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Das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist einer der großen Energieverbraucher der Gemeinde. 

Umweltbilanz

Weßling trägt die Rote Laterne

Weßling steht schlecht da im ökologischen Landkreis-Vergleich. Im Fokus stehen DLR, Autofahrer und Sporthalle.

Weßling – Josefine Anderer-Hirt war in der Sitzung des Weßlinger Umweltausschusses am Mittwoch die Überbringerin der schlechten Nachricht. Die Klimaschutzmanagerin vom Landratsamt teilte mit: Auch heuer ist Weßling wieder die Nummer eins des Landkreises beim Energieverbrauch pro Kopf.

„Umweltsünder“ ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das in Oberpfaffenhofen seinen Sitz hat. Alleine das Rechenzentrum muss auf zwei Grad herunterreguliert werden, erklärte Vize-Bürgermeister Michael Sturm. Das frisst Strom. „Wenn man das wegrechnen könnte, würden wir besser dastehen“, sagte Sturm.

Klimaschützerin: „Wir haben eine Tendenz zum Viertauto“

Dann müssten aber in Andechs auch die Brauerei oder die Molkerei aus der Gesamtwertung genommen werden, entgegnete Anderer-Hirt. Claus Angerbauer (SPD/Freie) regte an, man solle Gewerbe und private Haushalte in der Wertung trennen. „Sonst hat ja der Private keine Motivation zum Klimaschutz“, meinte auch Klaus Ebbinghaus (SPD/Freie).

Anderer-Hirt stimmte kurz zu, ehe sie die nächste schlechte Nachricht verkündete. Demnach haben Privathaushalte in Weßling durchaus ihren Anteil an der schlechten Umweltbilanz. Von 1000 Weßlinger Bürgern besitzen statistisch 840 ein eigenes Fahrzeug. Der Anstieg von 1,9 Prozent befördert die Gemeinde landkreisweit auf Platz drei. „Wir haben eine Tendenz zum Viertauto“, betonte Anderer-Hirt. Dabei habe Weßling einen S-Bahn-Anschluss, sagte Victor Angerbauer (FW). Manche Eltern müssten aber ihre Kinder unbedingt zu den Schulen kutschieren, kritisierte er.

Gemeinde will eigene Gebäude untersuchen

Gemeinderätin und Architektin Petra Slawisch lenkte dann mit anderen Zahlen den Fokus auf die erst vor zwei Jahren sanierte Sporthalle. Dort habe sich der Stromverbrauch in den vergangenen Jahren verdoppelt. Zudem wirke sich die schlechte Isolation des unter Denkmalschutz stehenden Rathauses auf den Gasverbrauch aus.

„Täter“ wurden viele ermittelt. Nun sollen die zwölf gemeindeeigenen Gebäude untersucht werden. Die Analyse soll aufzeigen, wo sich langfristig ein Umbau, eine Sanierung oder gar ein Abriss anbietet. Wenn das neue Schulhaus steht, wird die alte Grundschule ein Thema sein. Manchmal könnte die Lösung einfach sein. Im Umweltausschusses kam der Verdacht auf, dass der gestiegene Stromverbrauch der Sporthalle damit zusammenhängt, dass die Lüftung nach dem Auszug der Flüchtlinge 2015 nicht mehr heruntergedreht worden sei.

Von Michele Kirner

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