicht, was die Schmierfinken in Weßling regelmäßig hinterlassen.

Auch mit Kunst hat das wenig bis gar nichts zu tun – aber mit Kunst begegneten vor knapp zehn Jahren Weßlinger Grundschüler den Grafitti-Schmierern in der Unterführung beim Sportplatz, berichtet Muther. Die Aktion zeigte Wirkung, denn ganz offensichtlich besteht ein stilles Übereinkommen zwischen den Sprayern, nicht über fremde Kreationen zu sprühen. Einer weißen Wand hingegen können sie aber scheinbar nur schwer widerstehen. Unterführungen bevorzugt.

Die Bemalung der Unterführung am Sportplatz hatte Weßlings ehemalige Bürgermeisterin Monika Meyer-Brühl organisiert. „Wir überlegten: Wie können wir Graffiti in der Unterführung so vermeiden, dass es eine schöne Ansicht gibt?“, erinnert sie sich. Die Kunsterzieherin fragte in der Grundschule nach und schnell war eine Klasse gefunden, die im Rahmen des Unterrichts auf die Wände Eindrücke ihrer Heimat pinselte. „Das Schöne war, dass die Kinder sich damit identifiziert haben.“ Und ganz nebenbei habe die Aktion einen pädagogischen Wert gehabt, sagt Meyer-Brühl. Denn die Kinder setzten sich in diesem Augenblick aktiv mit dem Akt der illegalen Verschandelung von Wänden und freien Flächen auseinander. „Nachdem das Bild fertig war, sagten sie: Hoffentlich schmiert keiner drüber.“

Das war im Juli 2008. Ein paar Chaoten konnten dann aber doch nicht widerstehen und hinterließen direkt über der gemalten Wasserfontäne des Weßlinger Sees ihre Schmierereien. Den Gesamteindruck der Berg- und Seenlandschaft der Weßlinger Kinder konnten die Sprüher aber nicht zerstören. Der Bau einen neuen Weßlinger Schule allerdings könnte dem Kunstwerk unter Umständen den Garaus machen: Es ist durchaus möglich, dass die Unterführung und somit die betonierte Leinwand zugunsten einer neuen Wegeführung abgerissen wird.

Was die Schmiereien an der Weßlinger Umfahrung angehen, so haben sich laut Muther das Staatliche Bauamt Weilheim und die Gemeinde darauf verständigt, diese so zu belassen. „Wenn wir das entfernen, kommt ja nur der nächste“, sagt Muther. Zuletzt hatte die Entfernung von Graffiti am Weßlinger Bahnhof die Gemeinde etwa 1400 Euro gekostet. „Da wurde aber jetzt auch schon wieder neu herum geschmiert. Viel Sinn macht das also nicht“, sagt der Bürgermeister.

mk

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