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Die Astronauten Jerry Ross, Tom Henricks (v.l.), Hans Schlegel und Ulrich Walter (v.r.) zusammen mit Felix Huber und Walther Pelzer vom DLR und Ministerpräsident Markus Söder im Kontrollzentrum GSOC in Oberpfaffenhofen.

Luft- und Raumfahrt

Vier Astronauten in Oberpfaffenhofen: D-2-Mission feiert Silberjubiläum

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Vor 25 Jahren starteten sieben Astronauten – darunter die Deutschen Ulrich Walter und Hans Schlegel – als Deutsche Spacelab-Mission D-2 in den Weltraum. Die zehntägige Mission wurde vom Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen überwacht. Am Freitag wurde das Jubiläum gefeiert.

Oberpfaffenhofen – Es ist der 26. April 1993 um 18.51 Uhr Mitteleuropäischer Zeit, als die Astronauten Ulrich Walter und Hans Schlegel mit fünf amerikanischen Kollegen im Space Shuttle Columbia OV-102 Richtung Weltall starten. „Keiner sprach ein Wort, als die beiden Haupttriebwerke abgesprengt wurden“, beschreibt Walter den Start vom Kennedy Space Center in Florida. „Es herrschte Totenstille.“ Auch im knapp 8000 Kilometer entfernten Oberpfaffenhofen war die Anspannung förmlich zu greifen. Vom dortigen Deutschen Raumfahrt-Kontrollzentrum (GSOC) wurden alle Experimente der D-2-Mission überwacht und gesteuert.

Am Freitag war großes Wiedersehen. Walter und Schlegel waren zur Feier des Silberjubiläums der Mission in Oberpfaffenhofen, dazu die US-Astronauten Terence Henricks und Jerry Ross und auch Ministerpräsident Markus Söder. Für den 70 Jahre alten Ross war es erst der dritte Besuch im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Ein paar bekannte Gesichter habe ich aber schon entdeckt“, sagte er. Die Mitarbeiter seien durch die zehntätige MissioOn für ihn richtige Freunde geworden. Obwohl er sich nur selten in Bayern aufhält, ist Ross begeistert vom Freistaat: „Ich mag die Menschen, das Klima, das Essen – und natürlich das Bier.“

Hans Schlegel ist mittlerweile nur noch einmal im Jahr in Oberpfaffenhofen. „Ich lebe seit 20 Jahren in Houston und leite dort eine Firma, die sich um das Training europäischer Astronauten im Johnson Space Center kümmert“, erklärte er. Seine Firma arbeitet aber eng mit dem GSOC zusammen. Ulrich Walter ist Bayern dagegen nach der D-2-Mission treu geblieben.

Der 64-Jährige leitet heute den Lehrstuhl für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München (TUM). An seine Zeit im All denkt er oft zurück – und gerne. „Es ist beeindruckender, als man es sich vorstellen kann“, erzählt Walter. Der Blick auf die Erde, die Schwerelosigkeit ... Besonders nervös sei er vor dem Start nicht gewesen. „Man trainiert diese Situation vorher so oft, dass man sie kennt“, so seine Begründung. „Aber ich war trotzdem etwas unruhig.“

Im All hatten die Astronauten alle Hände voll zu tun: 88 wissenschaftliche Experimente galt es innerhalb der zehn Tage zu absolvieren. „Wir haben in zwei Schichten rund um die Uhr gearbeitet“, berichtet Schlegel. Trotz des intensiven Arbeitspensums fand er es toll, in einer Mission zu arbeiten. „Es ist ein fantastischer, herausfordernder Job“, schwärmt er. „Wenn man die Erde umkreist und nach eineinhalb Stunden wieder über Afrika ist, erkennt man, dass die Erde ein großes Raumschiff ist.“ Ihm sei dabei bewusst geworden, dass alle Erdenbürger die Aufgabe hätten, den Planeten zu erhalten und mit den Ressourcen nachhaltig umzugehen.

Diesen Gedanken griff auch Ministerpräsident Markus Söder in seiner Jubiläumsrede auf. „Astronauten sind immer auch Botschafter, die uns mahnen, mit unserem Planeten sorgsam umzugehen“, sagte er. Er gratulierte allen Mitarbeitern der D-2-Mission zum Jubiläum und kündigte an, für die Entwicklung der Luft- und Raumfahrt „eine Menge Geld in die Hand zu nehmen“. Konkret benannte Söder zwei Projekte: An der TUM wolle er eine Fakultät für Luft- und Raumfahrt einrichten. Zudem soll mit der „Bavaria One“ eine bayerische Satellitenstation im Weltall entstehen, sagte er. Und bald heiße es dann nicht mehr „Houston, wir haben ein Problem“, sondern „Bayern, wir haben eine Lösung“.

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