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Es geht um sie und ihre Artgenossen: eine Erdkröte.

Amphibienschutz

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An der Weßlinger Umfahrung wird weiter gearbeitet, vor allem, was den Amphibienschutz angeht. 

Weßling – In einem Punkt sind sich alle einig: Die Amphibienschutzanlage (ASA) an der Weßlinger Umfahrung funktioniert noch nicht so einwandfrei, wie erwartet, es sind Nachbesserungen erforderlich. Nach der Sitzung des Umweltausschusses am 21. März, in der Dr. Gerhild Schenck-Heuck von den Erfahrungen des Bund Naturschutz mit der ASA berichtete, hatte die Gemeinde Weßling einen Fragenkatalog an das Staatliche Bauamt Weilheim geschickt. In der jüngsten Sitzung nun lag die Antwort der Behörde vor.

Wie berichtet, soll der Beton der ASA hydrophobiert werden, weil zuletzt immer wieder Tiere an der Oberfläche kleben blieben. Bauamt und Hersteller betonen auf Rückfrage der Gemeinde, dass die Arbeiten normgerecht ausgeführt worden seien. Warum die Tiere an der Weßlinger Umfahrung festkleben und bei anderen Umfahrungen gleicher Bauweise wie in Seeshaupt und Hohenpeißenberg nicht, ist noch nicht geklärt. Dort wurde das Phänomen bisher nicht beobachtet.

Weiter geht es um die Art und Häufigkeit der Reinigung der ASA. Die letzte Reinigung hat demnach mit Beginn der Frühjahrswanderung im März begonnen, so Christian Probst vom Bauamt. Dabei habe man entdeckt, dass einige Amphibien unter den Laubansammlungen überwintert hätten. „Insofern räumten wir die Durchlässe nicht vollständig frei, sondern ergänzen Laub, wo der Wind keines eingetragen hat.“ Bei den Einweiselementen, werde jedoch freigeräumt. Sie werden auch verlängert und erhöht. Wie der Biologe Hans-Jürgen Gruber, der im Auftrag des Bauamts die ASA kontrolliert, berichtete, waren sie zu tief eingesetzt worden. Statt 30 ragen nur 20 Zentimeter heraus. Zu wenig, um die Amphibien an den Tunneleingängen zu der nötigen Richtungsänderung zu bringen. Der zum Teil mit alkalischem Wasser durchsetzte Oberboden soll ausgetauscht und durch Material mit hohem Kiesanteil ersetzt werden – allerdings erst, wenn die Entwässerungsthematik gelöst sei, kündigt Probst an. Wie berichtet, hatte sich das Regenwasser an verschiedenen Stellen gestaut. Im Spätsommer soll es mittels einer Leitung auf der anderen Seite versickert werden.

Unbeantwortet bleibt die Frage, ob die ASA überhaupt genutzt wird. Denn solange noch bauliche Verbesserungen vorzunehmen sind, verschiebt sich die aufwendige Akzeptanzkontrolle. Sie ist für 2019 vorgesehen. Gezählt wird aber natürlich jetzt schon: Gruber berichtete gegenüber unserer Zeitung, gerade in der vergangenen Woche habe er sehr positive Beobachtungen gemacht von einer großen Anzahl Tiere, die sich nach einem längeren Zeitraum offensichtlich auf den Weg durch die Durchlässe gemacht hätten.

Zum Schutz der ehrenamtlichen Helfer, die das Straßenbauamt und Gruber an der ASA unterstützen, soll auf der Umfahrung zu Wanderzeiten Tempo 60 gelten. Dies ist auch vom Weßlinger Gemeinderat so gefordert. „Wir stehen mit der Unteren Verkehrsbehörde am Landratsamt in Kontakt und stimmen derzeit die verkehrsrechtlichen Möglichkeiten ab“, so Probst. Dauerhaft Tempo 60 sei auf der Umfahrung allerdings schwer vermittelbar.

„Die ASA wurde gebaut, damit sie funktioniert“, schließt Christian Probst seine Ausführungen. Eine Dauerlösung würde schon allein aus Kostengründen angestrebt.  hvp

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