Trauer um Franz Leutenbauer. Das Foto entstand im April 2020 vor seinem Haus
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Trauer um Franz Leutenbauer. Das Foto entstand im April 2020 vor seinem Haus

Schreinermeister Franz Leutenbauer stirbt im Alter von 85 Jahren

Trauer um Hochstadts „Meister Eder“

Franz Leutenbauer gehörte zu Hochstadt wie der See zu Weßling. „Für Hochstadt hätt’ i mi z’reißen lassen“, betonte er immer wieder. Was er über viele Jahrzehnte, davon 32 Jahre lang als CSU-Gemeinderat, unter Beweis stellte. Nun ist Franz Leutenbauer im Alter von 85 Jahren verstorben.

Hochstadt - Der passionierte Schreinermeister engagierte sich nicht nur in zahlreichen Vereinen, er war auch 35 Jahre lang in der Vorstandschaft der Kreishandwerker aktiv, davon zehn Jahre als ihr Vorsitzender, sowie viele Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Hochstadt. Ein dickes Buch würde nicht ausreichen, wolle man aufzählen wo, wann und warum sich „Meister Eder“, wie er auch genannt wurde, engagierte. Dem breiten Publikum jedoch ist er als langjähriger Laienschauspieler und Sänger des Männergesangvereins d’Riedberger ein Begriff. „Ich musste schon als Anfänger die Rollen des schrulligen Alten übernehmen und durfte nie einen jugendlichen Liebhaber spielen“, bedauerte Leutenbauer gelegentlich. 54 Jahre lang stand er auf der Bühne, bevor er die Schauspielerei aufgab.

Begeisterung zeigte Franz Leutenbauer nicht nur für das Ehrenamt, auch beruflich war er erfolgreich. Mit 14 Jahren begann er die Schreinerlehre im elterlichen Betrieb. Als Geselle sammelte er zudem Erfahrungen in einer Münchner Möbelschreinerei. 1958 kehrte er zurück, besuchte die Meisterschule und heiratete auch gleich noch seine Traudl. „Mit 60 Mark in der Woche mussten wir als Familie mit zwei Kindern auskommen“, erinnerte er sich in einem Interview. 1961 erhielt er dann als einer der Jüngsten Bayerns den Meisterbrief und übernahm kurz darauf den väterlichen Betrieb. Von Möbeln über Treppen bis zu Fenstern schreinerte er alles. Einen seiner spektakulärsten Aufträge jedoch erledigte er auf einer Höhe von rund 3000 Metern. Ein gewagtes Unterfangen, bei dem er am Münchner Haus auf der Zugspitze Fenster aus Isolierglas installierte.

Nicht zu vergessen ist sein Engagement als ehrenamtlicher Sozialrichter in München sowie als gefragter Hochzeitslader. Diese Aufgabe hatte er vom Vater übernommen. Die Bau- und Möbelschreinerei übergab Franz Leutenbauer im Jahr 1999 an Sohn Wolfgang. Für sein berufliches Engagement, insbesondere auch im Rahmen der Lehrlingsausbildung, wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, mit der Goldenen Ehrennadel der Handwerkskammer München sowie mit der Bürgermedaille von Weßling ausgezeichnet.

Die Trauermesse mit anschließender Beerdigung findet am morgigen Donnerstag, 19. August, 14 Uhr, in der Kirche St. Jakob in Hochstadt statt.

Uli Singer

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