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Nur mit dem Wetter hatten sie Pech , ansonsten absolvierten die zwölf Teilnehmer der Abendwanderung mit der Weßlinger Ortsgruppe des Bund Naturschutz am Montag eine lehrreiche Tour. 

Wanderung mit dem Bund Naturschutz Weßling

Naturwunder im Tal der Träume

Endlich wieder raus nach der Corona-Pause: Den Bund Naturschutz Weßling führte seine erste Veranstaltung nach dem Shutdown ins Tal der Träume. 

Weßling – Das Wetter hat nicht ganz mitgespielt. Trotzdem überwog eindeutig die Freude bei der Weßlinger Ortsgruppe des Bund Naturschutz, die nach drei Monaten coronabedingter Pause mit einer Abendwanderung ihre Veranstaltungsrückkehr feierte. Immerhin zwölf Interessierte trotzten am Montagabend dem Nieselregen. Sie versammelten sich vor dem Seehäusl, um sich auf der anschließenden Tour von Biologe und Chemiker Siegfried Kistler sowie Ortsvorsitzender Gerhilde Schenck-Heuck in die Geheimnisse der Pflanzenwelt rund um Weßling einweihen zu lassen.

Die Reise führte zunächst auf die in einen Kiesweg mündende Breite Eiche, von wo aus sich der Runde das so genannte Tal der Träume offenbarte. Wo der Name herkommt, verdeutlichte spätestens die kleine, verwunschene Holzbank hinter wuchernden Büschen. Ein lauschiges Nest für frisch Verliebte, nachdem sie sich an der Schönheit der weiten Wiesen, Täler und Wälder sattgesehen haben, beschrieb Schenck-Heuck das Idyll.

Kistler kannte vom Pfarrstadel bis ins Aubachtal anscheinend jeden Winkel in- und auswendig. Zu fast jedem Strauch, jeder Baumhöhle und jeder Blume hatte er eine Erzählung parat. Die knorrigen Eichen etwa, die ihre Äste in den Waldweg Richtung Seefeld hängen – einige von ihnen zählten bereits 200 Lenze, sagte Kistler und deutete auf einen ausgehöhlten Bereich in einem Eichenstamm. Die morschen Wurzelstöcke seien die bevorzugte Brutstätte für den seltenen Hirschkäfer, der seine Larven dort ablege, erklärte Kistler – bevor die Gruppe von der Geburtsstation direkt in eine ehemalige Todeszone vordrang, wie Teilnehmerin Roswitha Schwimmer zu berichten wusste: Denn auf dem Vorplatz des Ettenhofener Hofs habe sich im Mittelalter der „Galgenhof“ befunden, auf dem Verurteilte ihr Leben gelassen hätten.

Zurück in lebendigen, freien Wiesen betonte Schenck-Heuck, diese seien – ungedüngt und lediglich einmal im Jahr geschnitten – ein Dorado für Insekten. Die Ortsvorsitzende verwies auf wildwüchsige Orchideen im nichtbewirtschafteten Aubachtal. Auch in den verschatteten Wäldern lugten immer mal wieder bunte Pflanzenarten hervor. Die rosenartige Nelkenwurz beispielsweise gelte als Heilpflanze und versame sich, indem ihre so genannten Griffelhaken sich an vorbeistreifende Lebewesen kletteten, berichtete Kistler.

Nach gut zwei Stunden war die Tour beendet. Und die Teilnehmer hatten ihren Erfahrungsschatz über die vielen kleinen Wunder der Natur erweitert – dank der lebhaften Beschreibungen der beiden Experten.  mk

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