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Genießen den Sommer am Weßlinger See – und das Eis-Angebot des Wasserberghäusls (v.l.): Papa Sven Bartschat aus Oberpfaffenhofen mit Tochter Emma (1 Jahr), Sohn Julius (3 Jahre) und Cousin Elias (5 Jahre).

Kioske im Fünfseenland

Inmitten der Weßlinger Seerosen

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Der schönste Tag am See ist nichts, wenn einem der Magen knurrt und die Kehle austrocknet. Ein Glück, dass es im Fünfseenland so viele tolle Kiosks gibt. Die schönsten und spannendsten stellen wir in unserer Sommerserie vor. Heute: das Wasserberghäusl am Weßlinger See.

Weßling – Die Seekioske im Landkreis Starnberg liegen besonders schön, oft direkt in Seenähe, an Liegewiesen. Das Wasserberghäusl in Weßling aber toppt sie alle: Denn bei Pächter Claudius Brudnjak, von allen Clausi genannt, stehen auch auf dem Steg, sozusagen inmitten der Seerosen, von Geplätscher und durchs Wasser schimmernden Karpfen umgeben, Stühle und Tische. Das ist an den kleinen Seen eine echte Ausnahme. Durch Sonnenschirme vor der Abendsonne geschützt, genießen die Gäste hier einfache, deftige Snacks. „Wir haben keine Vollkonzession“, erklärt der 30-jährige Pächter, der also nicht groß aufkochen darf in seiner winzigen Küche, dafür aber trotzdem Leckeres im Programm hat. Antipasti auf Röstbrot beispielsweise, oder Pastrami-Sandwich mit Kraut. Morgens, ab 11 Uhr, gibt es auch Weißwurst, und auch Obazda mit Breze fehlt nicht.

Ein erfüllter Traum am See

Brudnjak hat sich mit der Übernahme des Kiosks am Weßlinger See einen Traum erfüllt. Der gelernte Restaurantfachmann, Schwerpunkt Cocktails, kennt sich gut aus in der Szene. Diese war in den vergangenen Monaten besonders bewegt. Die Rossschwemme in Walchstadt beispielsweise hätte ihm auch gefallen, oder der Kiosk am Pilsensee auf der Seefelder Seite. Dass es der Weßlinger See geworden ist, hat ihn dann besonders gefreut, schließlich wohnt er nur einen Kilometer Fußweg entfernt von seinem Arbeitsplatz.

„Ich wollte mich immer selbstständig machen, und ein Kiosk ist dafür ein guter Einstieg“, findet Brudnjak, An die Gemeinde zahlt er eine überschaubare Pacht, und überhaupt ist der Brocken nicht so groß, als dass es einem in schlechten Zeiten das Genick brechen könnte, hofft er.

Glücklicher Pächter seines Wasserberghäusls: Claudius „Clausi“ Brudnjak.

Erst mit der jüngsten Jahreswende fiel für Brudnjak der Startschuss, und seitdem läuft sein kleiner Kiosk wie geschmiert. Brudnjak, ein eher zurückhaltender, sehr freundlicher Zeitgenosse, wundert sich selbst. „Es ist fast so, als hätten die Weßlinger danach gelechzt“, sagt er fast verlegen. Tatsache ist, dass sich auf seiner Facebook-Seite die begeisterten Gäste schier überschlagen. Weil es so schön ist hier, und sich Brudnjak und sein Team so ins Zeug legen. An die 17 Helfer hat Brudnjak, alle kommen sie aus der näheren Umgebung, und sein bester Freund Raphael Tscheliesnig ist bei ihm während der Sommersaison angestellt.

Brundjak ist gut vernetzt. Die vier Surfbretter für Stand-Up-Paddler bezieht er beim Betreiber von „Stuff4freakz“ in Wörthsee, klar kennt er dessen Chef Marco Tommasi seit Ewigkeiten. Seine Kaffeebohnen kommen aus Brasilien, werden aber von einem Spezl in Dachau geröstet. Und seine Brotwaren kauft er beim Bäcker Böck in Oberpfaffenhofen, natürlich auch ein alter Bekannter.

Ruckzuck hat sich ein Stammpublikum entwickelt

Am meisten überrascht hat Brudnjak, der vier Kinder hat und dessen Frau Amelie übrigens noch für köstliche selbst gebackene Kuchen sorgt, die Schönwetterperiode 2017. „Wir hatten ab 1. Januar erst fantastisches Eis – und im März war es dann schon schön.“ Ruckzuck habe sich ein Stammpublikum entwickelt, „Touristen sind eher die Ausnahme“. Nur das DLR sorgt mit seinen Mitarbeitern manchmal für internationales Flair. Die Gäste aus aller Welt sitzen dann fasziniert auf dem Steg und genießen die Idylle – nur wenige Kilometer Luftlinie von ihrem Arbeitsplatz in Oberpfaffenhofen entfernt.

„Wasserberghäusl“ nennt Brudnjak seinen Kiosk. Weil hinter ihm der Wasserberg beginnt, und vor ihm das Wasser, und weil ihm Kiosk fast zu schlicht ist als Bezeichnung für diesen schönen Ort. Stimmt.

Ein Blick auf die Preise

Wer das Wasserberghäusl in Weßling besuchen will, setzt sich am besten aufs Fahrrad oder kommt zu Fuß, denn Parkplätze sind Mangelware. Kleiner Trost für die Autofahrer: Egal, wo in Seenähe man notfalls parkt, man geht nie länger als 15 Minuten, denn der See ist klein. Belohnen können sich die Gäste mit einem leckeren Capuccino (2,50 Euro) oder einem kühlen Tegernseer aus der Flasche (3 Euro). Das Glas Weißwein aus Österreich ist für 4 Euro zu haben (0,2 l). Spezialitäten sind die Antipasti auf Röstbrot für 4,50 Euro und das Pastrami-Sandwich mit Kraut (5,50 Euro). Pächter Claudius Brudnjak bietet zudem hausgemachte Limonaden an, von Ingwer- bis Basilikumlimo (3 Euro für 0,3 l). Geöffnet ist ab 11 Uhr, Zapfenstreich mit Glocke ist um 21.45 Uhr – dann müssen auch die letzten den Steg räumen. Im November will Brudnjak den Kiosk schließen – damit er die Eissaison mit frischen Kräften angehen kann.

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