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Die Weßlinger Hauptstraße am Mittwochnachmittag.

Umfahrung Weßling

Täglich 6000 Autos weniger durch den Ort

Hat sich der Bau der Weßlinger Umfahrung gelohnt? Ist das Ortszentrum durch die neue Staatsstraße entlastet? Die Zahlen des Staatlichen Bauamts sagen eindeutig ja, die Meinung des Weßlinger Gemeinderats ist geteilt.

Weßling – Bringt die Weßlinger Umfahrung für den Ort eine Entlastung oder nicht? Ja, sagte Christian Probst vom Staatlichen Bauamt Weilheim am Dienstagabend im Weßlinger Gemeinderat in aller Deutlichkeit. Als Beweis legte er dem Gremium die mit Spannung erwarteten Vergleichszahlen über den Verkehr im Ort und auf der neuen Staatsstraße vor.

Zusammengerechnet rollen seit der Eröffnung vor einem knappen Jahr an die 6000 Fahrzeuge weniger durch Weßling. Das entspricht auch in etwa der Nutzung der Schnellstraße.

Aufgeschlüsselt biegen werktags bis zu 6300 Fahrzeuge von Herrsching kommend im Kreisel Richtung A 96 ab, am Wochenende bis zu 4000. Allerdings entscheiden sich nach wie vor unter der Woche exakt 12 429 Lkw, Pkw und Motorräder und am Wochenende 9472 Fahrzeuge für die Fahrt durch die Ortsmitte. Rund sechs Prozent mache der Lkw-Verkehr aus, rechnete Robby Wagenknecht vom Weßlinger Bauamt vor.

Ein wenig unglücklich ist der Zeitraum der aktuellen Messung: Verglichen wurden die Zahlen vom 20. Juni bis zum 4. Juli 2016 mit denen vom 19. Juli bis zum 24. September 2017 – und der Großteil der Zählung fand mitten in den Sommerferien statt. Wagenknecht beschwichtigte: In der Urlaubszeit seien das lediglich 550 weniger Fahrzeuge.

Der Initiator des vorzeitigen Baus der Umfahrung, Roland von Rebay (parteilos), zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Uns war ja immer klar, dass in Stoßzeiten immer viel Verkehr sein würde“, betonte er. Außerhalb dieser Zeit sei das Verkehrsaufkommen merklich zurückgegangen. Als er dann noch anmerkte, dass erst dank der Umfahrung die Verkehrsanbindung an die geplante neue Schule möglich geworden sei und ergo somit deren Bau, platzte Peter Weiß (Freie Wähler) gewohnt eloquent der Kragen. „Ich habe gerade erfahren, dass wir die Schule nur bauen, weil wir die Umfahrung gebaut haben“, entfuhr es ihm. Bürgermeister Michael Muther ging dazwischen und relativierte, dass damit die Verkehrsplanung für Weßling definitiv leichter geworden sei.

Die Prognosen für 2025 gaben Muther recht: Ohne Umfahrung läge die Verkehrsbelastung im Ort bei täglich 19 000 Fahrzeugen. Mit Umfahrung ist die Zahl mit 9500 Fahrzeugen deutlich kleiner – und die neue Staatsstraße nutzen dann 12 500 Fahrer, so die Berechnungen des Staatlichen Bauamts Weilheim. „Damit ist ein gutes Stück Verkehr auf der Staatsstraße gelandet“, sagte Probst.

Längst nicht genug, fand Thomas Ostermair (Freie Wähler) und glaubte auch zu wissen, warum: „Der Stau auf der A 96 reicht jeden Tag bis Etterschlag. Das heißt, die aus Herrsching Kommenden fahren lieber durch Weßling.“ Er hofft, dass sich das nach dem sechsspurigen Ausbau der Autobahn regelt. Der Ausbau der Autobahneinfahrt in die neue Umgehungsstraße Gilchings – der Röchner-Knoten – bringe eine weitere Entlastung, versprach Probst. Doch dessen Bau sei erst mal eine Belastung, bemerkte Ostermair.     Michéle Kirner

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