So soll das Wohn- und Geschäftshaus in der Weßlinger Ortsmitte aussehen. Bewerber gibt es jede Menge. Nur die geplante Gastronomie macht Sorgen.
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So soll das Wohn- und Geschäftshaus in der Weßlinger Ortsmitte aussehen. Bewerber gibt es jede Menge. Nur die geplante Gastronomie macht Sorgen.

Ortsentwicklung

Erste Bewerber für Weßlings Mitte

In Weßlings Ortsmitte schaut es aus wie Kraut und Rüben. Dafür sorgt nicht zuletzt die Großbaustelle an der Hauptstraße. Seit Kurzem inseriert das Immobilien-Unternehmen Boos seine Wohn- und Geschäftshäuser, die an dieser Stelle entstehen. Das Interesse ist groß.

Weßling – Das familiengeführte Unternehmen Boos Immobilien & Verwaltung GmbH & Co.KG überplant und verwaltet den Bereich an der Weßlinger Hauptstraße, an dem sich früher der Gasthof Post und mehrere Einzelhändler befanden. Im Rahmen des neuen Projekts entstehen Gastronomie-, Einzelhandels- und Praxisflächen sowie Wohnungen, Reihenhäuser und eine große Tiefgarage. Seit wenigen Wochen hat Boos die insgesamt drei Reihenhäuser mit Gewerbeflächen, die für rund 15 Euro den Quadratmeter vermietet werden sollen, inseriert.

„Die Nachfrage ist groß“, sagte Daniel Boos, Architekt und Bauleiter, dem Starnberger Merkur auf Nachfrage. 50 bis 100 Firmen und Gewerbetreibende hätten seither angerufen, „ernsthaft interessiert sind 15 bis 20“. Mit einigen von ihnen sei man schon in Verhandlung, ein paar würden auch schon planen. Boos geht davon aus, dass die Gebäude bis zum Herbst bezugsfertig sind. „Es ist in diesen Zeiten aber schwierig, einen genauen Zeitplan zu machen“, räumt der Architekt ein. Er freue sich über die Nachfrage. Mehr Sorgen mache ihm jedoch die Gastronomie, denn auch diese ist zur Belebung der Ortsmitte vorgesehen, wenngleich nicht in der Größenordnung, die der Gasthof zur Post zu bieten hatte. „Leider ist da die Nachfrage gleich null, das ist mühsam.“ Es handele sich um eine kleine Gastronomie mit Biergarten, „eine tolle Fläche“. Aber mittlerweile habe wohl auch „der letzte Gastronom gesehen, dass so etwas wie dieser Lockdown wegen der Pandemie jetzt immer wiederkommen kann“. Er verstehe die Skepsis der Wirte. Zwar habe es den Gasthof Post mit seiner Historie an der Stelle gegeben. Im Endeffekt handele es sich um eine Neueröffnung an der Stelle, das mache die Sache nicht leichter.

Näheres über die Firmen, die sich für die Gewerbeflächen interessieren, wollte Boos nicht verraten. Auch für die geplanten Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss gebe es Bewerber. Darunter seien ebenfalls Unternehmen, die Büroräume suchten, „aber das passt nicht so gut“. Boos setzt dort eher auf Geschäfte für den täglichen Bedarf wie einen Bäcker, einen Gemüsehändler oder Ähnliches. „Ein Biosupermarkt wäre für mich der Favorit“, verrät er dann. „Das wünschen sich auch viele Weßlinger.“ Diesen gefällt offensichtlich auch optisch die Gesamtplanung, die an einem Bauzaun der Baustelle auf einem Schild zu sehen ist. „Wir bekommen viel positive Resonanz von Passanten.“

Über Jahre hinweg hatten Weßlings Gemeinderäte an der Entwicklung des Zentrums getüftelt, Verkehrsplaner und Experten befragt, einen Bebauungsplan entwickelt. Auch das integrierte städtebauliche Konzept (ISEK) beschäftigt sich ausführlich mit dem Bereich beidseits der Hauptstraße und des Bahnhofs. Seit vergangenem Jahr wird nun endlich gebaut. Vor dem Abriss des Gasthofs Post waren schon die Nebengebäude mit einer Eisdiele und einem beliebten Schreibwarengeschäft der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Für die direkt an der Hauptstraße anschließenden Grundstücke gilt ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1997, den die Räte in Teilbereichen immer wieder änderten, der im Prinzip aber im Erdgeschoss gewerbliche Nutzung sowie im Obergeschoss gewerbliche/und oder Wohnnutzung vorsieht. Der größte Teil der Flächen ist in Privatbesitz.

Die Gestaltung des Vorplatzes vor dem Boos-Immobilienobjekt allerdings liegt in den Händen der Gemeinde. Bürgermeister Michael Sturm versicherte gestern, dass die Gemeinde dieses Thema nicht aus den Augen verloren hätte, „auch wenn wir da noch nicht so weit sind, wie wir gerne wären“. Die Gemeinde werde jedoch eine Lösung schaffen, „die den pünktlichen Einzug in die Immobilie ermöglicht“.

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