Straßenbauamt

Umfahrung Weßling

„Uns läuft die Zeit davon“

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Die Naturschützer beklagen, dass der Amphibienschutz entlang der Weßlinger Umfahrung längst nicht so gelingt, wie geplant. 

Steinebach – Dagmar Hoppe aus Steinebach kann nur schwer an sich halten, wenn es um die Weßlinger Umfahrung geht und vor allem um die Situation der Amphibien dort. Wie berichtet, versucht das Staatliche Bauamt Weilheim der Probleme durch verschiedene Maßnahmen Herr zu werden. Denn mehrere der insgesamt 42 Amphibiendurchlässe laufen bei starken Niederschlägen immer wieder voll, und ein Teil der Amphibien blieb auf den Wanderungen im Frühjahr und im Herbst am Beton kleben und vertrocknete. Dass es überhaupt so weit kommt, kann Hoppe nicht fassen. Denn: „Das sind doch alles keine neuen Probleme.“

Die 80-jährige Steinebacherin engagiert sich seit 1982 beim Bund Naturschutz für den Amphibienschutz. „Seit 1987 ist das Ankleben der Springfrösche an Betoneinrichtungen bekannt“, sagt sie aufgebracht. 1999 sei die Thematik auch wissenschaftlich beleuchtet worden. In Österreich werde Beton bei Bauvorrichtungen für Amphibienschutz gar nicht mehr hergenommen. Auch die Firma, die das Leitsystem für die Umfahrung geliefert habe, werbe seit 2010 mit einer „nicht klebenden und nicht verätzenden Betonwand“. Warum bei der Umfahrung Weßling offensichtlich aber doch Beton verbaut wurde, an dem die Frösche kleben bleiben und vertrocknen, kann sie sich nicht erklären.

Auch die teuren Amphibiendurchgänge, die das Staatliche Bauamt entlang der Trasse für 700 000 Euro verbauen ließ, taugen nichts in Hoppes Augen. Allein fünf von ihnen stünden immer wieder unter Wasser. Das sei alkalisch, weshalb die Amphibien verendeten. Christian Probst vom Staatlichen Bauamt in Weilheim hatte gegenüber dem Starnberger Merkur erklärt, dass man versuchen werde, über einen so genannten Schluckbrunnen die Versickerung zu verbessen. Außerdem habe man Kies ausgetauscht. Hoppe kann sich nicht vorstellen, dass der Brunnen funktioniert, denn „Lehm lässt nichts versichern“. Der Bund Naturschutz habe immer darauf hingewiesen, dass sich in diesem nördlichen Teil der Umfahrung eine Lehmlinse befindet. „Und dann haben sie die Durchlässe noch tiefer gelegt.“ Hoppe erinnert auch an eine Gesprächsrunde mit dem Bauamt und Experten sowie der Betonfirma, das Mitte September stattfand mit dem Ziel, die Schäden zu beheben und vor allem auch das gesamte Leitsystem von Laub, Kies, Erdeinbringung, Vegetationswucherung, Müll und Verschlammung zu reinigen. Geschehen sei nichts – bis auf die Aufbringung von einem speziellen Anstrich, auf 150 Meter Länge, der das Ankleben verhindern soll. „Wenn es jetzt friert, ist es zu spät für all diese Maßnahmen. Uns läuft die Zeit davon.“

Dagmar Hoppe hofft, dass 2018 neue Erkenntnisse gewonnen werden über die Amphibienwanderung an der Umfahrung , „da über den gesamten Zeitraum hindurch eine Untersuchung geplant ist“. Ganz abgesehen davon stellt sie nüchtern fest: „Es ist verboten, wildlebende Tiere der besonders geschützten Arten zu verletzen oder zu töten. Springfrösche und Kammmolche gehören zur streng geschützten Art. Aber sie haben keine Lobby.“

Hoppe hat angekündigt, dass sie bei der nächsten Amphibienwanderung nicht als Tierschützerin dabei sein kann. „Das geht über meine Kräfte.“ Der Bund Naturschutz sucht nun dringend weitere Unterstützung, wenn sich die Amphibien im Frühjahr wieder auf den Weg machen:  (0 81 52) 9 09 95 03.

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